BERLIN / JERUSALEM (inn) – Israel liefert nach eigenen Angaben Kerosin an Deutschland. Das teilte das Energieministerium am Mittwoch mit. Demnach hat Deutschland in den vergangenen Tagen eine entsprechende Anfrage eingereicht. Das Ministerium überprüfe zudem eine Anfrage zu Erdgaslieferungen.
Energieminister Eli Cohen (Likud) hat laut der Pressemitteilung die zuständigen Fachstellen angewiesen, der Anfrage stattzugeben. Zuvor hatte die Treibstoffbehörde einen Überschuss an Flugzeugtreibstoff festgestellt, der exportiert werden könne. Die Lieferungen seien jedoch abhängig von der Sicherheitslage.
Außenminister Gideon Sa’ar habe die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) über die Entscheidung informiert, erklärte das Energieministerium weiter. Die Bundesregierung hatte dies bis Mittwochmittag allerdings nicht bestätigt.
Sa’ar: Christentum erblüht in Israel
Sa’ar war am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Berlin angereist. Er traf unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz, Außenminister Johannes Wadephul und den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (alle CDU).
Bei den Gesprächen ging es um die bilateralen Beziehungen sowie um die Entwicklungen in Nahost, insbesondere um den Irankonflikt und die Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon. Bei einer Pressekonferenz mit Wadephul betonte Sa’ar, Israel sei das einzige Land in Nahost, in dem die christliche Gemeinschaft erblühe. Israel gehe indes vehement gegen diejenigen vor, die Angriffe auf Christen verübten.
Die Lage der Christen in Israel war zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Schon seit einigen Jahren kommt es vermehrt zu Spuckangriffen von Juden auf Christen. Für Entsetzen sorgte auch der Angriff auf eine Nonne in der Jerusalemer Altstadt in der vergangenen Woche. Zugleich stellen sich zahlreiche Christen explizit hinter den Staat Israel und verurteilen manchmal die israelkritische Haltung ihrer Würdenträger.
Wadephul erklärte, Deutschland werde die Freundschaft mit Israel niemals als selbstverständlich betrachten. Berlin werde sich weiter für die „Zwei-Staaten-Lösung“ einsetzen. Indes dürfe die Lage der Menschen im Gazastreifen nicht aus dem Blick geraten. Wadephul rief Israel zudem auf, Siedlergewalt zu ahnden.
Lob für wirtschaftliche Zusammenarbeit
Ebenfalls am Dienstag trat Sa’ar beim Wirtschaftstag der CDU auf. Dabei betonte er, dass die israelische Wirtschaft auch nach zweieinhalb Jahren Krieg sehr stark sei. Nationale Sicherheit sei an wirtschaftliche Stärke gebunden.
Indes stehe die freie Welt vor großen Herausforderungen. Diese ließen sich nur mit starken Partnerschaften bewältigen. „Ich glaube, Israel kann Deutschland helfen, mit den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen umzugehen. In gleicher Weise kann Deutschland zu Israel beitragen.“ Die Partnerschaft sei „eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft“.
Sa’ar rief in diesem Zusammenhang die Bundesländer dazu auf, Vertretungen in Israel zu eröffnen. Bislang haben dies zwei Bundesländer getan: Bayern (2017) und Nordrhein-Westfalen (2020). Darüber hinaus haben zahlreiche Länder Kooperationsabkommen mit Israel vereinbart. Baden-Württemberg eröffnete 2020 eine Wirtschaftsrepräsentanz im jüdischen Staat.
Wechselseitiger Nutzen
Am Mittwoch traf Sa’ar die deutsche Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU). Die Zusammenarbeit der Länder in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Weltraumforschung bringe beiden Seiten großen Nutzen, betonte er.
Bei der Gelegenheit dankte er Bär für ihre Unterstützung angesichts der Versuche, der Zusammenarbeit mit Israel zu schaden. Damit spielte Sa’ar offenbar auf die Forderung des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) an. Dieser hatte sich vor dem Hintergrund des Gazakrieges für ein Ende des Assoziationsabkommens zwischen der EU und Israel ausgesprochen.
In Berlin traf Sa’ar zudem seinen kroatischen Amtskollegen Gordan Grlić Radman (Kroatische Demokratische Gemeinschaft). Er betonte, Israel unterstütze den Beitritt Kroatiens zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). (df)
19 Kommentare
Es freut mich, dass Israel an Deutschland Kerosin liefert.
Das kleine Israel…..toda raba. Shalom🇮🇱💙
@Am Israel chai
Ja,das kleine Israel!🇮🇱🇮🇱 Obwohl ich ehrlich bin und im Stillen denke: verdient haben wir es nicht. Aber vielleicht lässt das D mal gut nachdenken. Ich bin noch böse wegen der Geiseln. Shiri und die Kleinen. Und auch anderen deutschen Juden. Nichts hatte die Regierung versucht. Und jetzt nach Kerosin fragen. Aber lassen wir das. 💙💙🇮🇱🇮🇱
Außenminister Sa’ar: Christentum erblüht in Israel. Ja , das stimmt.
Israel liefert Kerosin an Deutschland. Warum?
@Albert: Das kann nur an der Großzügigkeit Israels liegen. Hoch lebe Israel! Liebe Grüße in die Toskana, bitte auch an die Gemahlin und den Bischof, ach ja auch den Gärtner.
