Iranisches Fernsehen: Ronaldo gegen „Quds-Besatzungsregime“

Das iranische Staatsfernsehen erntet Kritik für einen verleumderischen „Bericht“. Dieser stellt Fußballstar Cristiano Ronaldo als Israel-Hasser dar.
Von Israelnetz
Peres (r.) mit den Real Madrid-Spielern Pepe, Marcelo und Cristiano Ronaldo (v.l.n.r.). Ein „Peres Center for Peace“-Team spielte bereits gegen eine Real Madrid-Auswahl.

Foto: Screenshot YouTube-Kanal Peres

Christiano Ronaldo (2. v. r.) in Israel mit dem damaligen israelischen Präsidenten Schimon Peres

TEHERAN (inn) – Das iranische Staatsfernsehen hat am 15. Juni einen Zusammenschnitt mehrerer, teils Jahre alter Fake-News ausgestrahlt, die dem portugiesischen Fußballstar Cristiano Ronaldo anti-israelische Aussagen in den Mund legen. Dafür erntete es Kritik, auch aus dem Iran.

Fake-Synchronisationen und Photoshop

Der iranische Fernsehsender „YJC-News“ hat sich nichts Neues einfallen lassen. Die mit Photoshop gefälschten Bilder und falsch interpretierten oder synchronisierten Videosequenzen kursieren bereits seit Jahren in den persischsprachigen sozialen Medien. Sie sollen beweisen, dass der auch im Iran gefeierte Fußballprofi Cristiano Ronaldo „Palästina“ liebt und Israel hasst.

Mehr als alles andere hasse Ronaldo „israelische Fußballfans“, lässt eine persische Stimme den Portugiesen sagen. Sie seien für ihn „unerträglich“. Niemals würde er sein Hemd mit einem „Mörder“ tauschen. Als „Beweis” dient eine kurze Videosequenz von Ronaldo auf dem Spielfeld im Gespräch mit einem angeblich israelischen Spieler. Tatsächlich ist dieser aber Aron Gunnarsson, der Kapitän der isländischen Nationalmannschaft.

In einem anderen gefälschten Video soll Ronaldo mit typisch iranischer Terminologie geäußert haben: „Würde ich nur einmal sagen, dass ich das Quds-Besatzungsregime mag, würde mich die FIFA zum besten Spieler des Jahres küren.“ Er stehe stattdessen auf der Seite der „hungernden Palästinenser“.

Zum Abschluss zeigt der Bericht ein Bild, auf dem Ronaldo ein Plakat mit der solidarischen Aufschrift „Todos con Palestine“ (Alle mit Palästina) in die Kamera hält. Vor der Bearbeitung mit Photoshop stand auf dem Schild „Todos con Lorca“, was sich auf ein tödliches Erdbeben in der spanischen Stadt Lorca im Jahr 2011 bezog.

Spott und Kritik

Der aus längst widerlegten Fälschungen zusammengeschusterte Beitrag des Staatsfernsehens erntete Spott und Kritik. Auch aus dem Iran selbst meldeten sich kritische Stimmen. „Sollen wir etwa mit solcher Dummheit Israel bekämpfen?“, fragte ein Journalist auf Twitter. Eine iranische Tageszeitung nannte den Beitrag „lächerlich“ und „voller Lügen“.

Nur wenige Aufnahmen in dem zweieinhalb-minütigen Beitrag sind echt. Dazu zählen Aufnahmen aus dem Jahr 2016, als Ronaldo den fünfjährigen Palästinenser Ahmed Dawabscha traf. Die Familie des Jungen war Opfer eines Anschlags jüdischer Extremisten geworden. (cs)

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2 Antworten

  1. Interessant ist aber, dass Real Madrid schon vor Jahren auf Anweisung aus Katar und in vorauseilendem Gehorsam das Kreuz aus seinem Vereinswappen entfernte.

    Auch Bayern München hat sich in seiner Geldgier den Einflüssen Katars gebeugt und kassiert lieber als dass es zu den Werten des einst sogenannten christlichen Abendlandes hält. Zu erinnern ist auch daran, dass Neuer als Mannschaftskapitän ohne Druck statt der üblichen Kapitänsbinde eine Regenbogen-Binde trägt.
    Der DFB und seine Führung, die so gern gegen “Rechts” auftritt, hat auch den Kniefall der Engländer gegen vermeintlichen “Rassismus” nachgeäfft. In Ungarn wagten sie allerdings einen derart beschämenden Auftritt nicht. Dank an Victor Orban und die Ungarn, die solche demütigenden Spielchen nicht mitmachen!

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