Israelische Politiker widersprechen Macron

Frankreichs Präsident Macron behauptet bei der UN-Generaldebatte, die Hamas sei nie im Westjordanland aktiv gewesen. Der israelische Premier Netanjahu spricht von einer „grotesken Absurdität“.
Von Israelnetz
Der französische Präsident Macron behauptete, die Terror-Organisation Hamas sei im Westjordanland nie aktiv gewesen

NEW YORK (inn) – Der französische Präsident Emanuel Macron (Renaissance) hat mit einer Behauptung in seiner Rede bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen Widerspruch hervorgerufen. Macron sagte am Dienstag in New York, die Terror-Organisation Hamas sei im Westjordanland „noch nie aktiv gewesen“.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) nannte die Äußerung eine „groteske Absurdität“. Erst am Vorabend von Jom Kippur sei ein Israeli und französischer Staatsbürger von einem Hamas-Terroristen im Westjordanland ermordet worden. Fast jeden Tag gebe es Anschlagsversuche, in der Vergangenheit habe die Hamas unzählige Israelis ermordet. „Unwissen ist keine Entschuldigung dafür, deren Blut auszuradieren.“

Eisenkot: Äußerung von Realität entkoppelt

Netanjahu verwies dabei auf die Ermordung von Netanel Schukrun. Der 48-jährige Vater von sechs Kindern hatte am Sonntag in Vorbereitung auf Jom Kippur mit seinem ältesten Sohn die Quelle nahe der Siedlung Neve Zuf in Binjamin besucht. Der Angreifer wurde auf der Flucht von israelischen Soldaten verwundet und später in einem palästinensischen Krankenhaus gefasst.

Auch Netanjahus Hauptrivale im Wahlkampf, Gadi Eisenkot (Jaschar), widersprach Macron: dessen Äußerungen seien „entkoppelt von der Realität“. Er habe die Armeeeinheit in Judäa und Samaria befehligt und sei vertraut mit den Terroraktivitäten der Hamas. „Der Kampf gegen Terror ist nicht beschränkt auf den Gazastreifen. Die Armee hat lange Jahre im Westjordanland gegen Terror gekämpft und wird dies weiter tun.“

Zahlreiche Terroranschläge vereitelt

Ein Sprecher Macrons behauptete gegenüber der Nachrichtenseite „Times of Israel“, der Präsident sei falsch verstanden geworden. Er habe gemeint, dass die Hamas im Westjordanland nicht regiere.

Macron hatte in der Passage „tagtägliche Verstöße“ im Westjordanland angeprangert, die die palästinensischen Bestrebungen nach Souveränität unterwanderten. Dabei unterstellte er, diese „Verstöße“ seien auch deshalb nicht gerechtfertigt, da die Hamas im Westjordanland nie aktiv gewesen sei.

Allerdings unterschlug Macron den Terrorismus, den die Palästinensische Autonomiebehörde fördert. Diese zahlte im vergangenen Jahr 140 Millionen Euro so genannter „Terror-Renten“ an Terroristen oder deren Familien aus.

Im Jahr 2025 verhinderte der Inlandsgeheimdienst Schabak nach eigenen Angaben 1.374 schwerwiegende Terroranschläge im Westjordanland, vor allem Schussangriffe und Sprengungen. Das sind rund 26 pro Woche.

Im Juni gab der Schabak zudem bekannt, dass Dutzende der geplanten Angriffe von Hamas-Terroristen in die Wege geleitet wurden, die von der Türkei aus agierten. Dort befinde sich das „Hauptquartier“ der Hamas für Terroraktionen im Westjordanland.

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Diskussion zu „Zwei-Staaten-Lösung“

Macron plädierte in seiner Rede einmal mehr für eine „Zwei-Staaten-Lösung“. Gemeinsam mit dem britischen Premier Andy Burnham (Labour) und dessen kanadischem Amtskollegen Mark Carney (Liberale) veranstaltete er am Rande der Generaldebatte eine Diskussionsrunde mit Vertretern mehrerer Länder zur Förderung dieses Ansatzes.

Die Vollversammlung hatte sich vor einem Jahr für die so genannte „New Yorker Erklärung“ ausgesprochen. Damit fordert sie die Schaffung eines palästinensischen Staates. Die Erklärung hatten zuvor Frankreich und Saudi-Arabien gemeinsam initiiert.

Als erster Staatenlenker sprach der amerikanische Präsident Donald Trump bei der Generaldebatte. Dabei drohte der Republikaner dem Iran: Entweder dieser lasse sich auf einen Deal mit den USA ein, oder die USA würden das Regime vernichten.

