Israelische Philharmonie würdigt Rillings „warme Beziehung“

Helmuth Rilling führte mehr als 100 Konzerte mit der Israelischen Philharmonie auf. Diese blickt dankbar auf die Zusammenarbeit mit dem verstorbenen deutschen Dirigenten zurück.
Von Israelnetz

JERUSALEM / LEONBERG (inn) – Das „Israel Philharmonic Orchestra“ hat den verstorbenen Dirigenten Helmuth Rilling gewürdigt. Ín einem Nachruf vom Sonntag bezeichnete es den Deutschen als „eine der einflussreichsten Gestalten in der Welt der klassischen Musik“.

Der am 29. Mai 1933 in Stuttgart geborene Musiker hatte 1970 das „Israel Philharmonic Orchestra“ als erster Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg dirigiert. Sechs Jahre später besuchte er den jüdischen Staat das erste Mal und führte dort in den folgenden Jahrzehnten mehr als 100 Konzerte auf.

Stets musizierte Rilling in Israel mit der 1954 von ihm gegründeten Gächinger Kantorei. „Alle, die dabei waren, empfanden diese wiederholten Konzertserien als inspirierenden Teil der deutsch-jüdischen Verständigung und Aussöhnung“, schreibt Andreas Bomba in einem Nachruf für die Internationale Bachakademie, die der Dirigent ebenfalls gegründet hat. „Immer war die Darbietung das Ziel, das Konzert, der Moment, in dem die Musik ein Publikum berührt und erreichen möchte“, schilderte er Rillings Aufführungspraxis.

Immer wieder nach Israel gekommen

In dem Nachruf des israelischen Ensembles heißt es: „Rilling widmete sein Leben Bach, Mozart und dem Chor-Repertoire. Er drückte Generationen von Sängern, Musikern und Zuhörern seinen Stempel auf. Rilling hatte eine warme und fortdauernde Beziehung mit der Israelischen Philharmonie und dem hiesigen Publikum. Er kam im Laufe der Jahre immer wieder nach Israel aus Wertschätzung und Liebe zur musikalischen Begegnung mit dem Orchester.“

Im Jahr 1990 führte Rilling in Israel mit der Gächinger Kantorei die Große Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Für das „Israel Philharmonic Orchestra“ ist dies „ein musikalischer Augenblick, der im Gedächtnis bleibt“.

Das Motto des gläubigen Protestanten lautete: „Musik darf nie bequem sein, nicht museal, nicht beschwichtigend. Sie muss aufrütteln, die Menschen persönlich erreichen, sie zum Nachdenken bringen.“ Wegen seines Engagements in Israel galt er als „Brückenbauer“. Unter anderem erhielt er den UNESCO-Musikpreis und den Theodor-Heuss-Preis für „Taten der Versöhnung“.

Am 11. Februar ist Helmuth Rilling im Alter von 92 Jahren in Warmbronn gestorben, einem Stadtteil von Leonberg bei Stuttgart. (eh)

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