Holzkohle aus prähistorischer Zeit entdeckt

Der Frühmensch hat Treibholz gesammelt und Feuer gemacht. Archäologen datieren die ersten kontrollierten Feuer auf etwa eine Million Jahre vor Christus. Die frühesten bekannten Spuren fanden sie in Galiläa.
Von Israelnetz
Ausgrabungsstätte Gescher Benot Ja’akov

JERUSALEM (inn) – Wann fingen die Menschen an, Feuer aktiv zu entfachen? Israelische Archäologen haben nördlich des See Genezareth in einer Ausgrabungsstätte Fragmente von Holzkohle gefunden, die sie auf die Zeit vor rund 800.000 Jahren datieren. Das ist ein früher Hinweis auf das kontrollierte Entfachen eines Feuers durch den Frühmenschen.

Nutzung verschiedener Hölzer

Das Team um die israelische Archäologin Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität Jerusalem stellte 266 Fragmente von Holzkohle in der Ausgrabungsstätte Gescher Benot Ja’akov sicher. Normalerweise zerfalle Holzkohle im Laufe der Zeit. In diesem Fall jedoch seien die zahlreichen Fragmente von den Sedimenten eines längst versiegten Sees konserviert worden, erklärt die Wissenschaftlerin.

Um Feuer zu machen, benutzten die Frühmenschen verschiedene Hölzer, wie die Untersuchung der Holzkohle ergab. Unter anderem identifizierten die Forscher Eschen-, Weiden- und Olivenholz. Wahrscheinlich sammelten die Bewohner Treibholz, das ans Ufer geschwemmt wurde und nutzten es als Brennstoff für das Feuer. 

Fisch über dem Feuer zubereitet

Schon in der Vergangenheit gab es Funde, die auf eine frühe Nutzung von Feuer hinweisen, erklärte Goren-Inbar gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“. So habe man auch Fischzähne, die der Hitze ausgesetzt waren, entdeckt: „Ein Hinweis darauf, dass der Fisch gekocht wurde.“ Mit der Entdeckung der Holzkohle habe man nun einen weiteren Beweis gefunden, dass schon die Frühmenschen kontrolliert Feuer machten. (mw)

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11 Kommentare

  1. Jesus Christus hat für seine Jünger in
    Das Kohlenfeuer (Johannes 21,9): Als die Jünger nach einer erfolglosen Fischnacht an Land kommen, sehen sie dort „ein Kohlenfeuer mit Fischen darauf, auch Brot lag dabei

    2
  2. Das, Christian Richter, ist aber nur ein Augenzwinkern des Ewigen her.
    Eine Million Jahre sind eine ganz andere Hausnummer.
    SHALOM

    24
    1. @Klaus
      Danke für Ihren Hinweis auf das „Augenzwinkern des Ewigen“! Es wäre schön, wenn Frau Prof. Goren-Inbar Ihre treffliche Bemerkung lesen könnte . . . 😉👍

      24
  3. Wissenschaft ist eine hochgerechnete Wahrscheinlichkeit. Die Mathematik ist intern richtig (die Rechnung geht auf). Ob die Mathematik die gesamte Realität abbildet, bleibt eine Frage der Interpretation. Ich vertraue der Bibel mehr, weil Gott nicht interpretiert sondern die Fakten aus erster Hand kennt. Aber Gott nennt uns nicht alle Details sondern nur das, was für uns tatsächlich wichtig ist, zB. dass das Leben nicht durch Zufall sondern durch Schöpfung entstanden ist.

    7
  4. Herzlichen Dank für diesen Beitrag! 👍

    Frau Prof. Goren-Inbar (77) und ihre Mitarbeiter sind großartige Archäologen und Paläo-Anthropologen. Welch eine mühevolle, nervenaufreibende (Kleinst-)Arbeit! Um so schöner, wenn es gelingt, eine so spektakuläre Entdeckung zu machen.

    Wer sich für dieses Gebiet der Archäologie interessiert, könnte sich den im Internet zugänglichen Forschungsbericht dazu ansehen (open access). – Ich möchte daraus, ergänzend zum Israelnetz-Artikel, ein paar kurze Abschnitte zitieren (das Englisch ist nicht allzu schwierig):

    Quaternary Science Reviews
    „Paleoenvironmental and behavioral insights into firewood selection by early Middle Pleistocene hominins“
    [by] Ethel Allué, Naama Goren-Inbar, Yoel Melamed, etc.