Reise mit Hürden

Der israelische Premier Netanjahu wird am Donnerstag (20 Uhr deutscher Zeit) seine Rede halten. In einer Ankündigung richtete er sich an den New Yorker Bürgermeister Mohammed Mamdani. Netanjahu betonte, er komme zu den Vereinten Nationen, „um die Wahrheit über Sie zu enthüllen“ und „für die Wahrheit unserer heldenhaften Soldaten zu kämpfen“.

Mamdani hatte Netanjahu zuvor als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Anders als sonst wird Netanjahu nicht über den New Yorker Flughafen John F. Kennedy einreisen, sondern über einen Flughafen im US-Bundesstaat New Jersey. Dahinter steht die Befürchtung, dass Mamdani dem Regierungsflieger den Aufenthalt verweigern könnte.

Zudem hat Netanjahu seinen Aufenthalt auf wenige Stunden gekürzt. Anders als sonst wird er nicht in New York übernachten, wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet. Auch ein geplantes Treffen mit dem amerikanischen Unternehmer Elon Musk in Texas wurde abgesagt. (df)

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21 Kommentare

  1. Was für ein Schwätzer! Bei UNO sondern sie alle ihre Unwahrheiten ab. Mamdami, wie konnte er gewählt werden in einer Stadt, wo Freiheitsstatur steht? Antisemitisches Treffen bei UNO.

    1. Nachtrag: las vorhin in verschiedenen Nachrichten die Anklagen und Boykottaufrufe bei UNO gegen Israel. Da frage ich mich, ist die UN Vollversammlung ein Vernichtungsprogramm gegen Israel?
      Der Iraner, Massenmörder am Volk, klagte an. Der Syrer will Golan zurück, Terrorführer bei Al Kaida. Erdowahn, Mörder an Kurden und inhaftiert polit. Gegner, halb Zypern besetzt, labert nur gegen Israel. Usw. Abartiger UNrechtsverein.

  2. Macron: die Hamas nie im Westjordanland aktiv gewesen. Nein, überhaupt nicht und in Berlin auch nicht…

  3. Mein Vorschlag zu Macron : schwätze lasse ! Der Mann kriegt im eigenen Land nix auf die Reihe und schwadroniert vor der UNO über Dinge, die er nur oberflächlich kennt. Ich vermute mal, dass dieser Teil seiner Rede vom Quai d’Orsay inspiriert war, dessen Aversion gegen Israel kein Geheimnis ist. Zumindest über die Präsenz der Hamas – und deren Einfluss auf die Bevölkerung – hätte der Präsident Bescheid wissen müssen. Das Grossmachtgehabe lenkt natürlich ein bisschen – aber wirklich nur ein bisschen – von den Problement ab, die den Franzosen auf den Nägeln brennen. Übrigens haben hier einige Rundfunksender und Zeitungen spöttisch angemerkt, dass im Saal viele leere Plätze zu sehen waren, als le président sprach.

    1. @Antonia
      „Mein Vorschlag zu Macron : schwätze lasse !“

      Mein Vorschlag zu Netanjahu: Raum verlassen!
      Niemand will Kriegsverbrecher über Moral philosophieren hören!

      1. Da müsste man bei der Hälfte der Redner den Raum verlassen. Und bei Abbas gleich den Saft abdrehen, wenn er zugeschaltet wird.

      2. @Ludovico
        Mein Vorschlag an Sie: legen Sie bitte an andere denselben Maßstab wie an Netanjahu. Oder haben Sie Peseschkian einfach nur vergessen? Oder ….

        Ihre Einseitigkeit ist nicht Kritik an der aktuellen rechten Regierung. Das ist weitaus mehr! Und das ist keine Versehen, das ist Absicht von Ihnen. Schade.

        1. @Rts
          „legen Sie bitte an andere denselben Maßstab wie an Netanjahu.“

          Kriegsverbrecher Netanjahu darf auftreten, Kriegsverbrecher Putin nicht!
          Abbas durfte nicht kommen ganz ohne Verbrechen an der Menschlichkeit und ohne Haftbefehl?

          Es gibt keinen Maßstab, nur eine jüdische Lobby mit großem Einfluss!

          „Moralische Armee der Welt“ sagte der israelische Kriegsverbrecher Netanjahu, während israelische Soldaten online keinen Zweifel dran gelassen haben wie moralisch die IDF ist.

          Peseschkian hat auch einen Haftbefehl vom IGH?
          Wieso also den selben Maßstab?