Danke, Nicole, beste Leserin von allen! Liebe Grüße werden immer weitergeleitet.
Erblüht?… es werden Christen regelmäßig angespuckt und zum Teil tätlich angegriffen von Orthodoxen und anderen Fanatikern… zuletzt eine Nonne von einem kräftigen Mann misshandelt … in welchem Paradies lebt ihr? Es gibt auch israelische Kriminelle, Psychos und gewaltbereite Fanatiker… ein Israeli ist nicht automatisch der Messias. SHALOM!
@Nicole Jeanne
„Ein Israeli ist nicht automatisch der Messias“. Aber könnte der Messias sein. Deshalb genau hinsehen und fragen.
Und immer wieder die Zwei-Staaten-Forderung! Das ganze Land zwischen Jordan und Mittelmeer gehört Israel, so schwer ist das nicht zu verstehen. Das britische Mandatsgebiet wurde in zwei Gebiete aufgeteilt. Die Araber haben 77% erhalten (Jordanien) und Israel 23% Land. Das sind für meine Begriffe zwei Staaten. Außerdem haben die Araber seit 2005 einen Probestaat von Israel erhalten. (Gazastreifen) Und, hat es Frieden gebracht? Nein! Unzählige israelische Tote und Verwundete. Wie soll da ein erneuter arabisch/pal Staat funktionieren, zumal die PA, Hamas und die Mehrheit der arabischen Bevölkerung Israel hassen und vernichten wollen. Man sollte die arabische Bevölkerung in Israel klarmachen, wer nicht in Frieden mit den Juden leben will, muss in dem entsprechenden arabischen Heimatländern für immer ausreisen. Das mussten die Juden nach allen drei gewonnenen Kriegen aus arabischen Ländern auch. Sie wurden vor Wut vertrieben und zum Teil ausgeraubt und enteignet.
Ich freue mich, dass Israel in Deutschland zusammenarbeiten.
Ich frage mich, ob die Presseerklärung vom 30.4.2026 des A- Amt, geführt von Wadephul , in der Unterstützung und Berechtigung für die Gaza-Flotille gewährt und Israel ins Unrecht setzt, legitime Israel-Kritik im Rahmen der Freundschaft zu Israel ist, oder nicht auch israelbezogenen Antisemitismus unterstützt. Auch in dieser Erklärung sind die altbekannten Worthülsen untergebracht.
Ich danke Israel Netzwerk für den Bericht. Es zeigt, dass Israel Deutschland hilft, das sollte Deutschland umgekehrt auch veranlassen, mehr für Israel zu tun, mehr für das Jüdische Leben in Deutschland zu tun.
Jom Kippur muss an allen Schulen für Jüdische Leher/innen frei sein, wir brauchen mehr ReligionEN-Verständigung und einen ehrlichen Kampf gegen den Antisemitismus. Von Merz – kein Scherz ! – habe ich wirklich mehr erwartet. Deutschland sollte sich auch nicht länger auf die Seite des Iran stellen.
Kürzlich kam die Meldung, in D gäbe es keinen Kerosinmangel. Wer lügt denn da???
@maria
Norbert Blüm (CDU) hat auch mal gesagt: Die Rente ist sicher!
Keronsinmangel
Derzeit noch nicht, ist aber zu erwarten.
Flüge werden teurer und werden gestrichen (wurde heute angekündigt).
Gut, dass ich nicht fliege.
Wann wird endlich mit den Forderungen aufgehört: Zwei-Staaten-Lösung, Siedlergewalt ?
Hier gibt es genug Probleme zu lösen. Israel wird seine eigenen selbst lösen.
„Wadephul erklärte, Deutschland werde die Freundschaft mit Israel niemals als selbstverständlich betrachten. Berlin werde sich weiter für die „Zwei-Staaten-Lösung“ einsetzen.“
Das heißt nichts Anderes, als dass die Freundschaft seitens Deutschland als bedingungsabhängig erklärt wird, also dass Israel so zu „spuren “ hat, wie Deutschland (…) sich das vorstellt (2-Staaten-Lösung …).
Auf so eine Freundschaft kann ich verzichten. Im Gegenzug zeigt sich Israel trotzdem immer wieder großzügig und beweist eigentlich mehr „christliches Verhalten“ (Geben ist seliger als nehmen) als das „christliche Deutschland“. Dafür schäme ich mich.
@ Lothar
Da stimme ich voll mit dir überein.👍🏻
👍🏻 Danke @Ella
Bei der Forderung nach einer 2-Staaten-Lösung muss ich immer an die besagte Oma denken, die an einer Haltestelle auf ihren Bus wartete.
„Hilfsbereite“ erkannten das nicht recht, hörten ihr nicht zu und brachten sie gegen ihren Widerstand auf die andere Straßenseite, die bekanntermaßen berüchtigt war. Schnell verließen die Helfer den Bereich, schließlich hatten sie für diesen Tag eine gute Tat vollbracht, zumindest aus ihrer Sicht.
Oma wurde dort dann ausgeraubt, stürzte dabei und zog sich mehrere Knochenbrüche zu.
Von den „Helfern“ keine Spur mehr.
Ironie Ende. Hoffentlich nur ein Szenario, das für Israel nicht eintreten wird.