Verunglückte aus noch unbekannter Ursache mit einem Kleinflugzeug: Chaim Geron

Verunglückte aus noch unbekannter Ursache mit einem Kleinflugzeug: Chaim Geron

Zwei Tote bei Flugzeugabsturz

Vor der griechischen Küste stürzt ein Kleinflugzeug ab, die beiden israelischen Insassen sterben. Brisant: Einer von ihnen war Zeuge in einem Prozess gegen den ehemaligen Premier Netanjahu.

ATHEN (inn) – Beim Absturz eines Kleinflugzeuges in Griechenland ist am Montag ein israelisches Ehepaar ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich vor der Insel Samos nahe der Türkei. Offenbar hatte das einmotorige Flugzeug vom Typ Cessna 172 technische Probleme und war vom Radar verschwunden. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf griechische Medien. Die beiden Leichen wurden von der Küstenwache geborgen und sollen nach Israel überführt werden.

Bei den Unfallopfern handelt es sich um Chaim und Esti Geron. Die beiden 69-Jährigen waren am Nachmittag von Haifa abgeflogen. Chaim Geron hatte als Zeuge in einem der Korruptionsprozesse gegen den früheren Regierungschef und heutigen Oppositionsführer Benjamin Netanjahu (Likud) ausgesagt.

Anfangs gab es vier Verfahren gegen den Likud-Politiker, die „Akte 3000“ wurde mittlerweile eingestellt. Geron wurde im Zusammenhang mit der „Akte 4000“ als Zeuge aufgerufen. Dabei wird Netanjahu Machtmissbrauch vorgeworfen, als er von 2014 bis 2017 gleichzeitig Regierungschef und Kommunikationsminister war. Konkret geht es um die Förderung geschäftlicher Interessen von Schaul Elovitsch, dem Investor der Telekommunikationsgesellschaft Besek.

„Gericht legt fest, ob etwas kriminell ist“

Geron hatte in der Vergangenheit verschiedene hohe Positionen in dem Ministerium inne. Unter anderem war er Generaldirektor für Technik und Zulassung. Zu seinem Erscheinen vor Gericht sagte er im Mai 2020 dem Radiosender „103FM“, er habe über Glasfaserinfrastruktur in Israel, die Kommunikationsindustrie und Telefondienste ausgesagt. Auf die Frage, ob er jemals Zeuge einer kriminellen Aktivität im Ministerium geworden sei, antwortete er: „Nur das Gericht kann festlegen, ob etwas kriminell ist oder nicht.“

Der Prozess gegen Netanjahu wurde am Montag nach dreimonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Dabei war erneut der ehemalige Leiter der Nachrichtenseite „Walla“, Ilan Jeschua, vorgeladen. Er hatte im April erzählt, wie das Amt des Premierministers die Berichterstattung von „Walla“ beeinflusst habe. Gerons Tod indes dürfte den Prozess nicht beeinträchtigen, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

Von: eh