Freiwilligendienst für arabische Jugendliche in Israel

Arabische Jugendliche sind nicht zum Wehrdienst verpflichtet. Führende arabische Politiker setzen sich aber jetzt für einen Freiwilligendienst nach der Schulzeit ein. Stadtverwaltungen sollen ihn unabhängig vom nationalen Zivildienst organisieren.
Der Vorsitzende des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“, Ajman Odeh, befürwortet den Freiwilligendienst für arabische Jugendliche
Der Vorsitzende des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“, Ajman Odeh, befürwortet den Freiwilligendienst für arabische Jugendliche

JERUSALEM (inn) – Führende arabische Politiker in Israel haben sich zum ersten Mal für einen Plan ausgesprochen, der nach der Schulzeit einen Freiwilligendienst für arabische Jugendliche vorsieht. Ein Großteil der jüdischen und drusischen Israelis leistet in dieser Zeit ihren Militärdienst. Arabische Israelis sind nicht dazu verpflichtet.

Arabische Stadtverwaltungen sollen das Programm für die Jugend organisieren, meldet die Online-Zeitung „Times of Israel“. Es werde aber nicht Teil des nationalen Zivildienstes sein, bei dem Freiwillige für ein oder auch zwei Jahre in Gemeinschaftsschulen, Krankenhäusern oder beim öffentlichen Dienst aushelfen. Das habe langjährige politische Gründe, da der Zivildienst von arabischer Seite mit dem Verteidigungsministerium in Verbindung gebracht werde.

Politische Unterstützung für Freiwilligendienst

Vergangenen Donnerstag hatte der Vorsitzende des arabischen Parteienbündnisses „Vereinigte Liste“, Ajman Odeh, gemeinsam mit den Parlamentariern Masud Ganaim und Dschamal Sahalka den Plan für den Freiwilligendienst bei einer Diskussion in Kafr Kassem unterstützt. Die Idee geht auf zwei Nichtregierungsorganisationen zurück. Der „Abraham-Fonds“, der sich für die arabisch-jüdische Koexistenz einsetzt und das arabisch-jüdische „Zentrum für Gleichheit, Mitwirkungsmöglichkeit und Zusammenarbeit“, stellten das Konzept bei der Diskussion vor.

Bereits seit einem Jahr läuft ein Pilotprojekt, an dem 160 Jugendliche aus sechs arabischen Städten teilnehmen. Darunter befinden sich auch beduinische Gemeinden. Die Finanzierung läuft über die Stiftung der Familie Rothschild, „Jad Hanadiv“. Der „Abraham-Fonds“ will sich zur weiteren Finanzierung an das Sozialministerium wenden, sobald das Programm in mindestens zehn Städten angelaufen ist.

Von: mm

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