    HIGHLIGHTS
    – Charcoal was recovered from the Acheulian site of Gesher Benot Ya’aqov.
    – Analysis identified early Middle Pleistocene trees, shrubs, sedges and reeds.
    – Taxonomy included Fraxinus, Vitis, Olea, Quercus, Pistacia, and Punica granatum.
    – Identified habitats included lakeshore, open woodland, and semi-open woodland.
    – Acheulian hominins gathered firewood from available driftwood.

    Fortsetzung beabsichtigt . . .

    23
  5. Fortsetzung . . .
    Ich beschränke mich auf die Zusammenfassung.

    ABSTRACT
    „The control of fire offered early hominins significant advantages, yet its identification in early archaeological sites is challenging. A new anthracological study at the early Middle Pleistocene site of Gesher Benot Ya’aqov (GBY) offers valuable insights from an exceptionally large assemblage of charcoal. Taxonomic analysis reveals a diverse range of habitats, including species such as Fraxinus, Salix, Vitis, Nerium, Olea, Quercus, Pistacia, and Punica granatum.
    The charcoal exhibits greater taxonomic diversity than other plant remains from the site (wood, seeds, fruits), and this high diversity is notably spatially concentrated within a specific charcoal cluster.
    The charcoal from GBY reveals habitual firewood gathering, likely driven by the availability of lakeshore driftwood.
    The demanding task of maintaining fires likely shaped hominin base camp selection. The GBY hominins repeatedly occupied the lakeshore, choosing this specific point in the landscape not only due to the availability of raw materials, fauna, flora, and fresh water, but also to the availability of firewood.“

    Ich freue mich sehr, dass hier öfters auch über die vielfältige Forschung in Israel berichtet wird. Mit großem Interesse habe ich vor einigen Wochen den Artikel „Prähistorische Kunst zeigt: Mathematik kam vor der Schrift“ gelesen. – Welche hervorragenden Wissenschaftler und Forscher dieses Land hat! – Chapeau bas !

    26
  6. In 1. Mose 4 wird beschrieben, dass Kain und Abel Gott Opfer brachten. Feuer wird nicht explizit erwähnt, aber es ist naheliegend, dass es sich um Feuer-Opfer handelte. Dann hätte also bereits mindestens die zweite Generation der Menschen das Feuer kontrolliert. Sehr naheliegend finde ich deshalb auch, dass bereits Adam und Eva mit Feuer umgegangen sind.
    Ich bin an (prä)historischen Entdeckungen interessiert, sie tragen zu unserem Verständnis unserer Welt und Menschheitsgeschichte bei.
    Wenn allerdings von der sehr hypothetischen Annahme ausgegangen wird, dass der Mensch seine Existenz primitiv begonnen haben soll und sich seitdem immer höher entwickelt habe, und man deshalb versucht herauszufinden, welche elementaren Fähigkeiten und Fertigkeiten des Menschen wann erstmalig erworben bzw. ausgeführt wurden, dann entsteht damit eine Diskrepanz zur Harmonie vom biblischen Schöpfungsbericht und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber evolutionistischen Erklärungsversuchen. Ich entscheide mich für das, was im Einklang mit der Bibel steht.
    „Eine Million Jahre vor Christus“ klingt schon fast lustig, ich bitte die Redaktion um Nachsicht für diese Aussage. Entweder glaube ich an Jesus Christus und eine biblisch präsentierte und naturwissenschaftlich naheliegende Erdgeschichte von einigen Tausend Jahren, oder ich glaube an Millionen von Jahren (Menschheits)geschichte. Aber beides zusammen in einem Satz kausal miteinander verknüpft?

