Jedes Militär führt über feindliche Regime eine Liste von Schlüsselzielen, die sogenannte „Joint Prioritized Target List“. Ziele können Einzelpersonen, Abschussrampen, Hauptquartiere, Offiziersakademien, Bunker, Transportwege, Rüstungsfabriken, und vieles mehr sein. Wer oder was auf dieser Liste steht und was nicht, ist natürlich streng geheim.
Diese Ziele werden „aufgeklärt“. Das heißt, es wird erforscht, wer sich wo befindet und wie bewegt. Was ist wie gepanzert, verbunkert oder geschützt? Wer kommuniziert mit wem, und mit wem nicht? Alle verfügbaren Informationen werden miteinander verknüpft und Bewegungs-Kommunikationsmuster analysiert.
Im Kriegsfall wird diese Target-List „abgearbeitet“. Das heißt: nach Wichtigkeit und Verfügbarkeit angegriffen.
Im Falle des Iran bedeutete dies circa 25.000 Angriffe in 40 Tagen. Die ersten drei Führungsebenen des Regimes wurden entfernt. Die Revolutionsgarde (IRGC) operiert nun unkoordiniert und lokal zersplittert unter 32 Provinz-Warlords. Der iranische Raketenbestand ist zwar noch signifikant, aber verschüttet, genau wie das angereicherte Uran.
Nicht unkoordiniert um sich schießen
Auch wenn die Target List für den Iran geheim ist, erscheint es doch nachvollziehbar, dass der verbleibende Teil der Liste sehr leer aussieht. Um nicht selbst unkoordiniert um sich zu schießen, müssen die USA und Israel also ihre Target List neu befüllen. Dafür brauchen sie Informationen:
Wer hat aktuell welchen Hut auf? Wo sind welche Ersatz-Hauptquartiere? Welche verbleibenden Ressourcen sind dem Regime am wichtigsten? Welche Waffenfabriken sind vollständig zerstört, welche nur teilweise? Wo liegt das verbleibende Raketenarsenal verschüttet? Wo wird die neue Generation Terrorfürsten ausgebildet?
Die einzigen, die diese Fragen beantworten können, sind die verbleibenden Mitglieder der IRGC.
Blöderweise haben Menschen – und auch Mullahs und IRGC-Mitglieder sind Menschen – die Angewohnheit, sich zu verstecken und möglichst keinen Ton von sich zu geben, wenn sie beschossen werden. Motiviert durch die – wie die vergangenen Monate bewiesen haben, sehr begründete – Angst vor dem Tod. Man versteckt sich sogar hinter dem schwer verwundeten, komatösen Modschtaba Chamenei.
Feuerpause als Lösung
Die Antwort auf dieses Problem heißt „Feuerpause“ – „Cease Fire“.
Wenn das Feuer eingestellt wird, schauen all die verängstigten Mullahköpfe wieder aus ihrer Deckung hervor. Sie beginnen zu reden, Pläne zu schmieden, Machtkämpfe auszufechten, nach ihren Waffen zu graben und sich zu fühlen, als hätten sie gewonnen. Jetzt beginnt die heiße Phase für Geheimdienste, Aufklärungs- und Versorgungstruppen, um das Schlachtfeld vorzubereiten für die „nächste Runde“:
Aufklärung feindlicher Ausweichstrukturen: Wo wird auf bisher unbekannte Waffenlager, Führungsbunker, Trainingsstätten und sonstige Ressourcen zugegriffen? Aufklärung der nächsten Führergarde: Wer lebt noch, wer setzt sich bei den folgenden Machtkämpfen durch, übernimmt welche Funktion? Aufklären, aus welchem Versteck welche Funktionsträger kriechen.
Es ist Aufgabe der politischen Ebene, den Feind dazu zu bringen, seinerseits das Feuer einzustellen.
Drahtseilakt
Dieser Drahtseilakt wird getanzt, bis die eigenen Truppen sich eine vorteilhafte Ausgangslage erarbeitet haben. Die politische Königsdisziplin ist dabei, den Feind in dem Glauben zu lassen, er hätte gerade die Oberhand und sich diese Feuerpause erkämpft. Übersteigertes Selbstbewusstsein macht leichtsinnig und erleichtert die Aufgabe der Geheimdienste und der militärischen Aufklärung.
Eifrige Beobachter von Flightradar durften in den vergangenen Wochen Zeugen werden, wie ein nicht enden wollender Strom an Aufklärungs- und Transportflugzeugen von Amerika in den Nahen Osten und zurück floss. Einer der letzten Schritte, bevor der „heiße“ Krieg weitergehen kann, ist das Verlegen von Tankflugzeugen in den Einsatzraum. Denn Tanker werden erst gebraucht, wenn Kampfjets irgendwohin fliegen sollen, wo sie nicht landen können …
In den Morgenstunden des 4. Mai kam es genau dazu.
