JERUSALEM (inn) – Am Montagabend beginnt in Israel der Gedenktag für die Gefallenen und Terror-Opfer (Jom HaSikaron). Deren Zahl beläuft sich auf nunmehr 30.957 seit dem Jahr 1851.
Im vergangenen Jahreszeitraum sind 224 Soldaten oder Polizisten im Einsatz getötet worden; dazu gehören 54 Sicherheitskräfte, die ihren Verletzungen erlegen sind. Damit zählt das Vereidigungsministerium nach Angaben vom Donnerstag 25.644 Gefallene seit dem Jahr 1860. Zu ihnen gehören auch Fälle von tödlichen Arbeitsunfällen oder Suizide.
Das Nationale Versicherungsinstitut gab an, dass sich die Zahl der Terror-Opfer auf 5.313 seit dem Jahr 1851 beläuft. Im vergangenen Jahreszeitraum sind 79 Zivilisten dazugekommen, die meisten sind während der beiden Irankriege getötet worden.
Das Versicherungsinstitut führt die Zahlen, weil es für staatliche Zahlungen für Opfer von Terrorakten oder Kriegshandlungen oder deren Angehörige zuständig ist. Im vergangenen Jahr wurden umgerechnet etwa 430 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt.
Die verwendeten Jahreszahlen markieren den Beginn der Ansiedlung von Juden am Rande Jerusalems, was als Beginn des „neuen Jischuv“ gilt, des neuen Niederlassens. Diese Unternehmungen bildeten eine Grundlage für die 1948 erfolgte Staatsgründung.
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Feierliches Gedenken
Der Gedenktag findet am 4. Tag des jüdischen Monats Ijar statt. Er beginnt am Vorabend mit landesweit zu hörenden Sirenen um 20 Uhr Ortszeit. Das Signal nutzen viele Israelis, um in Ruhe zu verharren. An der Klagemauer in Jerusalem läutet ein Staatsakt den Tag ein.
Am Tag selbst ertönt um 11 Uhr zwei Minuten lang erneut eine Sirene, bei der das öffentliche Leben im Gedenken zum Stillstand kommt. Auf Militärfriedhöfen und an besonderen Orten gibt es Gedenkveranstaltungen. Der Rundfunk thematisiert das Gedenken mit Sondersendungen und verliest die Namen der Opfer. Angehörige besuchen die Gräber der Gefallenen und Terror-Opfer.
In diesem Jahr gelten wegen der Sicherheitslage die Einschränkungen des Heimatfrontkommandos. Das Verteidigungsministerium erklärte, es gelte, die richtige Balance zwischen der Heiligkeit des Gedenktages und der Heiligkeit des Lebens zu finden.
Arje Moalim, der Leiter der Abteilung für das Gedenken im Verteidigungsministerium, sagte zur Bedeutung des Tages: „Die Erinnerung an die Gefallenen ist die Grundlage unserer Einheit. Hinter jedem Namen stehen Familien und großer Schmerz, aber auch eine Stärke, die uns weiter durchdringt und verbindet.“
Von der Trauer zur Freude
Der Gedenktagtag geht am Abend nahtlos über in den freudigen Unabhängigkeitstag. Die zeitliche Nähe der beiden Tage soll den Gedanken betonen, dass die Unabhängigkeit mit schmerzlichen Verlusten einhergeht.
Er beginnt am Abend mit einer Zeremonie auf dem Jerusalemer Herzlberg, bei der ausgesuchte Personen Fackeln entzünden. In diesem Jahr kommt diese Ehre auch dem argentinischen Präsidenten Javier Milei zu. Israel würdigt ihn damit für seine Unterstützung für den jüdischen Staat. (df)