JERUSALEM / OSNABRÜCK (inn) – Der israelische Rüstungsunternehmen Rafael plant, Komponenten des Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ in Osnabrück zu produzieren. Schrittweise soll das dortige Volkswagen-Werk in ein „Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen“ umgestaltet werden.
Am Montag bestätigte Volkswagen die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über den Verkauf des Werks an das Land Niedersachsen und den israelischen Investor Aurelius Capital.
Der Vereinbarung gingen monatelange „komplizierte“ Verhandlungen voraus, schrieb das israelische Wirtschaftsmagazin „Globes“ am Montag. Eine katarische Investmentgruppe hatte sich gegen eine Zusammenarbeit mit Rafael ausgesprochen. Sie hält 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und ist damit der drittgrößte Anteilseigner des Konzerns.
Mit der geplanten Umwidmung des Werks gibt es nach Monaten der Ungewissheit eine Perspektive für die Beschäftigten. Denn nachdem Volkswagen im Dezember 2024 beschloss, die Produktion an diesem Standort auslaufen zu lassen, blieb lange unklar, wie es mit dem Werk weitergehen würde. Das Ende ist für den Sommer 2027 terminiert, dann soll das letzte Fahrzeug vom Band laufen.
Neue Perspektive für den Standort Osnabrück
Seit Montag steht mit Rafael ein möglicher Nachfolger fest. Sollte das israelische Unternehmen dort einziehen, könnten der Region bis zu 1.800 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Dabei bildet die Absichtserklärung eine Grundlage für die nächsten Schritte.
Gemeinsam wolle man einen Rahmenplan für die Entwicklung des Standorts Osnabrück ausarbeiten und prüfen, sagte ein Sprecher des israelischen Staatskonzerns. Man werde nun in „detaillierte Verhandlungen“ eintreten.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sprach von einer „echten industriellen Chance“ für sein Bundesland und die Stadt. Osnabrück verfüge über hervorragend ausgebildete Fachkräfte und Erfahrung.
Des Weiteren verwies er auf die geänderte Sicherheitslage in Europa und erklärte: „Deutschland und Europa müssen ihre Fähigkeiten stärken und unabhängiger werden. Niedersachsen will dazu beitragen, dass daraus Wertschöpfung und sichere Beschäftigung entstehen. Osnabrück kann dabei eine wichtige Rolle übernehmen.“
Rafael-Chef Joav Turgeman sagte, mit der Vereinbarung sei die Grundlage für eine langfristige Partnerschaft mit Deutschland gelegt. Die israelische Technologie werde dazu beitragen, die Sicherheit in Deutschland und Europa zu stärken. (mw)
31 Kommentare
In dieser Bedrohungslage, Russland droht jeden Tag, Rüstungsgüter statt Luxusgüter (Autos) zu produzieren, ist vernünftig. Es geht um Leben und Tod.
Ich bin mit allem einverstanden aber Autos mit Luxusgüter zu bezeichnen das kann nur jemand so einstufen der nicht im ländlichen Raum wohnt und keine Familie mit Kindern und/ oder verantwortlich für Pflegebedürftige ist. Und laut Statistik wohnt in Deutschland der überwiegende Teil in als ländlich bezeichneten Umgebungen. Auto ist auch Sicherheit vor allem in der sogenannten dunklen Jahreszeit und dies nicht nur für die Teilnahme an gesellschaftlichen Veranstaltungen sondern auch für Ehrenamtliche und Vereinsmitglieder. Das will ich schon mal anmerken
@Sieglinde Vogel
30% der Autofahrer, vor allem LKW-Fahrer, fahren weil sie fahren müssen und sie sollten Zuschüsse vom Staat erhalten. 70% der Autofahrer fahren, aber sie könnten auf das Auto verzichten, sie tun das nicht weil der Benzinpreis leider immer noch zu niedrig ist.
@Albert
„weil der Benzinpreis leider immer noch zu niedrig ist“
Albert, seit wann bist du ein sogenannter Grüner? Die wollten mal, dass Benin 5,00 Euro/Liter kosten solle. Wegen des Klimas…
@Brigitte
Wir denken dabei an die USA, die wir lieben, als schlechtes Beispiel. 5 Euro/Liter würde Amerika (40 Billionen Staatsverschuldung) retten.
@ Brigitte
Waren es 5 Euro oder 5 DM? In DM hätte sie ja schon mal ihr Ziel erreicht. Wenigstens da wären sie dann mal – leider – erfolgreich gewesen.
Eine Statistik ist nur so gut wie die Qualität der Datenbasis. Auf welche Datenbasis bezieht sich Deine Aussage? Autofahrer am Sonntagvormittag am Kufürstendamm?
Für Caja, weil die Antwortfunktion für sie nicht bestand
@Caja – kann ich beantworten.
