Israelis könnten doch an Konferenz teilnehmen

Es wäre eine Teilnahme durch die Hintertür: Ein israelischer Vertreter könnte auf geschäftlicher Basis zu dem Gipfel in der bahrainischen Hauptstadt Manama fliegen. Es ist nicht klar, ob Premier Netanjahu das meinte, als er versichterte, dass „natürlich” auch Israelis dort sein würden.
In der bahrainischen Hauptstadt Manama soll im Juli die US-geführte Friedenkonferenz für den Nahen Osten starten
In der bahrainischen Hauptstadt Manama soll im Juli die US-geführte Friedenkonferenz für den Nahen Osten starten

JERUSALEM (inn) – Nach Aussagen von Premierminister Benjamin Netanjahu werden doch Israelis an der US-Friedenskonferenz in Bahrain teilnehmen. Erst am Montag hatte das Weiße Haus offiziell verlauten lassen, Israel sei nicht zu dem Gipfel am 25. und 26. Juni eingeladen. Zur Begründung hieß es: „Wir wollen uns auf den wirtschaftlichen Aspekt konzentrieren und nicht auf den politischen.“

Netanjahu sagte am Dienstag, Israel unterhalte „sowohl offen als auch verdeckt“ umfangreiche Kontakte zu arabischen Staaten und führte aus: „Schon sehr bald werden wir eine wichtige Konferenz haben, die wir sehr begrüßen. Es ist ein Versuch der Vereinigten Staaten, eine bessere Zukunft zu ermöglichen und die Probleme der Region zu lösen. Natürlich werden Israelis dort sein.“

Aus den Aussagen geht allerdings nicht hervor, ob Netanjahu von Regierungsvertretern oder zum Bespiel einer Wirtschaftsdelegation sprach. Die Zeitung „Yediot Aharonot“ vermutet, dass der Premier auf die Teilnahme von Joav Mordechai anspielte. Laut unbestätigten Berichten vom Dienstag wird der ehemalige Generalmajor und Koordinator der Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) Joav Mordechai auf geschäftlicher Basis zu der Konferenz fahren. Offenbar schickt ihn sein neuer Arbeitgeber, die internationale Beratungsfirma Novard. Mordechai spricht fließend Arabisch.

Israels Status unter den Nationen

Palästinensische Politiker haben zum Boykott des Gipfels aufgerufen. Sie fürchten, der von den USA erdachte Friedensplan werde die Israelis bevorzugen. Außerdem sieht er wahrscheinlich keine Zwei-Staaten-Lösung vor. Mehrere arabische Länder haben ihre Teilnahme dennoch zugesagt.

Netanjahu wies unterdessen darauf hin, dass kommende Woche ein historisches trilaterales Treffen mit den Sicherheitsberatern der USA und Russlands in Jerusalem anstehe. Er sprach von einem „sehr wichtigen Gipfel, um in turbulenten Zeiten Sicherheit im Nahen Osten zu gewährleisten“ und dem Besuch „zweier Supermächte“, der den Status Israels unter den Nationen tausendfach bezeuge.

In einer früheren Version hieß es, Manama sei die Hauptstadt Jordaniens. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Von: tk

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