Auch wenn in einem Krieg gerade nicht geschossen wird, heißt es noch lange nicht, dass dieser Krieg vorbei ist. Amerikas Truppen sind bereit für die nächste Eskalation.
Von: Henning Danneberg
11 Kommentare
Für mich ist es wichtig, auf der richtigen Seite zu stehen, ich wünsche IDF und US Army viel Erfolg.
Merz hat sich zu entschuldigen für seine Äußerungen in einer Schule im Sauerland, wir Deutschen stehen nun im Abseits.
Das Mullah-Regime wird ein Ende haben, Putin-RUS wird besiegt werden, die Feinde Gottes werden zerstört werden, so wie es im Lied des Moses geschrieben steht.
Ihr erster Satz per se ist ein Widerspruch in meinen Augen. Sie stehen auf der Seite der Leute, welche diesen Krieg angefangen haben.
@Blub
Täter-Opfer-Umkehr, Blub. Und Sie wissen das ganz genau. Hamas, klingelt da was?
Ich stehe auf der Seite der Freiheit, GEGEN die Iranische Atombombe. Nicht IDF u. US Army haben angefangen , sondern Mullah. Hisbollah, Hamas, Huthi kommen alle von Mullah, mal direkt, mal indirekt.
7.Okt. 2023 u. 8.Okt. 2023 (Hisbollah greift Nord-Israel an) sind von Mullah, der Iran kämpft seit 1979 gegen Israel, am Anfang noch nicht mit voller Kraft, auch wg. Iran-Irak-Krieg 1980-1988, aber spätestens nach Ende von Saddam Hussein ist der Iran im Krieg gegen das Frauenrecht, gegen die eigene Bevölkerung und gegen Israel.
Die Israelischen Frauen durften vor etlichen Jahren bei der Schacholympiade der Frauen im Iran nicht mitspielen, alle Frauen mussten mit eingehülltem Kopf schachspielen. Das frauenfeindliche Mullah-Regime führt Krieg gegen Israel, gegen USA und Europa, Deutschland steht leider seit Jahrzehnten meistens auf der falschen Seite.
Fortsetzung
@Blub
Sorry, Kommentar zu früh losgeschickt. Iran hat Hamas dazu befähigt, das Massaker überhaupt durchführen zu können und hat damit den Krieg gegen Israel verursacht. Hisbollah, Jemen, Iran haben ihnen beigestanden. Iran hat letztes Jahr zuerst Raketen nach Israel geschickt, nicht anders herum. Trump hat Iran so viele Fristen, Ulimaten und Drohungen ausgesprochen, es hätte zu dem USA-IRAN-Krieg erst gar nicht kommen müssen. Wie Hamas jederzeit den Gaza-Krieg hätte beenden können, so könnte Iran jetzt jederzeit die Eskalation beenden, wenn es das Uran herausgeben würde. Iran möchte wie Hamas Israel vernichten, hat es mehrfach angedroht.
Auf der richtigen Seite zu stehen, bedeutet für mich, nicht den Terroristen und dem Mullah-Regime Recht zu geben, sondern Israel. Ich weiß, Sie sehen das anders.
Danke an Henning Danneberg. Es ist derzeit eine Wehenpause. Um das iranische Regime mit den Revolutionsgarden zu stürzen, würden Bodentruppen benötigt werden. Trump wird das nicht wagen, obwohl viele Iraner auf Befreiung warten. Kein Präsident hatte den Mut dazu. Biblisch ist der Bogen Elams noch nicht gebrochen. In späterer Zeit wird sich der Iran nicht mehr erlauben, Israel zu schaden.
Amerikas Truppen sind bereit für die nächste Eskalation und die wird kommen, die muss kommen. Zu einem totalen Sieg gegen einen schlimmen Feind wie das Mullah-Regime gibt es keine Alternativen, sagt unser Bischof, Militärexperte.
@Alberto
Wenn, dann aber nur ein Weiter des Krieges mit einer Strategie und die hat Trump zurzeit nicht. Alles andere ist Leid für die Iraner und genau davon wollte man sie befreien.
Amerika und seine Streitkräfte sind bereit, ja, aber der GröPaz vielleicht nicht. Nach meiner Rechnung macht er wieder den TACO, hinsichtlich der Midterms.
Aber danach ist er eh nur noch eine Lame Duck, was also hat er schon zu verlieren?
SHALOM
verstehe ich nicht.
Diese „Feuerpause“ ist ja gar keine Feuerpause – laufend marodieren Hamas und Hisbollah weiter, Uran schicht Drohnen.
Was ist daran „Pause“ ??
@dieterle99
Jeder Mensch brauchte eine Pause um sich zu erholen, sagt meine Ehefrau, 4 Semester Psychologie, aber das gilt nicht für Terroristen, die dürfen sich nicht erholen.