Im Regen und ohne Tore: Die erste Begegnung zwischen der saudischen und palästinensischen Fußballmannschaft im Westjordanland

Im Regen und ohne Tore: Die erste Begegnung zwischen der saudischen und palästinensischen Fußballmannschaft im Westjordanland

Saudische Fußballer spielen erstmals im Westjordanland

Zum ersten Mal in der Geschichte spielt eine saudische Nationalmannschaft auf palästinensisch verwaltetem Boden. Einige sehen darin Unterstützung für die „palästinensische Sache“. Andere werten es als Normalisierung der Beziehungen zu Israel.

AL-RAM (inn) – Erstmals hat die saudi-arabische Fußball-Nationalmannschaft im Westjordanland gegen das palästinensische Team gespielt. Am Dienstag trennten sich die Mannschaften im Faisal al-Husseini-Stadion der Stadt Al-Ram nahe Jerusalem mit einem torlosen Unentschieden. Es war ein Qualifikationsspiel sowohl für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar als auch die Asienmeisterschaft 2023.

Das Ereignis bricht mit der Norm, denn die Saudis ließen ihre Spieler bisher nicht in den palästinensisch verwalteten Gebieten antreten. Grund ist, dass sie für die Einreise eine Erlaubnis Israels einholen müssen. Einige betrachten dies als Anerkennung Israels.

Unterstützung für wen?

Die Saudis reisten auf Einladung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an. Der Chef des palästinensischen Fußballverbandes, Dschibril Radschub, zeigte sich hocherfreut über die Austragung des Spiels. Es zeige Riads Unterstützung für die palästinensische Sache.

Die Israelboykottbewegung BDS hingegen teilte mit, sie könne sich den Schritt nur „im Kontext einer Normalisierung“ erklären und nannte dies „gefährlich“. Sie zieht Vergleiche zur Tendenz arabischer Staaten, israelische Sportler verschiedener Disziplinen die Teilnahme an Wettkämpfen auf ihrem Boden zu erlauben – wie beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Oman. Insgesamt sei eine Zunahme politischer Zusammenarbeit zu beobachten. Der Besuch des saudischen Teams sei „Teil der Versuche, das palästinensische Anliegen durch den US-israelischen sogenannten Deal des Jahrhunderts zu liquidieren“.

Der katarische Sender „Al-Dschasira“ zitiert und übersetzt zudem beispielhaft Kommentare palästinensischer Twitter-Nutzer. Einige schreiben unter dem Hashtag „Normalisierung ist Verrat“ Dinge wie: „Verdammt seien das saudische Team und diejenigen, die es eingeladen haben.“ Sie kritisierten auch den Besuch einiger arabischer Spieler auf dem Tempelberg unter dem Schutz israelischer Sicherheitskräfte.

Enormer Andrang

Der saudische Fußball-Chef Jasser al-Maschal sagte hingegen: „Ich habe schon viele Länder besucht, aber ich habe nirgends dieses Maß an Liebe, Wertschätzung und Gastfreundschaft erfahren wie in Palästina.“ Die 8.000 Tickets wurden kostenlos vergeben. Nach Schätzung des israelischen Senders „Kanal 12“ kamen aber circa 20.000 Zuschauer. Die Fans sangen laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Gott, Palästina und Jerusalem sind arabisch.“

„Palästina“ spielt für die WM-Qualifikation in Gruppe des asiatischen Fußballverbandes AFC. Angeführt wird diese zur Zeit von Usbekistan mit 6 Punkten aus drei Spielen, gefolgt von Saudi-Arabien (5). Die Palästinenser (4) rangieren auf dem dritten Platz. In die nächste Qualifikationsrunde kommen die Sieger der acht Gruppen sowie die vier besten Zweitplatzierten.

Von: tk

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