KOS (inn) – Zwei Palästinenser aus dem Gazastreifen sind in der vergangenen Woche durch das Ägäische Meer von der Türkei nach Griechenland geschwommen. Nach fast sieben Stunden erreichten sie die Insel Kos. Dabei legten sie in nächtlicher Dunkelheit eine Strecke von rund 8 Kilometern im offenen Meer zurück.
Bei den geflüchteten Palästinensern handelt es sich um Vater und Sohn aus Chan Junis im südlichen Gazastreifen. Sie sind 52 und 23 Jahre alt. Während des Gazakrieges waren sie vor einem Jahr zur medizinischen Behandlung nach Ägypten gekommen. Von dort reisten sie weiter in die Türkei.
Die Flucht über das Meer begann in der Nacht zu Freitag an der Küste von Akyarlar, nahe der türkischen Stadt Bodrum. Wie die Website „International Palestine Broadcast“ (IPB) berichtet, hatten die beiden nur Schwimmflossen und aufblasbare Schwimmreifen bei sich.
Auf dem Meer waren sie mit hohen Wellen und starker Strömung konfrontiert, „während Dunkelheit den Horizont verschluckte und jeder Stoß zu einem Kampf ums Überleben wurde“, schreibt PIB.
Angehörige alarmierten Menschenrechtsorganisationen
Vor der Morgendämmerung brach der Kontakt mit den beiden Palästinensern ab. Besorgte Angehörige alarmierten Menschenrechtsorganisationen. Denn sie befürchteten, die Schwimmer seien ertrunken. Die Fluchtroute ist besonders gefährlich und wird nur selten genutzt.
Gegen 10 Uhr Ortszeit erhielt die Organisation „Aegean Boat Report“ einen Anruf von den geflüchteten Palästinensern. Sie hatten Ausläufer des Paradiesstrandes auf Kos erreicht, waren erschöpft und dehydriert. Aus Furcht vor den Behörden versteckten sie sich im Gebüsch, obwohl sie dringend medizinische Hilfe benötigten.
Mitarbeiter von „Aegean Boat Report“ brachten sie nach Angaben der Hilfsorganisation zu einer Taverne. Dort wurden sie von der Polizei festgenommen. Ob sie in ein Krankenhaus oder ein Auffanglager für Migranten gebracht wurden, ist unbekannt.
Glückwünsche in Sozialen Medien
Die Geschichte wurde in den Sozialen Medien verbreitet. Die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“ zitiert Abed Imad aus Gaza, der auf Kos lebt: „Gott sei Dank seid ihr sicher angekommen. Aber aus der Erfahrung zahlen Leute zu viel, um Europa zu erreichen. Nachdem ich hier lebe, denke ich nicht, dass es wert ist, das Leben zu riskieren.“
Amir, der aus dem zentralen Gazastreifen stammt, schrieb: „Das haben sie gut gemacht. Wir taten es 2020 genauso. Ich wünsche ihnen Gesundheit, und Gott sei Dank, dass sie sicher sind.“ (eh)
14 Kommentare
Auch ich wünsche den beiden gute Gesundheit, dass sie ein Zuhause finden ohne Gewalt und Indoktrinierung und Sicherheit. Jeder, der den Fängen der Hamas entkommt, kann sich glücklich schätzen. Und dann noch diese Kraftanstrengung übers Meer bei völliger Dunkelheit. Chapeau! Gott sei mit ihnen.
Bei allem Respekt: „Den Fängen der Hamas entkommen“ trifft hier nicht den Kern. Die beiden sind nicht vor der Hamas geflohen, sondern vor israelischen Bomben. Sie haben ihr Leben riskiert und sind bei völliger Dunkelheit durchs Meer geschwommen, weil in Gaza Wohnviertel, Schulen und Krankenhäuser bombardiert wurden nicht weil sie sich vor der eigenen Verwaltung fürchteten. Wer die Fluchtursache der Hamas zuschreibt, blendet aus, wer tatsächlich die Bomben geworfen hat.
Können Sie eigentlich lesen? Von Gaza nach Ägypten. Fielen da auch Bomben, Ibo. Oder was war der Grund, dass er aus Ägypten „geflüchtet“ ist. Vor wem denn? Und dann die Türkei. Sind da auch israelische Bomben gefallen? Muss glatt an AL Jazeera, ARD und ZDF vorbei gegangen sein. Warum sind sie nicht in der Türkei geblieben, was spricht gegen die Türkei?
Wer die Fluchtursache Israel zuschiebt, blendet aus, dass die Bestie Hamas am 7.10.23 ihr Volk verraten und verkauft hat. Ohne den 7.10. wäre keine einzige Bombe auf Gaza gefallen. An jedem Tag hätte die Hamas den Krieg beenden können. Und wenn die Hamas die Gelder, die sie erhalten hat nicht in Geiseltunnel investiert hätte, sondern in Schutzbunker für die Bevölkerung hätte es tausende Menschenleben gerettet.