    7
  7. Die kausalen Zusammenhänge,Andy, entstehen dann,wenn man bereit ist, den eigenen Horizont zu verlassen und versucht, in kosmischen Maßstäben zu denken, so wie der Ewige es seit unendlicher Zeit praktiziert.
    Dafür ist zwar ein bisschen Brainstorming und etwas unkonventionelles Denken erforderlich, aber wenn sie es riskieren, werden sie verblüfft sein zu welchen Verknüpfungen Sie zwischen dem Ewigen und der Evolutionstheorie kommen. Ich habs schon gemacht, und ich bin recht zufrieden trotz einiger kleiner Lücken oder
    Widersprüche, da ich weder Theologe noch Naturwissenschaftler bin .
    Probieren Sie es mal, mit den Möglichkeiten zu jonglieren, es macht sehr viel Spaß und mit Sicherheit ein wenig weiser.
    SHALOM

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    1. Klaus, mindestens rückblickend bin ich für jede Horizonterweiterung in meinem Leben dankbar. Tatsächlich :-).
      Und ich bin mir bewusst, dass ich selbst mit intensivstem lebenslangen Lernen noch lange nicht an die Grenzen des Erforschbaren gelangen werde, ob studierter Theologe/Naturwissenschaftler oder nicht.
      Als Christ nehme ich die Bibel beim Wort. In ihr lassen bestimmte Zeitangaben Interpretations-Spielräume zu, andere nicht. Dies betrifft z.B. den Schöpfungsbericht mit sechs Tagen Schöpfung und dem siebten Tag als Ruhetag. In den 10 Geboten (Sabbatgebot) und durch Jesus Christus im Neuen Testament wird darauf Bezug genommen, und zwar in einer Weise, die stichhaltig keine andere Interpretation zulassen, als dass hier tatsächlich diese Anzahl Tage (mit 24 Stunden) gemeint sind. Damit wird die Menschheitsgeschichte seit Adam auf mehr oder weniger 6000 Jahre begrenzt. Was davor passierte (in der „Ewigkeit vor der Zeit“) wird in der Bibel so gut wie gar nicht offenbart. Wenn ich annehmen würde, dass es dort bereits eine physische Schöpfung inklusive Menschen („Frühmenschen“) gegeben hätte, dann bräche die neutestamentliche Lehre von Sünde und Erlösung, die sich kausal auf die alttestamentlichen Berichte bezieht, zusammen.
      Die klassische Evolution postuliert: KEIN Schöpfer, KEINE zielgerichtete Entwicklung, „von primitiv zu komplex“ usw. Die Bibel sagt das Gegenteil: Gott hat perfekt erschaffen, seit dem Sündenfall geht es „bergab“. Letzteres ist naturwissenschaftlich nachweisbar. Mit diesem Hintergrund hatte ich obigen Artikel gelesen.

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  8. @Klaus
    Danke für Ihren sehr lesenswerten Kommentar. 👍

    Ich habe im Januar Ernst P. Fischers Max-Planck-Biografie gelesen. Wie nicht wenige Naturwissenschaftler war Planck ein erfolgreicher, ja berühmter Forscher und – Christ.
    Seine kleine Schrift „Religion und Naturwissenschaft“ ist mir am Ende meines ersten Studienjahres von einem Kommilitonen geschenkt worden. Planck spricht da über Religion in einer Weise, die ich in höchstem Maße respektiere.
    Mir kommt es schon bemerkenswert vor, dass Naturwissenschaft (vor allem Physik, so scheint mir) und Religion in nicht wenigen Menschen harmonisch miteinander verbunden sind.
    —–
    Ich breche ab, weil es mir nicht gelingen will, das Wesentliche auszudrücken. – Um es auf eine Formel zu bringen: Sie, @Klaus, und der Physiker Max Planck sind Verwandte im Glauben an den Ewigen.
    Theodor Fontane hat in einem ganz anderen Zusammenhang gesagt: „Das ich ein weites Feld . . .“

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    1. Alida und Andy, wenn selbst der große Stephen Hawking sagt, Gott würfelt nicht, lohnt sich die Spielerei mit den Möglichkeiten durchaus. Auch Planck hat so gespielt, selbst Hubble hat sich dem nicht verschlossen, und selbst Einstein, der nach eigenem Bekunden nicht an einen personifizierten Gott glaubte,
      spielte mit den Möglichkeiten einer übergeordneten Macht. ,,Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind“ ist eines seiner Zitate.
      Man kann nie wissen…………
      SHALOM

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