Israelische Pilotenlegende Danny Schapira gestorben

Er war der erste israelische Kampfflieger und trug viel zum Ansehen der Luftwaffe bei: Der nun verstorbene Danny Schapira war ein Pilot von Weltruf.
Von Israelnetz
Der israelische Luftwaffenpilot Danny Schapira während des Sechs-Tage-Krieges

Foto: Israelische Luftwaffe

Auch Piloten müssen mal telefonieren: Danny Schapira während des Sechs-Tage-Krieges im Jahr 1967

JERUSALEM (inn) – Seine Flugkünste waren weltweit berüchtigt und er war der erste westliche Kampfflieger, der eine sowjetische MiG-21 in die Hände bekam: Am Freitag ist der legendäre israelische Pilot Danny Schapira im Alter von 97 Jahren gestorben. Am Sonntag wurde er in Ramat HaScharon nördlich von Tel Aviv beerdigt.

Schapira war nach Zählung der Luftwaffe ihr erster offiziell ernannter Pilot – am 14. März 1949 erhielt er zusammen mit drei anderen Kadetten die entsprechende Urkunde. Er war damals 25 Jahre alt. Erste Flugerfahrung hatte er bereits beim „Luftdienst“ der Hagana gesammelt, des Vorläufers der Armee. In der Zeit der Staatsgründung führte er Aufklärungsflüge durch und versorgte belagerte jüdische Ortschaften aus der Luft mit Proviant.

Bewundernswerte Flugfähigkeiten

Dass er Pilot werden wollte, wusste Schapira indes schon mit acht Jahren. 1925 kam er in Jerusalem zur Welt und wuchs in Haifa auf. Er gehörte einer Familie an, die in der fünften Generation in Israel zuhause war. Im Jahr 1939 trat er im Alter von 14 Jahren der Hagana bei.

Nach der Gründung des Staates im Mai 1948 nahm Schapira mit 13 anderen Piloten an der strenggeheimen „Operation Velvetta“ teil, bei der mehrere Kampfflugzeuge des Typs Supermarine Spitfire von der damaligen Tschechoslowakei gekauft und nach Israel gebracht wurden. Die Maschinen spielten eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Ägypter in der Negev-Wüste.

In den späten 1950er Jahren sandte ihn die Luftwaffe nach Frankreich, wo er einen Prototyp des Mirage-Kampffliegers testen sollte. Später war er für die Integration dieser Maschinen in die israelische Luftwaffe zuständig. Die französischen Testpiloten nannten ihren israelischen Kollegen wegen seiner Flugfähigkeiten ehrfurchtsvoll „Mon Colonel“ (mein Oberst).

Taktische Schulung mit sowjetischem Flieger

Das Jahr 1966 markiert eine weiteren Höhepunkt in seiner Karriere: Ein irakischer Pilot war mithilfe des Mossad übergelaufen und mit seiner MiG-21 nach Israel geflogen. Schapira nahm die damals als fortschrittlich geltende Maschine als erster westlicher Pilot in Augenschein. Er testete den Abfangjäger aus und analysierte dessen taktische Schwächen – wohlgemerkt ohne Handbuch und mit rein russischer Beschriftung.

Schapira simulierte dann Luftkämpfe gegen israelische Elitepiloten, um ihnen so die beste Taktik gegen die MiG-21 zu zeigen. Später wurde er zu einer geheimen Schulung in die USA geladen, da die amerikanischen Piloten im Vietnam-Krieg ebenfalls mit der MiG-21 konfrontiert waren. Diese Schulung war ein Faktor für die heute engen Beziehungen zwischen der israelischen und amerikanischen Luftwaffe.

Ruhmreiches Erbe

Nach dem Ende seines aktiven Dienstes im August 1971 wechselte er auf Bitten des damaligen Luftwaffenchefs Moti Hod in das Rüstungsunternehmen Israel Aerospace Industries (IAI), um bei der Entwicklung von Kampffliegern mitzuhelfen. Er wurde dann der Chefpilot des Unternehmens.

In einer Reaktion auf die Todesnachricht würdigte die Luftwaffe ihren früheren Kampfflieger: „Die israelische Luftwaffe beugt ihr Haupt und bekundet der Familie Schapira ihr Beileid“, sagte Luftwaffenchef Tomer Bar. „Danny war einer der Gründungsväter der Luftwaffe, ein mutiger und professioneller Kämpfer, der Generationen von Kämpfern ausgebildet hat. Als Testpilot gehörte er zu denjenigen, die den Weg zum Erfolg der Luftwaffe ebneten. Wir werden uns weiter an sein ruhmreiches Erbe erinnern und seine Familie begleiten.“ (df)

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2 Antworten

  1. Einer, der sein Leben und Hobby für die gute Sache eingesetzt hat.

    Denk nur mal an die Russen, die Ihre Brüder und Schwestern in der Ukraine verstümmeln, skrubellos, schändlich. Oder die Türken und Iraner, die noch immer die Aramäer und Kurden auf dem Kiker haben.
    Möge es ihnen schlecht gehen, wenn sie nicht umkehren.

    Aber hoch lebe das Andenken an diesen ehrbaren Piloten!

    0

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