In € und von den sogenannten Grünen vorgeschlagen, als Robert Habeck noch in Kiel Umweltminister war. Begründung: Mit 5 €/Liter soll der Öffentliche Nahverkehr bundesweit ausgebaut werden.
@ Brigitte
Danke für die Info! Na, dann können wir uns ja jetzt noch glücklich schätzen!
@Sieglinde Vogel
Die europäischen + deutschen Fahrzeuge für den Normalverbraucher sind zu groß, zu schwer, zu schnell, mit viel zu viel Electronic ausgestattet und deshalb viel zu teuer! Sensoren hinten, vorne, Augen zu beim Einparken, macht es automatisch.
Deshalb sind die Absatzmarken (angebl.) zurück gegangen, weil zu viele normale Arb.nehmer sie sich nicht mehr leisten können, ohne sich per Kredit zu verschulden.
Jahrzehntelang kamen wir alle mit mittleren Renaults oder mit Käfern auch überall hin, bis die Industrie sie zu Prestigeobjekten deklarierten.
@Brigitte
Hier sind wir uns in gewisser Weise mal einig. Mein Mann hatte mal KFZ-Mechaniker gelernt( ist lange her). Konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in diesem Beruf arbeiten. Auf jeden Fall sagt er immer: jedes alte Auto kann ich reparieren,oder auseinander nehmen und wieder zusammen bauen. An den Autos heute kann man nicht mal einfach das Rücklicht austauschen ohne in die Werkstatt zu müssen. Und das dann auch noch bezahlen zu müssen. Ein Auto haben wir nicht mehr. Er fährt nicht mehr gerne. Ist alles zuviel Verkehr und zu aggressiv. Ab und an fährt er für unsere Firma Material ausliefern. Aber dann ist er echt gestresst.
Viele Grüße aus Berlin,Manu
Leider sind es vor allem die geforderten e Autos die superteuer und schwer sind. Die paar tausend Förderung ist und bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein.
Leider sind die Produktionskosten in Deutschland und Abgaben so immens hoch. So dass ein in Europa hergestelltes Auto ein mehrfaches kostet als bsp. ein asiatisches. Bsp. E Auto als Kleinwagen in europa ca. 29.000 euro ein aus chinastammendes Fahrzeug mit ähnlicher Leistung und Komfort 8.900 Euro.
Ich warte auf die ersten pro-palästinensischen „Aktivisten“, die den VW-Arbeitern klar machen wollen, dass sie gefälligst ihre Arbeitsplätze für Gaza opfern …und die dann Bekanntschaft mit soliden Arbeiterfäusten machen 🙂 Ich gratuliere mir selbst, die VW-Aktien behalten zu haben, die ich von meinen Eltern geerbt habe.
Dies ist eine gute Botschaft, da scheint die Ratio gegenüber der Emotio die Oberhand behalten zu haben.
SHALOM
Herzlichen Glückwunsch, Antonia. Manchmal sollte man Aktien nicht abstoßen, wobei mein Mann diesbezüglich Ahnung hat, als ehem. Börsianer, ich weniger. OT: Wie geht es ihrer lieben Verwandten? Shalom
OT: Auch hier heute in den Nachrichten, ob
Netanjahu gewarnt wurde vor Massaker? Ignorierte.
Am Israel chai @ vielen Dank für die Anteilnahme. Es gibt gute und weniger gute Tage, die Ärzte meinen , dass sei bei diesem Krankheitsbild normal. Unsere liebe Josiane ist eine Kämpferin, sie hat leider schon viele Probleme mit ihrer Gesundheit gehabt. Ich bin zuversichtlich, dass sie es auch diesmal schafft. Shalom und Chana tova.
Als ich das auf WELT hörte, freute ich mich sehr. LINKE reagierten bereits und Pal- Freunde werden folgen. 1400 Arbeitnehmer sollen Arbeitsplatz behalten zum Bau von Militärautos. Für Abwehr werden sie weitergebildet. In Osnabrück wohnt die LINKE Reichinek. In ihrer Partei abartige Antisemiten.
@Am israel chaim
„Zwei Meinungen können unterschiedlich sein, ohne dass zwangsläufig eine falsch ist.
Wer das verstanden hat, hat auch Demokratie verstanden“, –
so hat es ein anderer Kommentator zu einem anderen Thema gut umrissen.
An Ihnen prallte es ab wie an einer Teflonpfanne.
Das Thema hat nichts mit rechts/links, Pal-Freunde zu tun oder Ihren herbei geträumten Antisemiten; Im Gegenteil sorgt es hier in DE für heftige Diskussionen um die herbei geredete scheinbar „nützliche“ Kriegsgefahr. Nützlich offenbar für isr. Rüstungsunternehmen und Bruttosozialprodukt.
@Brigitte
Kriegsgefahr herbeireden als eine Art Werbung für israelische Rüstungsunternehmen.
Sehr interessant. Aber wir glauben das nicht.
