Regierungsgeld für innovative Methoden

Um den Markt für künstliches Fleisch zu erhöhen, nimmt die Regierung eine Menge Geld in die Hand. Firmen und Wissenschaft sollen künftig enger zusammenarbeiten.
Von Israelnetz
Hamburger aus kultiviertem Fleisch

Foto: World Economic Forum, Wikipedia | CC BY-SA 3.0 Unported

Das erste Hamburger-Steak aus kultiviertem Fleisch wurde 2013 in London gebraten

JERUSALEM (inn) – Die israelische Innovationsbehörde hat die Gründung eines Konsortiums für kultiviertes Fleisch genehmigt. Für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sollen in den kommenden drei Jahren umgerechnet knapp 19 Millionen Euro investiert werden. Die Hälfte der Summe stammt von der Regierung.

Ziel des Zusammenschlusses ist die Entwicklung innovativer Produktionsmethoden im industriellen Maßstab für einen Sektor, der noch in den Kinderschuhen steckt. Damit soll der israelischen Kulturfleischindustrie ein Wettbewerbsvorteil auf den internationalen Märkten verschafft werden.

Interdisziplinäres Arbeiten unverzichtbar

Leiten wird das Konsortium die israelische Lebensmittelfirma Tnuva, es wird 14 Unternehmen sowie 10 akademische Labore umfassen. Zu den Mitgliedern gehören die Firmen Aleph Farms, Super Meat, Seevix sowie die Hebräische Universität von Jerusalem, die Universität Tel Aviv und das Technion in Haifa. Eines der Hauptziele des Konsortiums ist es, eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie herzustellen und die Forschung zu kultiviertem Fleisch „bodenständig“ zu machen.

Das Konsortium wird interdisziplinäre Themen angehen – unter anderem sollen die Haltbarkeit der Produkte überprüft und eine Reduzierung der Produktionskosten erreicht werden.

Wie das Wirtschaftsmagazin „Globes“ berichtet, sollen in den kommenden Monaten vier Arbeitsgruppen ihre Arbeit aufnehmen. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklung von Technologien für Zellwachstum für Muskel und Fett, Bioreaktortechnologien sowie die Entwicklung von Produktion und Wachstumstechnologien. Bioreaktoren sind verfahrenstechnische Geräte, die vorwiegend zur Vermehrung von Mikroorganismen verwendet werden.

Produkte sollen für Öffentlichkeit zugänglich werden

Als Vorsitzender des Konsortiums wird Schay Cohen, Tnuva-Innovationsleiter, fungieren: „Die Zusammenarbeit zwischen führenden Unternehmen in der Entwicklung von kultiviertem Fleisch und führenden Lebensmittelherstellern, die das Know-how und die Fähigkeit zur Umwandlung der Produktionstechnologie in einen industriellen Maßstab mitbringen, und akademischen Forschern ist entscheidend, um Durchbrüche zu schaffen und Produkte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Israel, das durch die Innovationsbehörde vertreten ist, ist ein Beispiel für Exzellenz in der Art und Weise, wie Staaten funktionieren müssen.“

Im Jahr 2021 haben israelische Fleischunternehmen 470 Millionen Euro akquiriert. Davon konnte Future Meat 320 Millionen Euro für sich verbuchen und Aleph Farms 97 Millionen Euro. (mh)

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