          1. @Ludovico
            Nur weil jemand einen Haftbefehl hat, ist es für Sie erlaubt, ihn mit einem Begriff zu bezeichnen, die nicht juristisch entschieden ist?
            Für Sie ist also Peseschkian kein „Kriegsverbrecher“? Er (und seine Mittäter) lassen das eigene Volk umbringen. Ist das für Sie akzeptabel?
            —
            Ihr Maßstab lässt zu wünschen übrig. Ja, Sie legen unterschiedliche Maßstäbe an.

            „Es gibt keinen Maßstab, nur eine jüdische Lobby mit großem Einfluss“ Ich vermute, dass Sie wissen, dass das eine Aussage von Antisemiten ist.
            —
            „Moralische Armee“: Haben Sie vergessen, dass die IDF immer vorwarnt? Haben Sie vergessen, dass andere Armeen das nicht tun? Haben Sie vergessen, dass es nachgewiesen ist, dass die Äußerungen der Soldaten Einzelfälle betreffen? Haben Sie vergessen, ….
            —
            Abbas: lesen Sie mal die Begründung nach. Wenn Sie dann Ihren Verstand einschalten, werden Sie erkennen, dass das nachvollziehbar ist.
            —
            Putin: zeigen Sie mir bitte die Quelle, dass Putin die Einreise in die USA verweigert wurde.
            —
            Ihre gesamte Argumentation dreht sich um: „Es gibt keinen Maßstab, nur eine jüdische Lobby mit großem Einfluss“. Sie argumentieren nicht rational sondern antisemitisch.

  4. In welcher Welt lebt Macron? Immer wieder ist er bahnbrechender Wortführer wenn es um die Zwei-Staaten-Lösung geht. Und nun auch noch die Verleugnung von Hamas-Aktivität in Judäa/Samaria. Beschämend, grotesk! Aber so was war zu erwarten. Sehe heute noch Abbas und Macron letztes Jahr im Élysée-Palast in Paris in inniger Umarmung, Brüder im Geiste. Der ermordete Israeli an Jom Kippur hatte auch einen französischen Pass.

  5. Ein Land namens Palestina hat es nie gegeben. Einzig und allein hat ein römischer Kaiser namens Hadrian aufgrund des Bar Kochba-Aufstandes den Namen Israel auslöschen wollen (bitte im Internet diesen Fall nachlesen). Lawrence of A r a b i a hat das Britische Mandat Palestine durch seinen Sieg zusammen mit den Arabern über die 400jährige Besatzung des Nahen Ostens durch die Osmanen die Zweiteilung des Gebietes zwischen Jordanien und Israel möglich gemacht. Jordanien hat später sogar das „Westjordanland“ (Galiläa und Judäa) den Israelis überlassen. Schließlich ist auf diesem Gebiet auch Jesus als Jude geboren.

  6. Macron ist ein Traumtänzer und gehört wie Napoleon nach Elba verbannt.

    1. Ronald Hoerstmann @: ich kenne eine Menge Franzosen die Ihnen da beipflichten würden. Der Mann ist nur noch peinlich 😳 .

    2. @Ronald Hoerstmann
      Wenn Macron auf Elba landet, von dort kann er leicht zu uns in die Toscana kommen. Meine Ehefrau und unser Bischof würden gern mit ihm über Israel reden, während Marina, beste Köchin von allen, das Essen zubereitet.

  7. Deutliche Worte des Königs der Juden, Jesus von Nazareth:
    Mt 15,14: Lasst sie einfach in Ruhe! Denn sie sind selbst blind, aber tun so, als könnten sie anderen Blinden den Weg zeigen. Doch wenn ein Blinder einen anderen Blinden leiten will, dann fallen am Ende beide in einen Graben!«
    Lk 6,39: Dann gab Jesus ihnen noch ein Beispiel: »Ein Blinder kann einen anderen Blinden nicht auf dem Weg leiten. Denn es besteht die Gefahr, dass sie beide in ein Loch hineinfallen.
    Mt 23,24: Ihr blinden Reiseführer! Ihr siebt die Mücke aus und schluckt gleichzeitig das Kamel!
    Dagegen hilft:
    Ps 146,8: Der HERR öffnet die Augen der Blinden. Ja, der HERR richtet die Niedergeschlagenen auf. Der HERR zeigt seine Liebe denen, die gerecht leben.
    Und dafür sollten wir täglich beten – auch für einen aus Frankreich, der nicht sehen will, was offenbar ist!

  8. Der hat wohl die Ohrfeige der Premiere Dame bereits vergessen ? ! Ich könnte da nachhelfen !

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