Erhöhte Alarmbereitschaft an Grenze zu Gaza

In der Nacht auf Dienstag nimmt Israel einen hohen militärischen Leiter der Terror-Organisation „Islamischer Dschihad“ fest. Nun herrscht erhöhte Terrorgefahr an der Grenze zum Gazastreifen.
Von Israelnetz
Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Dschihad bei den Vorbereitungen für Raketenangriffe auf Israel (Archivbild)
Mitglieder der Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“ bei den Vorbereitungen für Raketenangriffe auf Israel (Archivbild)

JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee hat am Dienstag aus Sicherheitsgründen Straßen und Einrichtungen in der Nähe zum Gazastreifen gesperrt. In der Nacht zuvor nahm sie mehrere hochrangige Mitglieder der Terrorgruppe „Islamischer Dschihad in Palästina“ (PIJ) fest. Die Organisation kündigte „Reaktionen“ an.

Weitreichende Sicherheitsmaßnahmen

Am Dienstagmorgen tagte Israels Premierminister Jair Lapid (Jesch Atid) mit seinem Stellvertreter Naftali Bennett (Jamina), Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß / Neue Hoffnung) und Sicherheitsberatern, um die aktuelle Lage zu bewerten. Bereits zuvor ergriffen die Sicherheitskräfte weitreichende Maßnahmen.

Laut der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ wurde der Grenzübergang Eres zum Gazastreifen ebenso gesperrt wie mehrere Straßen, eine Zugstrecke, touristische Ausflugsziele und ein Strand in der Nähe der Grenze. Eine Schule in Sderot muss ihren Unterricht vorübergehend online abhalten, bis die Gefahrenlage unter Kontrolle ist.

PIJ-Kommandeur in Dschenin festgenommen

In der Nacht von Montag auf Dienstag nahm die israelische Armee bei Razzien im Westjordanland 14 Mitglieder des PIJ fest. Darunter waren der hochrangige Kommandeur Bassam al-Saadi und dessen Schwiegersohn. An ihrem Aufenthaltsort in Dschenin kam es zu einem Schusswechsel, bei dem ein 17-jähriger Palästinenser starb. Er hatte einen Sprengsatz auf die Truppen geworfen. Al-Saadi trug leichte Verletzungen durch einen Hundebiss davon.

Für den 62-Jährigen war es die achte Festnahme durch israelisches Militär. Als Angehöriger der obersten Führungsebene innerhalb der Terror-Organisation verbrachte er bereits 15 Jahre seines Lebens in israelischen Gefängnissen. Laut Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schabak war er zuletzt mit dem Aufbau von Terrortruppen im Westjordanland und besonders in Dschenin betraut. Insgesamt hat Israel in den vergangenen Tagen 50 Palästinenser wegen Terrorverdachts festgenommen. Sie werden derzeit vom Schabak verhört.

Vergeltungsschläge befürchtet

Ein Sprecher der Al-Quds-Brigaden, wie sich der militärische Arm des PIJ nennt, sagte, alle Truppen der Organisation stünden bereit, um auf „Aggressionen gegen Scheich Bassam al-Saadi und seine Familie in Dschenin zu reagieren“. Durch die Verkehrssperrungen will Israel die Zivilbevölkerung vor möglichen Anschlägen schützen. Mit Panzerabwehrraketen hat der PIJ in der Vergangenheit zivile und militärische Fahrzeuge angegriffen.

Der PIJ steht teils in Konkurrenz, teils in Kooperation mit der Terrorgruppe Hamas. Er ist die weit kleinere der beiden Organisationen und hat im Gegensatz zur Hamas kaum politische und karitative Strukturen aufgebaut. Dafür ist er aber militärisch gut gerüstet. Der „Islamische Dschihad“ steht dem Iran näher als die Hamas und enthält von dort Weisung und Unterstützung. (cs)

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Eine Antwort

  1. Das passt ja alles zusammen.
    USA töteten mit Drohne Al Kaida Führer und ein Hamas-Terrorist
    am Gazastreifen verhaftet, einer der schlimmsten Sorte.
    Dadurch wird es noch gefährlicher für Menschenleben.
    Und Taiwan? Der Chinese rüstet dort heute auf, als die Politikerin aus den USA
    anreiste.
    Fazit: Ziemlich brenzlig auf unserer schönen Erde.

    5

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