Israelis züchten Maus-Embryo aus Stammzellen

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben bislang Unvorstellbares geschafft: Ohne eine Befruchtung haben sie synthetisch ein Maus-Embryo gezüchtet.
Von Israelnetz
Wissenschaftler des Weizmann-Instituts züchten aus Stammzellen Maus-Embryo

Foto: Weizmann-Institut

Ohne Sperma und Gebärmutter: Israelische Forscher züchten nur mit Stammzellen Maus-Embryo

RECHOVOT (inn) – Es klingt nach Science-Fiction, doch israelischen Forschern ist es tatsächlich gelungen, ohne Befruchtung ein Maus-Embryo heranzuzüchten. Die Wissenschaftler des Weizmann-Instituts benötigten dazu lediglich Stammzellen von der Haut. Die Embryos stehen gewöhnlichen Maus-Embryos in nichts nach, das Herz schlägt und das Gehirn arbeitet selbstständig.

Bisher war Forschern nur der umgekehrte Weg gelungen: spezialisierte Zellen zu Stammzellen zu machen. Der Weg in die andere Richtung war mit viel Aufwand und immer wieder auftretenden Problemen behaftet. Die neue israelische Studie wird daher als Durchbruch gewertet. Der Leiter des Forschungsteams, Jacob Hanna, begründete den Erfolg damit, dass sie es geschafft hätten, „das in den Stammzellen codierte Selbstorganisationspotenzial“ freizusetzen. Dies berichtet die israelische Zeitung „Jerusalem Post“.

Die Ergebnisse der bahnbrechenden Forschung wurden am Montag in der Wissenschafts-Zeitschrift „Cell“ veröffentlicht. Diverse Medien weltweit berichten über die israelische Studie. Darunter ist auch die amerikanische Zeitung „Washington Post“.

Embryonen entwickeln sich in Petrischalen

Der erste Schritt der Forscher war zunächst, den Mäusen Stammzellen zu entnehmen. Anschließend wurden diese in Petrischalen in einer bestimmten Umgebung kultiviert. Hanna erklärt: „Es gab kein Sperma, kein Ei und keine Gebärmutter, aber wir haben es geschafft, Embryonen aus Stammzellen zu züchten.“

Insgesamt wurden die erforschten Stammzellen in drei Gruppen eingeteilt. Während manche Zellen keinen anderen Einflüssen ausgesetzt waren, wurden andere Zellen über 48 Stunden besonders gefördert, damit sie sich entwickeln können.

Im weiteren Verlauf wurden alle drei Gruppen von Stammzellen in Verbindung gesetzt. Die meisten entwickelten sich nicht wie vorgestellt, doch 50 von 10.000 Stammzellen entwickelten sich zu einer embryonalen Struktur. Die Wissenschaftler markierten zuvor einzelne Elemente der Zellen, sodass sie nachvollziehen konnten, wie sie sich verändern.

Studie könnte Zukunft verändern

Ebenfalls beeindruckend ist der zeitliche Rahmen der Züchtung eines Maus-Embryos. Während eine Maus eine 20-tägige Trächtigkeit durchläuft, konnten die Israelis mit den Stammzellen in nur achteinhalb Tagen ein Maus-Embryo schaffen. Die künstlichen Embryone hatten zu 95 Prozent Ähnlichkeit mit herkömmlichen Embryonen.

Hanna und weitere Stammzellenforscher hoffen durch die mutmachenden Ergebnisse auf weitere zukunftsweisende Durchbrüche. „Unsere nächste Herausforderung besteht darin, zu verstehen, woher die Stammzellen wissen, was zu tun ist“, erläutert Hanna.

Ziel der Forschung soll künftig sein, Stammzellen zu nutzen, um Organe wie Leber oder Niere für Transplantationen zu gewinnen. Dies hat auch ethische Vorteile, denn die dann genutzten Zellen würden nicht aus einem lebenden Organismus entnommen werden müssen, sondern könnten aus den durch Stammzellen erschaffenen Embryonen erhalten werden. (joh)

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4 Antworten

  1. Wenn es nur dafür benutzt würde, könnte man ja noch sagen, es hat einen Sinn. Ich fürchte leider, dass sich diese Technik zu etwas entwickelt, das wir nicht mehr in Griff haben werden. Wann kommt dann der Mensch, der so entsteht und welche Eigenschaften hat dieser dann? Züchten wir hier Monster heran? Nicht alles was machbar ist, sollte auch umgesetzt werden.

    Wir sollten dafür sorgen, dass die Organspender mehr werden.

    9
  2. Es ist bekannt, dass es im Vergleich mit anderen Nationen unter den Israelis bzw Juden mit Abstand die meisten Nobelpreise gibt….oder anders formuliert: Gottes Volk hat ein hohes Potential an Erfindungen….dieses >>ohne Befruchtung ein Maus-Embryo heranzüchten<< geht meiner Meinung nach aber in Richtung: die Geister die ich rief, werd ich nun nicht mehr los….es ist auch ein
    Akt des : in Gottes Schöpfungs-Sytem eingreifen….und die Lösung mit: mehr Organspender….meiner Meinung nach: nein danke….diese werden buchstäblich "ausgeweidet" und die Organ-Empfänger sind in
    Dauerabhängigkeit von diversen Medikamenten… der biblische WEg mit Jesus ist der einzige, der
    ohne fragwürdige Experimente auskommt ….Jesus hat sogar Tote aufgeweckt…geheilt…und was für mich
    ganz auffallend und besonders ist: dieses Suchen nach….die Sehnsucht nach etwas, das viele Menschen
    gar nicht definieren können, was es eigentlich ist….diese Sehnsucht wird in Jesus Christus g e s t i l l t….

    8
    1. Der Mythos vom Menschen, der künstliches Leben erschaffen kann. Vom Golem zum Maus-Embryo. Ob dieser ausserhalb der Petrischalen lebensfähig wäre, ist sicher noch nicht geklärt.
      … und ihr werdet sein wie Gott sagte Satan. Welch fataler Irrtum.

      6
  3. kein gott-kein staat-kein vaterland !
    ich laß mich klonen ,wenns geht…
    nur wie isses mit dem datentransfer,
    das macht mir etwas sorgen -:)))))

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