Bereits 17 Israelis sind am neuen Coronavirus erkrankt

Bereits 17 Israelis sind am neuen Coronavirus erkrankt

Israels Kampf gegen Corona

In Israel sind mittlerweile 17 Menschen am Coronavirus erkrankt. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, sind Purim-Partys abgesagt. Inzwischen haben auch die Palästinenser den Notstand ausgerufen, Bethlehem ist abgeriegelt.

JERUSALEM (inn) – Das Coronavirus breitet sich in Israel immer weiter aus. Am Donnerstag stieg die Zahl der Infizierten auf 17. Mittlerweile hat das Virus auch das Westjordanland erreicht. In einem Hotel in Bethlehem sind sieben Angestellte erkrankt. Das teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit. Daraufhin rief Palästinenserpräsident Mahmud Abbas den Notstand für das gesamte Verwaltungsgebiet der Autonomiebehörde aus. Die Notverordnung gilt für einen Monat.

In Absprache mit den palästinensischen Behörden riegelte die israelische Armee zusätzlich Bethlehem komplett ab. Wie das israelische Militär mitteilte, ist es nun nicht mehr möglich, die Stadt zu betreten oder zu verlassen.

Der Notstand schränkt das öffentliche Leben im Westjordanland stark ein. Vier Wochen lang bleiben alle Bildungseinrichtungen geschlossen. Nationalparks sowie „touristische und religiöse Bereiche“ sind ebenfalls nicht mehr zugänglich. Bereits gebuchte Hotelübernachtungen werden storniert. Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Außerdem gibt es ein Verbot von Zusammenkünften jeglicher Art. Bereits seit Donnerstag ist die Geburtskirche in Bethlehem geschlossen. Vom Notstand im Westjordanland sind rund 2,9 Millionen Palästinenser betroffen.

Purim-Partys sind abgesagt

Bereits seit einiger Zeit herrscht ein Einreiseverbot für Staatsbürger aus ostasiatischen Ländern, seit Freitagmorgen auch aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien. Einreisen werden nur gestatten, wenn strenge Quarantäneregeln eingehalten werden.

Israelis sprechen von einer seltsamen Stimmung im Land. Viele kennen Personen, die unter „Hausarrest“ stehen, sich also in Heimquarantäne befinden. Die Hilfsbereitschaft, einander zu unterstützen und zu versorgen, ist groß. Insgesamt überwiegt das Verständnis für die Situation; viele versuchen, es mit Humor zu nehmen. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Einer sagt, dass die Regierung Israel nun „endgültig zu einer Insel“ erklärt habe.

Das Gesundheitsministerium hat alle Großveranstaltungen ab 5.000 Menschen abgesagt. Betroffen sind davon auch die legendären Purim-Partys auf dem Schuk in Jerusalem und in dem Stadtviertel Nachla'ot. Das Purim-Fest findet in diesem Jahr am 8. und 9. März statt. Viele befürchten, dass nun auch der Schuk aus Mangel an Touristen zeitweise komplett schließen wird.

Von einem besonderen Verbot sind derweil Soldaten und medizinisches Personal betroffen. Diese dürfen das Land nicht mehr verlassen. So soll verhindert werden, dass sie sich im Ausland mit dem Coronavirus infizieren.

Corona mit Auswirkungen auf Netanjahu-Prozess?

Laut Medienberichten erwägen Behörden, einen generellen Notstand in Israel auszurufen. In diesem Fall würden auch Gerichtsverhandlungen nicht mehr abgehalten werden können. Betroffen wäre von dieser Regelung auch der Prozess wegen des Korruptionsverdachtes gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu, der Mitte März beginnen soll.

Von: mas