Ich wünsche dem Vorhaben alles Gute und freue mich für die gute Aussicht für Israel und Osnabrück.
Osnabrück kann zum erneuten Mal eine gute Geschichte schreiben, nicht zu vergessen ist der Westfälische Friede von Münster und Osnabrück.
Wenn dieses Vorhaben realisiert ist, dann können wir alle in die Hände klatschen !
@ M. Sechting
Erich Maria Remarque „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“
Ja, Osnabrück ist Friedensstadt, dank ihres Sohnes Erich Maria Remarque. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg, wurde an der Westfront mehrfach verwundet und begann 1917 zu schreiben. Sein erstes Werk hieß „Über den Krieg“. Später schuf er eindringliche Romane (z.B. „Im Westen nichts Neues“), die seinen grandiosen Weltruhm begründeten. Bis heute lesen sich seine Zeilen als nimmermüde Aufforderung, die Sinnlosigkeit von Militarismus, Fanatismus, Reaktion, Aufrüstung, Krieg und Vernichtung anzuprangern und sich für eine friedliche Welt mit friedlichem Schaffen nicht nur einzusetzen, sondern diese zu hegen und zu pflegen.
@Brigitte
„Frieden schaffen ohne Waffen“, wenn der Feind (Rotchina/Nordkorea, Russland/Iran) weiter aufrüstet?
Wenn hier eine Lösung trotz der Einwände der Investmentgruppe aus Katar zustande kam, sind die in Osnabrück doch auf einem guten Weg. Katar muss ja vorneherum dagegen sein um sein Gesicht zu wahren, aber hintenrum heißt es ja immer, Geld vor Ideologie.
Produzierte, aber nicht-verkaufte Autos können auf werkseitige Abstellplätze zwischen geparkt werden.
Produzierte W a f f e n, Panzer, Drohnen müssen sofort eingesetzt werden!
Dafür braucht man staatstragende deutsche europäische Kriegspropaganda und ständig Angst i.d. Bevölkerung erzeugen.
Israel soll seine Kriege für sich behalten!
@Brigitte
Israel, umzingelt von Todfeinden, soll aufgeben? Cicero, ein überzeugter Pazifist, definiert den gerechten Krieg als Krieg, der aus einem gerechten Grund (Israels Existenz) geführt wird, mit angemessenen Mitteln und unter Beachtung moralischer Pflichten gegenüber Gegnern und Besiegten, was Israel immer tut.
@lieber Albert
Du meinst, Israels Exi hängt vom Faden seiner Produktionserweiterung auf deutschen Boden ab? Dann hat IL ja alles falsch gemacht. Grüße
@Brigitte (@Alberto)
Bitte richtig lesen: es geht _nicht_ darum, in D zu produzieren und in IL einzusetzen.
„Produzierte W a f f e n, Panzer, Drohnen müssen sofort eingesetzt werden!“. 🤣
@Brigitte
Deutschland trifft diese Vereinbarung nicht wegen Israel sondern wegen und gegen Putin. Das ist nun mal unsere Realität, der muss man sich stellen, ob es winwm gefällt oder nicht.
Ich finde es keine schlechte Sache dass ein israelisches Ruestungsunternehmen in Deutschland produziert. Sollte das Zustandekommen ist das ein gutes Zeichen. Wir sind schließlich nicht die Einzigen die wegen Iron Dome bei den Israelis abgeklopft haben.
Die Rüstungsindustrie in Deutschland und Europa hat einen Lauf. Dank Kriegstreiber Putin und Trumps USA, die als militrischer Partner nicht mehr zuverlässig sind.
Für wackelige Industrien, die Standorte schließen, ist das auf jeden Fall positiv.
Was leider oft zu kurz kommt, ist die schnelle positive Bewertung der Vorgänge über die Köpfe der Beschäftigten hinweg. Denn für die Beschäftigten ist es ein Drama. Zunächst haben sie an den Standorten meist schon eine lange Zeit der Unsicherheit mit Zukunftsängsten hinter sich. An einem Traditionsstandort wie z.B. Osnabrück sind die Beschäftigten sicher mit viel Leidenschaft Automobil- und Karosseriebauer. Teils über Jahrezehnte angesammeltes Wissen und Erfahrung wird mit dem Wechsel der Branche plötzlich ganz oder teilweise wertlos. Neue Ängste und Unsicherheiten kommen auf, ob man dem Umstieg mit neuen Herausforderungen weiter gewachsen ist und bestehen kann.
Wirtschaftlich bleibt man immerhin irgendwie abgesichert. Aber jeder hat das gute Recht, von der Tätigkeit, mit der er einen Großteil seiner Lebenszeit verbringt, auch etwas Freude und Selbstverwirklichung zu erwarten.
Der Selbstläufer, als der diese Vorgänge gerne dargestellt und kommentiert werden, sind sie für die Beschäftigten garantiert nicht.
Alles Gute und viel Kraft nach Osnabrück!