Hat sich dem jüdischen Glauben zugewandt: Linor Abargil (Archivbild)

Hat sich dem jüdischen Glauben zugewandt: Linor Abargil (Archivbild)

Ehemalige Miss World vor dem belgischen Parlament

Die Israelin Linor Abargil hat eine Mission: Opfern von sexueller Gewalt ins Leben zurückverhelfen. Die Miss World 1998 weiß, wovon sie spricht. Das hat sie auch dem belgischen Parlament erzählt.

BRÜSSEL (inn) – Sie will Frauen helfen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind: die ehemalige Miss World Linor Abargil. Denn wenige Wochen vor ihrer Wahl zur schönsten Frau der Welt wurde sie selbst vergewaltigt. Nun hat die Israelin vor dem belgischen Parlament gesprochen.

„Die Opfer müssen über das sprechen, was passiert ist, sogar über die allerkleinsten Einzelheiten“, sagte Abargil bei ihrer Rede vergangene Woche in Brüssel. „Ihre Umgebung muss mit ihnen sprechen und darf nicht den Blick senken, denn das wird in ihnen ein fortwährendes Opfergefühl auslösen.“

Dass Vergewaltigungsopfer ihr Schweigen brechen und dadurch Heilung erfahren, ist ihr größtes Ziel. Deshalb reist sie durch die Welt, um betroffenen Frauen zu begegnen. Und deshalb hat Cecilia Peck den Film „Brave Miss World“ produziert. Er erzählt Abargils Geschichte und lässt weitere Opfer zu Wort kommen. Das Magazin „Der Spiegel“ schrieb dazu 2014: „Der Film ist Mutprobe und Therapie in einem. Die Scham ist oft größer als der Schmerz; und der Ekel vor sich selbst ist mächtiger als die Wut auf den Täter.“

Botschafterin würdigt Abargils Engagement

Vor ihrer Rede im Kongressraum im föderalen Parlament wurde der Film gezeigt. Senatoren, Abgeordnete, Mitarbeiter und Wissenschaftler ließen sich darauf ein, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot" berichtet. Veranstalter waren die israelische Botschaft in Belgien und Senatspräsidentin Christine Defraigne. Diese sprach ebenso zu den Gästen wie Botschafterin Simone Frankel.

Nach Angaben der Botschaft war es die erste gemeinsame Veranstaltung mit dem belgischen Parlament, bei der es nicht um die Scho'ah ging. Frankel würdigte Abargils Dienst: „Ich meine, dass Linor etwas Mutiges und Wichtiges tut. Ich meine, dass gerade starke Frauen zum Gespräch über das Thema ermutigen müssen. Dass ihr der Status als Miss World hilft, um Opfer von sexuellen Angriffen zum Reden und Klagen zu ermutigen, ist nachahmenswert.“

Vom Reiseagenten vergewaltigt

Linor Abargil wurde 1980 in der israelischen Küstenstadt Netanja geboren. Mit 18 Jahren war sie als Model in Italien tätig. Da ihr die Arbeit nicht mehr gefiel, wollte sie nach Israel zurückkehren. Sie nahm das Angebot ihres israelischen Reiseagenten an, sie zum Flughafen zu fahren. Unterwegs hielt er an, knebelte sie und vergewaltigte sie zweimal. Sieben Wochen später wurde die junge Israelin auf den Seychellen zur Miss World 1998 gekürt – als der Juror ihr das Diadem aufsetzte, brach sie in Tränen aus. Der Täter wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Abargil ist mittlerweile jüdisch-orthodox, trägt lange Röcke und bedeckt ihr Haar. Im Glauben hat sie nach eigener Aussage Halt gefunden. Auch ihr Ehemann ist streng religiös.

Von: eh

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