NABLUS (inn) – Infolge der Siedlergewalt in der palästinensischen Ortschaft Kusra haben israelische Sicherheitskräfte erste Verhaftungen vorgenommen. Am Donnerstag nahm sie fünf Verdächtige fest, die sich an den Angriffen beteiligt haben sollen, darunter ein Wehrpflichtiger.
Nach eigenen Angaben nahm die Polizei zwei Verdächtige im Alter von 16 und 18 Jahren am Ben-Gurion-Flughafen fest. Sie waren auf dem Weg zur Pilgerstätte Uman in der Ukraine anlässlich des anstehenden jüdischen Neujahrs. Nach einer Befragung entließen die Sicherheitskräfte den 16-Jährigen und verordneten eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
Bei den anderen Festgenommenen handelt es sich um zwei 19-Jährige und einen 29-Jährigen. Einer der 19-Jährigen hatte sich auf einer Baustelle in der Siedlung Eli vor den Sicherheitskräften versteckt.
Weltweite Aufmerksamkeit
Am vergangenen Wochenende hatten sich extremistische Siedler in einem palästinensischen Wohnhaus verbarrikadiert. Der Armee rückte zwar an, nahm aber vorerst niemanden fest.
Die Gewaltaktion war eine weitere in einer Reihe von ähnlichen Vorfällen in den vergangenen Wochen. Staatspräsident Jizchak Herzog und der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) verurteilten die Vorfälle.
Die Siedlergewalt sorgt regelmäßig für weltweite Aufmerksamkeit. Viele Länder verurteilen die Taten und fordern ein beherztes Eingreifen von Israel.
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Herzog: Große Bemühungen, Gewalt einzudämmen
Am Mittwoch sagte Herzog dem amerikanischen Sender CNN, die Gewalttäter seien ein Schandfleck für den Staat Israel. Zugleich handele es sich um ein Randphänomen einiger „jugendlicher Missetäter“. Es gebe große Bemühungen der Behörden, derlei Taten zu unterbinden und Tatverdächtige festzunehmen.
Unterdessen geht die Armee auch weiter gegen palästinensische Terrorversuche vor. Am Donnerstag schloss sie einen zweitägigen Einsatz im Großraum Nablus ab. Dabei nahmen die Soldaten zehn Palästinenser fest und zerstörten Gerätschaften zur Waffenherstellung. (df)