RISCHON LEZION (inn) – Im Fall eines erschossenen Ehepaares geht die israelische Polizei mittlerweile von Doppelmord mit einem nationalistischen Hintergrund aus. Ein arabischer Israeli befindet sich in Untersuchungshaft. Anfangs hatten die Ermittler einen erweiterten Suizid vermutet.
Bei den Getöteten handelt es sich um Ruslan und Olga Prihodko aus Rischon LeZion. Sie wurden am vergangenen Freitag nahe Mischmar Ajalon zwischen Tel Aviv und Jerusalem tot aufgefunden. Am Morgen hatten der 46-Jährige und die 44-Jährige das Haus verlassen, weil sie nach eigenen Angaben einen Ausflug machen wollten.
Bei den Ermittlungen kamen der Polizei sehr bald Zweifel an der Theorie vom erweiterten Suizid. Denn die persönliche Schusswaffe von Ruslan befand sich nicht am Tatort. Und er hatte keine Schmauchspuren an den Händen.
Waffe im Safe entdeckt
Die Sicherheitskräfte ermittelten dann in Richtung Mord aus kriminellen Motiven, ließen aber auch diese Theorie fallen. Im Haus der Opfer wurde indes die Schusswaffe des Ehemannes im Safe entdeckt.
Zunächst nahmen die Ermittler fünf israelische Araber fest, die sich aber als unschuldig erwiesen. Am Mittwochabend wurde ein weiterer Verdächtiger in Gewahrsam genommen: ein 17-jähriger arabischer Israeli; er hat die Tat gestanden. Sein älterer Bruder war 2024 an einem tödlichen Ramm-Angriff an einer Bushaltestelle nahe Tel Aviv beteiligt, schreibt die Zeitung „Yediot Aharonot“.
Olgas Schwager Artjom sagte dem Blatt: „Wir wussten es von Anfang an, und jetzt ist es wichtig, dass die ganze Öffentlichkeit es erfährt: Dies war kein erweiterter Suizid. Jeder wusste, wer Ruslan und Olga waren – es ergab schlicht keinen Sinn.“
Die beiden hatten in der Ukraine geheiratet. Im Jahr 2000 wanderten sie nach Israel ein. Sie hinterlassen einen 14-jährigen Sohn. Nach Artjoms Angaben hatten die Prihodkos drei Flugtickets nach Österreich gekauft. Dort wollten sie am 12. Juni Olgas 45. Geburtstag feiern.
Schon vor dem Umschwenken in den Ermittlungen hatten Angehörige betont, diese Pläne sprächen gegen einen Suizid mit Mord. „Ruslan liebte seine Frau und seinen Sohn; sie waren immer zusammen und taten alles gemeinsam“, sagte der Schwager.
Für die Beisetzung am Mittwoch in Rischon LeZion reisten Ruslans Mutter und Schwester aus der Ukraine an. Olgas Mutter lebt hingegen in Israel. Sie sagte in einem Nachruf auf ihre Tochter bei der Beerdigung: „Dein Ehemann hat dich so sehr geliebt. Mache dir keine Sorgen, wir werden für das Kind und für alle sorgen.“ (eh)
Sollten Sie selbst von Suizidgedanken betroffen sein, suchen Sie sich umgehend Hilfe. Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner unter: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.
3 Kommentare
Oh je, der Sohn tut mir neben den Getöteten abgrundtief leid. Ich ist auch noch Einzelkind. Ich bin es auch und leide heute noch unter der Tatsache.
Olga und Rusland Prihodko waren aus der Ukraine nach Israel eingewandert. Vom Regen in die Traufe und der Feind immer derselbe. Indirekt, über Nordkorea, Iran, kommen die Waffen der Judenmörder aus der Volksrepublik China und Russland.
Den russischen Bomben entkommen, um in Israel von einem Terroristen ermordet zu werden, eine Tragödie.