Warum verteidigen Sie die Hamas, Ibo
@Ibo
Bei allem Respekt; woher wollen Sie wissen, wovor die beiden geflohen sind? Es existiert nach meiner Recherche keine belasstbaren Informationen dazu.
—
Wer die Fluchtursache den Bomben zuschreibt, blendet aus, welch grausame Herrschaft die Hamas im Gazastreifen betreibt.
Bleiben wir also bitte bei den Tatsachen.
—
Es ist Tatsache, dass diese beiden wegen medizinischer Behandlung in Ägypten waren.
Es ist Tatsache, dass die Behandlung im Gazastreifen nicht vorgenommen werden konnte.
Es ist Tatsache, dass viele Milliarden in den Gazstreifen gepumpt worden sind.
Es ist Tatsache, dass das viele Geld nur zu einem sehr geringen Teil der Bevölkerung zu Gute kam.
Es ist Tatsache, dass die Bomben geworden wurden, weil es den 7.10.2023 gab.
etc.
Das alles lässt folgende Schlüsse ziehen:
Es ist möglich, dass die beiden vor der Hamas und ihrer Schreckenherrschaft geflohen sind.
Es ist möglich, dass die beiden vor den israelischen Luftangriffen und deren Folgen geflohen sind.
Es ist möglich, dass die beiden vor einer Kombination aus Krieg, Unsicherheit, wirtschaftlicher Not und politischen Umständen geflohen sind.
Sie, Ibo, glauben, was Sie möchten. Wissen ist etwas anderes und behaupten ist auch etwas anderes.
Ibo, bei allem Respekt, haben die beiden Ihnen das erzählt, oder haben Sie Quellen für Ihre Behauptung?
Wenn ja, heraus damit, ansonsten hak ich das unter Provokation ab, wohin ja auch Ihre Fokussierung auf Krankenhäuser, Schulen und Wohnviertel deutet.
Wer die Fluchtursache den Israelis zudeutet blendet aus, wer den Krieg mit einem Massaker begonnen hat, denn davor war es vergleichsweise ruhig.
Über die Motive für die Flucht der beiden spekuliere ich nicht.
@Ibo
Woher bitteschön, möchten Sie wissen, aus welchen Gründen die beiden nach Griechenland flohen?
Ich blende nichts aus. Aber Sie! Denn Sie erkennen nicht, dass Israel den Krieg gegen Hamas nicht aus Spaß am Töten begann, so wie es Hamas tat und immernoch tut. Wenn es den beiden Palästinensern so gut gefallen würde unter dem Hamas Terror, warum sind sie dann nicht zurück zu ihren Verwandten nach Gaza gegangen oder in Ägypten oder Türkei geblieben? Es gab keine Not, nach Griechenland zu schwimmen, es sei denn, man wollte sie wieder zurück ins Terrorland schicken.
Sie haben volkommen recht. Den Leuten muß geholfen werden. Am besten Schiff zu Verfügung stellen damit die sicher ankommen.
In der Türkei wollten/konnten/durften sie nicht bleiben ? Wo der grosse Palifreund Erdogan regiert ? Aber es stimmt , die sportliche Leistung ist beachtlich. Na dann, Mazel tov fürs weitere Leben !
Na ja, bei Erdogan sind halt die Palästinenser willkommen, die für Judenmord stehen, deshalb hält sich ja auch ein Teil der Hamasführung dort auf. Deswegen wurde auch Miss Tamimi dort von Erdogan empfangen.
Die beiden gehörten wohl nicht zu der Mordelite.
Acht Kilometer bei Dunkelheit und hoher Dünung ? Eine außerordentliche Leistung, das erforderte eine Menge Mut und ist aller Ehren wert. Die müssen ja ganz schön verzweifelt gewesen sein, das zu riskieren, wenn sie nicht in der Türkei bleiben wollten. Möge sich dieses Risiko bezahlt machen…….Mazal Tov, euch beiden.
SHALOM
Über Nähe oder Ferne zur Hamas wir erst einmal nichts berichtet. Hoffen wir mal das Beste. Mögen ihre Motive wirklich friedlich sein!
little brother, über ihre Motivation wird in der Tat nichts berichtet und in Spekulationen dahingehend ergehe ich mich nicht, ich finde nur die Leistung und die Risikobereitschaft sehr bewundernswert.
SHALOM
Ja, die körperliche Leistung der beiden Männer ist bewundernswert.
Irgendwie irritiert mich diese Geschichte.
Natürlich ist es gut, dass Vater und Sohn Kos erreicht haben, der Satz „….. reisten sie von Ägypten weiter in die Türkei“ verringert meine Irritation nicht – sie „reisten“, ohne Reisepass?
Der „in Kos lebende Abed Imad aus Gaza“ ist der Meinung, es lohne sich nicht, für eine Flucht nach Europa das Leben zu riskieren. Es scheint ihm nicht zu gefallen auf Kos… .
One