Israel rechnet mit weiteren Eskalationen

Die Kämpfe zwischen dem Iran und den USA intensivieren sich. Israel ist noch nicht direkt betroffen, verbleibt aber in Alarmbereitschaft.
Von Israelnetz
Die USA haben in den vergangenen Tagen mehrfach Angriffe auf Ziele des iranischen Regimes geflogen

WASHINGTON / TEHERAN (inn) – Die USA haben in der Nacht zum Montag erneut Ziele des iranischen Regimes angegriffen. Es war die neunte Angriffsnacht in Folge. Nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos (CENTCOM) verfolgen die USA weiter das Ziel, die Fähigkeiten des Iran zu beschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.

Der Iran hat seinerseits in den vergangenen Tagen mehrere arabische Länder der Region attackiert. Am Freitag starben dabei zwei US-Soldaten in Jordanien. Ein weiterer Soldat wird dort vermisst, die Armee fand nach eigenen Angaben bislang nicht identifizierte sterbliche Überreste. Ein weiterer US-Soldat kam am Samstag bei einem Angriff im Nordirak ums Leben.

Wechselseitige Vorwürfe

Am Samstag erklärte der stellvertretende Außenminister des Iran, Kasem Gharibabadi, die Mitte Juni unterzeichnete Absichtserklärung mit den Vereinigten Staaten für ungültig. Die USA hätten dieses Abkommen durch ihre Angriffe faktisch beendet, erklärte er laut der iranischen Nachrichtenagentur „Mehr“.

Der amerikanische Außenminister Marco Rubio warf dem Iran hingegen vor, dieser habe durch Angriffe auf Handelsschiffe die Absichtserklärung verletzt. Die USA seien offen für Diplomatie, doch der Iran müsse sein Verhalten ändern, sagte der Republikaner am Sonntag kurz vor Beginn seiner Asienreise.

Trump fordert Sanktionen

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) rief indes den Kongress auf, den Iran mit Sanktionen zu belegen. Der Iran solle in einem Gesetzesentwurf für Sanktionen gegen Russland ergänzt werden, forderte er am Sonntag. Dies solle zu Ehren des am 11. Juli verstorbenen Senators Lindsey Graham (Republikaner) geschehen.

Graham hatte den Entwurf im Januar 2025 eingebracht. Dieser lag aber aufgrund der Vermittlungsbemühungen des Weißen Hauses zwischen Russland und der Ukraine auf Eis. Kurz vor seinem Tod hatte Graham bekanntgegeben, es gebe mit Blick auf die Russland-Sanktionen eine Einigung mit dem Weißen Haus, so dass der Gesetzesentwurf vorankommen könne.

Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!

Israel erwägt Drohnenverbot

Israel bereitet sich unterdessen auf weitere Eskalationen vor. Die Armee befinde sich in „sehr hoher Alarmbereitschaft“, sagte ein Vertreter des Sicherheitsapparates laut der Zeitung „Israel Hajom“. Zu den möglichen Szenarien gehöre ein direkter Angriff des Iran oder eine formelle Bitte der USA, den Kriegshandlungen beizutreten.

Sollten sich die Kriegshandlungen intensivieren, könnte es auch zu Einschränkungen des Flugbetriebes am Ben-Gurion-Flughafen kommen. Denn dann würden die USA ihre Flugzeuge auch dort betanken und nicht wie bislang auf Militärstützpunkten des Landes.

Das Sicherheitskabinett erwägt zudem ein Verbot privater Drohnenflüge für die kommenden sechs Monate. Angedacht ist ferner, in dieser Zeit Regularien für die Nutzung von Drohnen festzulegen. Der Inlandsgeheimdienst Schabak befürchtet Angriffe auf Politiker durch Sprengdrohnen. Die Gefahr durch die allseits verfügbaren und leicht zu steuernden Fluggeräte sei noch nicht ausreichend verstanden.

Am Sonntag zeigte das israelische Fernsehen eine Wortmeldung seltener Art: Der frühere saudische General Abdullah Bin Ghanem al-Qahtani gab für die Abendnachrichten von „Kanal 12“ seine Einschätzung der Lage. Er verurteilte dabei die Angriffe des Iran auf Länder der Region in den vergangenen Wochen. Dies müsse schwerwiegende Konsequenzen haben, forderte er. „Es ist klar, dass das iranische Revolutionsregime nicht fallen will, bevor es sich sicher ist, dass alle anderen zuerst zerstört sind.“ (df)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

3 Kommentare

  1. Daß Israel sich aus dem eskalierenden Konflikt am Golf heraushält auf Bitten der USA, ist zum jetzigen Zeitpunkt vernünftig, noch sind die Israelis nicht wieder direkt vom Iran attackiert worden. Die privaten Drohnenflüge einzuschränken ist hinsichtlich der damit verbundenen Gefahr von Attentaten ebenfalls angemessen.
    Ein bemerkenswertes Novum allerdings ist das Interview von KANAL 12 mit dem saudischen
    Ex-General Bin Ghanem al-Qathani bezüglich der Lageeinschätzung und der Schlüsse daraus.
    Es ist viel zu früh und wohl auch zu vermessen, um etwas mehr daraus abzuleiten ausser einer leisen Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Staaten. Vielleicht unter einer neuen israelischen Regierung, vielleicht………….
    SHALOM

  2. Ja, Israel wird in Alarmbereitschaft bleiben müssen. Nicht nur Iran- Bedrohungen, Hamas/ Hisbollah geben ihre Tötungsziele gegen Juden nicht auf. Mein Volk, sei wachsam, auch vor Entführungen. Denen darf man nicht trauen. Welche, die eigenes Volk opfern für ihre bestialischen Ziele.
    Am Israel chai🇮🇱💙

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen