ESC: Israelischer Delegationsleiter nach Platz 2 erleichtert

Beim ESC wiederholt der Israeli Bettan die gute Platzierung aus dem Vorjahr. Diesmal tragen auch die Jurys dazu bei. Die Siegerin zeigt ein Herz für Israel.
Von Israelnetz

WIEN (inn) – Zum zweiten Mal in Folge hat Israel beim Eurovision Song Contest (ESC) den zweiten Platz belegt. Nur die Bulgarin Dara erhielt am Samstagabend in Wien eine höhere Wertung als Noam Bettan mit seinem Lied „Michelle“.

Anders als im vorigen Jahr bei Juval Raphael trugen die Jurys viel zur guten Platzierung des israelischen Sängers bei. Insgesamt bewerteten sie Bettans Auftritt mit 123 Punkten. Davon kamen 12 Punkte aus Polen, 8 aus Albanien, 7 aus Armenien und 6 aus Georgien. Nach der Bekanntgabe der Jury-Wertung lag Israel auf Platz 8; im vorigen Jahr war es der 14. Rang gewesen – mit 60 Punkten von den Länderjurys.

Mehr Länderjurys für Israel

Bettan erhielt Punkte von 22 der 34 Jurys, bei Raphael waren es 14 von 36 Jurys gewesen. Erst die Zuschauer katapultierten sie auf den 2. Rang – sie erhielt die Höchstzahl von 12 Punkten aus zwölf Ländern. Dabei konnte jede Person 20-mal abstimmen, dies wurde für den diesjährigen Wettbewerb auf 10 reduziert.

Beim Wettbewerb in Wien kamen je 12 Punkte für Israel aus der Zuschauerschaft von sechs Ländern: Aserbaidschan, Deutschland, Finnland, Frankreich, Portugal und der Schweiz. Bettan belegte hier den 3. Platz. In der Gesamtwertung hatte er am Ende 343 Punkte.

Den Sieg holte sich erstmals in der 70-jährigen Geschichte Bulgarien mit 516 Punkten. Sängerin Dara, die mit dem Lied „Bangaranga“ antrat, hatte vor dem ESC öffentlich Unterstützung für Bettan bekundet: In den Sozialen Medien versah sie ein Video von einer Probe des 28-jährigen Israelis mit „Gefällt mir“. Das nahm sie nicht zurück, obwohl Druck auf sie ausgeübt wurde, schreibt die Nachrichtenseite „Times of Israel“. Im Finale forderte die bulgarische Delegation dann israelische Kommentatoren auf, Daras Unterstützung für Bettan während der Übertragung zu erwähnen.

Wie seine beiden Vorgängerinnen Raphael und Eden Golan musste Bettan mit Buhrufen und anderen Protestäußerungen zurecht kommen. Doch der Leiter der israelischen Delegation, Joav Zafir, sagte dem Sender „Kanal 12“, die Atmosphäre sei vor der Bekanntgabe der Ergebnisse besser gewesen als in den beiden Vorjahren. „Es gab eine positive Veränderung, ohne riesige Hassbekundungen.“ Hinter den Kulissen habe es eine große Wertschätzung gegenüber Noam Bettan und seinem Lied gegeben.

Buhrufe, als Israel zwischenzeitlich auf Platz 1 stand

Weniger ruhig war es dann, als unklar war, ob Israel oder Bulgarien gewonnen hat: „In dem Augenblick, in dem wir führten und nicht klar war, ob Bulgarien uns überholen würde, war das Buhen aus der Menge immens“, schilderte Zafir die Atmosphäre. „Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir gewonnen hätten.“

Wegen der Feindseligkeit im Saal sei er selbst erleichtert gewesen, dass Israel den ESC nicht gewann. Auch habe er Bedenken, ob Israel in der Lage wäre, Gastgeber zu sein und dabei die Sicherheit und die Zukunft der Veranstaltung zu garantieren. Das Buhen im Saal symbolisiere etwas. „Wir müssen der Welt Israels Geschichte besser erklären.“

In diesem Zusammenhang verwies Zafir auf fünf Länder, die den Eurovision Song Contest boykottierten: Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien. Sie protestierten damit gegen Israels Verhalten im Gazakrieg, der durch das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde.

Die israelische Jury indes vergab ihre 12 Punkte an Australien. Darauf folgten Dänemark, Bulgarien, Finnland, Moldau und Griechenland. Von den Zuschauern erhielt Sieger Bulgarien 12 Punkte. 10 gingen an Australien, 8 an Moldau, 7 an Italien und 6 an Dänemark.

DIG: „Deutliches Signal“

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) reagierte erfreut auf Bettans gutes Abschneiden: Israels zweiter Platz beim Eurovision Song Contest sei „ein großartiger Erfolg für Noam Bettan und ein deutliches Signal an all jene, die Israel von der ESC-Bühne drängen wollten“, erklärte DIG-Präsident Volker Beck in einer Mitteilung. „Nach massiven Boykottkampagnen, dem Rückzug mehrerer Länder und anti-israelischer Hetze rund um Israels Teilnahme“ hätten europäische Jurys und Millionen Zuschauer gezeigt: „Israel gehört zum ESC.“ 

Kritisch äußerte sich die DIG über deutsche Medien: Sie feierten Bulgarien dafür, den ESC vor einem israelischen Sieg „gerettet“ zu haben, und beschrieben einen Sieg Israels als Gefahr für den Wettbewerb selbst. Das Gegenteil sei richtig: „Nicht ein israelischer Erfolg beschädigt den Eurovision Song Contest, sondern die Vorstellung, ein demokratisches Abstimmungsergebnis sei nur dann akzeptabel, wenn Israel nicht gewinnt.“

Versuche, Israel über Kulturboykotte aus internationalen Wettbewerben und Bühnen zu drängen, dürften gar nicht erst salonfähig werden. „Solchen antisemitisch motivierten Ausgrenzungsversuchen muss überall entschieden entgegengetreten werden – gerade dann, wenn sie sich als vermeintliche Sorge um Kunst, Kultur oder Verständigung ausgeben“, betonte die DIG. (eh)

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21 Kommentare

  1. Ich kann mich nach dem Publikums-Voting für den Israel-Beitrag im ESC nur der Einordnung im letzten Satz des Artikels der JA („Ein Mutmacher in trüben Zeiten“) anschließen:

    „Europas Bürger scheinen doch schlauer zu sein, als es so manchem »israelkritischen« Schreihals lieb sein mag. Das ist die Botschaft von Wien. Es bleibt zu hoffen, dass sie kommendes Jahr in Sofia weiterlebt.“

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  2. Ich finde das Lied von Israel hätte gewinnen müssen! Super gesungen mit Herz .Ich bin der Meinung das ist ein Sieger Lied und sollte mit der Politik nichts zu tun haben .tolles Lied !!

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  3. Sängerin Dara, eine wunderbare Frau. Schurkenstaaten Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien boykottieren.

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  4. Sehr bedenklich und gruselig ist die Einschätzung von Bettan:

    “ Wegen der Feindseligkeit im Saal sei er selbst erleichtert gewesen, dass Israel den ESC nicht gewann. Auch habe er Bedenken, ob Israel in der Lage wäre, Gastgeber zu sein und dabei die Sicherheit und die Zukunft der Veranstaltung zu garantieren.“

    Und leider sehr wahr und gleichzeitig ungemein tragisch und alarmierend das Statement der DIG zum Ergebnis des ESC:

    „Sie feierten Bulgarien dafür, den ESC vor einem israelischen Sieg „gerettet“ zu haben, und beschrieben einen Sieg Israels als Gefahr für den Wettbewerb selbst. Das Gegenteil sei richtig: „Nicht ein israelischer Erfolg beschädigt den Eurovision Song Contest, sondern die Vorstellung, ein demokratisches Abstimmungsergebnis sei nur dann akzeptabel, wenn Israel nicht gewinnt.“ „

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    1. Die zitierten Zeilen waren nicht das Statement der DIG, sondern die Kritik der DIG an den deutschen Medien.

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        1. @Caja
          Kein Widerspruch. Ich fand nur, dass das Statement der DIG eher als „absolut zutreffend“ bezeichnet werden sollte.
          „Alarmierend und ungemein tragisch“ ist aus meiner Sicht nicht das Statement der DIG, sondern der Zustand der Medien, die solche Beiträge produzieren oder verbreiten.

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  5. Ich habe mich riesig gefreut für Noam Bettan und für Israel. Er hat seinen Song auch sehr professionell rüber gebracht. Auch die Tänzerinnen, eine gelungene Darbietung. Und das bei dem vorangegangen Stress. Nun sollte er seinen Stimmlippen Erholung gönnen, ausruhen und sich erholen.

    Herzlichen Glückwunsch, Noam Bettan. Und Shalom an alle Juden und Jüdinnen, die sich mit ihm freuen.

    Eleonora

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  6. Beim ESC Platz 2 für Noam Bettan, eine Backpfeife für jeden Boykottierer, Buh-Rufer, Demonstranten und ein deutliches Signal an alle Israelhasser. Ich hab nur den Anfang geschaut aber beim Abstimmen geholfen. Bezeichnend, dass die meisten Punkte für Israel von den Zuschauern kamen. Israel, das 2. Mal den 2. Platz in Folge, Deutschland in Folge unter den schlechtesten.
    Herzlichen Glückwunsch an Noam Bettan, bester Song und keine Show, die als Darbietung das Lied überbot. 🤗

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  7. Der zweite Platz ist auch gut, insbesondere dann wenn die Umstände des Wettbewerbs nicht angenehm und positiv sind. Deutschland hat schlecht abgeschnitten. Ich kann mich noch an den ESC-Song Peep Peep Guido hat euch alle lieb.

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  8. Wie ich schon kommentiert habe, war ich überrascht, gerade aufgrund der geänderten Regeln beim Publikumsvoting.
    Das Publikum scheint eine formidable Resilienz gegen solche Versuche der Beeinflussung aufzuweisen. Auch an das Publikum meine Gratulation.
    SHALOM

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  9. Den kritischen Äußerungen der DIG über die deutschen Medien schließe ich mich an.

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  10. Das deutsche Publikum hat mit der 12 die beste Note für Israel abgegeben die Medien verfangen also nicht unbedingt bei der Bevölkerung, das hat in den letzten 2 Jahren sehr positiv für Israel abgestimmt! ESC gucke ich mir immer nur 3 Lieder an, wenn alles vorbei ist, seine Musik hat mir gefallen. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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  11. 🥂🥂🥂🍾🍾🍾🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱🇮🇱👍👍👍👍

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  12. Ich freu mich mit Israel, lief doch wirklich gut. Die nicht mitgemacht haben, für die gilt; „wer trutzt mit der Schüssel, schadet seinem eigenen Rüssel.“

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  13. Es war eine Freude, Noam Bettan singen zu hören. Ein richtiger „Ohrwurm“. So emotional. Der Hintergrund seines Songs wäre interessant. Die Übersetzung habe ich gefunden.
    Als Noam Bettan in der Liste immer weiter abrutschte, habe ich um ein Wunder gebetet. Schwupps di wupps war er auf Platz EINS, ich konnte es nicht fassen. Es hat mich so gefreut, dass wieder die Zuschauer ISRAEL nach oben zu befördern. Das ist ein „starkes Zeichen“ für die Israelis, und, ich bin mir sicher, daß dies in Israel registriert wurde.
    Traurig, dass dann „verstärkt“ die Buhrufe im Saal aufgetreten sind.
    Wie beschämend ist das denn für diese Menschen. Israel darf nicht die Nummer EINS sein? Einfach unglaublich.
    Die große Überraschung und Freude der Israelis zu sehen, war so herrlich.
    Ganz Israel freut sich mit ihm und seinem Team. Er hat es wirklich gut gemacht. Als zuletzt Platz EINS entschieden war, ist er sofort aufgestanden und hat für die Siegerin geklatsch. Hochanständig.
    So schön, dass er auch von Yuval
    Raphael begleitet und unterstützt wurde. Für sie war es im Jahr zuvor als Überlebende des 7. Okt. und mit dem widerlichen Verhalten von Zuschauern sicherlich ziemlich belastend gewesen. Umso mutiger, dass sie mit dabei war.
    Masel tov.

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  14. Ich schreibe es mal etwas unhöflich: so unsagbar viele Menschen haben in Europa den anti-israelischen Schreihälsen und Judenhassern den goldenen Mittelfinger gezeigt – gut so!

    Herzlichen Glückwunsch an Israel für den ausgezeichneten zweiten Platz.

    (Ich hätte ja zu gerne die Gesichter der Hasser gesehen, als Israel durch die Stimmen so vieler Europäer zweiter „Sieger“ wurde.)

    💙🤍🇮🇱
    🖤❤️💛🇩🇪

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  15. Kommentar meiner Tochter zum ESC (ich boykottiere den schon seit Jahren):
    Viel wackelnde Brüste, wenig bedeckte Haut. Unterdurchschnittliche Musik.
    Schade, dass Israel nicht den ersten Platz bekam, der Sänger war ein echter Lichtblick.

    Zum Artikel: Schade, dass Volker Beck seine *deutschen Medien* nicht ein wenig genauer beschrieben hat, ein unspezifischer Rundumschlag mit einem solchen Vorwurf ist seiner nicht würdig.

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  16. @ Agnes

    „Schade, dass Volker Beck seine *deutschen Medien* nicht ein wenig genauer beschrieben hat, ein unspezifischer Rundumschlag mit einem solchen Vorwurf ist seiner nicht würdig.“

    Ich meine, sein Statement hat auch so ausreichend deutlich und „würdigend“ den/die Adressaten und die damit verbundene Botschaft spezifiziert.

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  17. Ich unterstützte den israelischen Teilnehmer – in zum zweiten Mal und gratuliere. Cum grano sale habe ich jedoch auch wiederholt die offene General-Ablehnung der deutschen teilnehmenden Künstler erlebt, von denen keiner – wie viele andere Deutsche auch Lene Antisemiten sind. Mich eingeschlossen, bis ins letzte Glied meiner Vorfahren kein einziger faschist kein Antisemit. Ich bin enttäuscht dass aus Deutschland zum zweiten Mal 12 Punkte für Istael gegeben wurden, dafür kein einziger von Istael zurück an Deutschland. Stattdessen unverhohlene Häme. Und das lag sicher nicht an qualitativen Kriterien. Man will die Deutschen generell abstrafen, da können die einzelnen Menschen machen was sie wollen. (Ist „Bangaranga“ so viel besser als es „Balalala“ gewesen ist? Dass sich die unseren so freizügig zeigten war doch reine Verzweiflung)
    Den Israelhassern schenkt man sehr viel Aufmerksamkeit, Der ganze wohlmeinende Rest der reflektierten Deutschen wird ignoriert oder unter Generalverdacht gestellt. Bin enttäuscht und frage mich langsam wozu ich mich eigentlich für Israel einsetze. Auf Menschen wie mich legt man ganz offenbar keinen Wert. Wichtig sind nur die am lautesten schreienden Gegner. Auf Freunde kann man locker verzichten? Viel Feind viel Ehr? .

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  18. In der JA wurde ein sehr lesenswerter Artikel im Zusammenhang mit dem ESC veröffentlicht:

    „Wer ist »Michelle«? Das Geheimnis hinter Israels ESC-Song“.

    Es geht darum, dass dieser Song auch Interpretationsspielräume zulässt, die weit über die im Vordergrund stehende unglückliche Liebesgeschichte zweier Menschen hinaus geht.

    Wirklich sehr interessant! Und fraglich, ob die Veröffentlichung dieser Interpretations-Variante vor dem Wettbewerb die Platzierung des israelischen Beitrags verbessert oder ihr eher geschadet hätte.

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