JERUSALEM (inn) – Wann fingen die Menschen an, Feuer aktiv zu entfachen? Israelische Archäologen haben nördlich des See Genezareth in einer Ausgrabungsstätte Fragmente von Holzkohle gefunden, die sie auf die Zeit vor rund 800.000 Jahren datieren. Das ist ein früher Hinweis auf das kontrollierte Entfachen eines Feuers durch den Frühmenschen.
Nutzung verschiedener Hölzer
Das Team um die israelische Archäologin Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität Jerusalem stellte 266 Fragmente von Holzkohle in der Ausgrabungsstätte Gescher Benot Ja’akov sicher. Normalerweise zerfalle Holzkohle im Laufe der Zeit. In diesem Fall jedoch seien die zahlreichen Fragmente von den Sedimenten eines längst versiegten Sees konserviert worden, erklärt die Wissenschaftlerin.
Um Feuer zu machen, benutzten die Frühmenschen verschiedene Hölzer, wie die Untersuchung der Holzkohle ergab. Unter anderem identifizierten die Forscher Eschen-, Weiden- und Olivenholz. Wahrscheinlich sammelten die Bewohner Treibholz, das ans Ufer geschwemmt wurde und nutzten es als Brennstoff für das Feuer.
Fisch über dem Feuer zubereitet
Schon in der Vergangenheit gab es Funde, die auf eine frühe Nutzung von Feuer hinweisen, erklärte Goren-Inbar gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“. So habe man auch Fischzähne, die der Hitze ausgesetzt waren, entdeckt: „Ein Hinweis darauf, dass der Fisch gekocht wurde.“ Mit der Entdeckung der Holzkohle habe man nun einen weiteren Beweis gefunden, dass schon die Frühmenschen kontrolliert Feuer machten. (mw)