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Eine Kampfeinheit für religiöse Frauen

Die israelische Armee plant eine neue Einheit, die sich ausschließlich aus religiösen Frauen zusammensetzt. Das soll die Einhaltung des jüdischen Gesetzes erleichtern. Sie soll der Sittsamkeit dienen.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Noch in diesem Jahr möchten die israelischen Verteidigungskräfte eine Grenzschutz-Einheit gründen, die ausschließlich für religiöse Frauen bestimmt ist. Denn immer mehr jüdische junge Frauen haben den Wunsch, ihrem Land in Kampfeinheiten zu dienen. Auf diesen Trend wurde die Armee von Leitern religiöser Seminare hingewiesen.

Viele israelische Frauen studieren nach der Schule und vor dem Wehrdienst an einem Tora-Seminar. Dort äußerten sie vermehrt, dass sie Wehrdienst leisten möchten. Daraufhin forderten mehrere Seminarleiter eine geschlechterspezifische Einheit. Frauen sollen in der Lage sein, die Gesetze der Sittsamkeit auch im Militärdienst zu befolgen.

Die neue Initiative wird ein Teil des Feldaufklärungskorps sein und unter Mithilfe des Militärrabbinats und religiöser Berater gegründet. Die Zeitung „Makor Rischon“ berichtet, dass sich dieses Jahr bereits 3.500 gläubige Jüdinnen für den Wehrdienst gemeldet haben – von ihnen ein Zehntel für den Kampfeinsatz. An der Seite von männlichen Soldaten zu dienen, würde jedoch für diese Frauen zu einer Herausforderung, die mit ihrer Religion nicht vereinbar ist. Demnach soll die Einberufung im August einen Rahmen bilden, der interessierten Frauen spirituelle Unterstützung und Führung biete.

Wöchentliche Tora-Lektionen

Rabbi Ohad Taharlev leitet ein Seminar für Frauen – die Lindenbaum-Midrascha in Jerusalem. Er wird die Einrichtung der Einheit beraten und begleiten. Zudem steht den Rekrutinnen geistliche Begleiterin zur Verfügung. Sie dient als Reservistin und soll zweimal wöchentlich Tora-Lektionen für die Jüdinnen abhalten. So solle eine Umgebung entstehen, die deren religiösen Werte respektiere und sie dahingehend anleite.

Vor der Einberufung nehmen die Mädchen an Vorbereitungstagen für den Wehrdienst teil. Bereits rund 30 angehende Soldatinnen äußerten den Wunsch, der entstehenden Einheit bei ihrer Einberufung beizutreten.

Frauen, die beim israelischen Staat nicht als religiös anerkannt werden, sind zum Wehrdienst verpflichtet. Religiöse Frauen hingegen müssen sich nicht bei den israelischen Streitkräften melden – sie können auch Zivildienst leisten. (sbo)

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6 Responses

  1. Die Kampfeinheit für religiöse Frauen ist gut für Israel, fördert das Gemeinwohl.
    Ich wünsche allen Israelis mehr Zusammenhalt und dass jede / jeder. ob orthodox od. sekulär, sich gut versteht.
    Die IDF wird durch diese neue Kampfeinheit gestärkt, und die Zeiten sind dafür geschaffen, mehr Glauben an den Israelischen Erfolg zu schaffen, jede Zerstrittenheit muss beendet werden.
    Die IDF ist stark, und alle Christen/innen sollen ebenfalls ihren Beitrag für eine bessere, Israel-freundlichere Welt leisten. Die PRO-Israel-Zeit wird kommen…

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  2. Wie ich gestern schon schrieb: Frauen zeigen Männern, wie es geht!
    „An der Seite von männlichen Soldaten zu dienen, wäre mit der Religion und dem Gesetz nicht vereinbar.“ Wüsste gerne, wie dieses Gesetz heißt.

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    1. Auch ich finde bei allem Nachdenken keine Quelle, die Jüdinnen untersagt, an der Seite von Juden ihr Land zu verteidigen. Wie mir auch die Zwischenüberschrift der Redaktion „Einhaltung des jüdischen Gesetzes“ resp. „Sittsamkeit dienen“ nicht recht einleuchten will.

      Und: Bei allem Respekt vor den jungen Frauen. Sie in Gaza auf Terroristenjagt zu sehen – ich kann es mir nicht recht vorstellen. Wie ich ihnen auch den „Grenzschutz im Norden“, also an der libanesischen Grenze nicht unbedingt übertragen würde.

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      1. Ich würde mal das 3. Buch Mose empfehlen. Ist zwar kein Gesetzbuch des modernen Staates, aber die Grundlage auf derer sich die gläubigen Juden bewegen. Da steht zwar nicht drin den Militärdienst zu verweigern, wenn er nicht gleichgeschlechtlich ist, aber den Grund dafür, den könnten Sie finden, EJ

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  3. Aus grundsätzlichen Erwägungen bin ich für einen verpflichtenden Wehrdienst für tiefreligiöse Männer und Frauen..
    Es kann allerdings sein, dass der Kampfwert von tiefreligiösen Frauen ebenso gering bzw. letztlich nicht vorhanden ist, wie dies bereits bei Einheiten von tiefreligiösen Männern zu beobachten ist.
    Letztlich aber soll man die Hoffnung nicht aufgeben, dass aufgrund der äußeren Bedrohung des Staates Israel die tiefreligiösen Frauen und Männer in zunehmender Zahl Anzeichen von Normalisierung zeigen.
    Vor allem aber sollte man sofort die Einberufen, die sich an Aktionen radikaler Siedler gegen Araber (aber auch gegen europäische Besuchergruppen) beteiligen. Denn leider müssen auch diese religiösen Männer und Frauen nicht dienen.

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