SCHILOH (inn) – Etwa 100 Siedler haben in der Nacht zum Dienstag in dem palästinensischen Dorf Dschalud, 2 Kilometer nordöstlich von Schiloh in Samaria gelegen, randaliert. Sie versuchten, die Rückkehr der palästinensischen Familie Tubasi zu verhindern. Die Gewalttäter blockierten Straßen, steckten Gebäude und Autos in Brand und bewarfen israelische Grenzpolizisten mit Steinen – drei Beamte wurden dabei leicht verletzt.
Das Familienoberhaupt Mohammed Tubasi sagte der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“, infolge der Randale sei sein Wohnhaus abgebrannt. Zudem hätten die Siedler das Auto angezündet, mit dem sie ins Dorf gefahren waren. Israelische Sicherheitskräfte hätten sie vor Schlimmerem bewahrt.
Um Mitternacht habe die Familie einen Anruf von der Zivilverwaltung des Verteidigungsministeriums erhalten mit der Nachricht, dass sie zurückkehren könnten. Doch wegen der Gewalt wurde die Aktion abgebrochen.
Die Familie Tubasi musste ihr Haus im Juli wegen wiederholter Belästigung durch Siedler verlassen. Der Hohe Gerichtshof ordnete Anfang September an, dass israelische Sicherheitskräfte eine sichere Rückkehr gewährleisten müssen. In dem Urteil kritisierten die Richter, dass die Behörden zu wenig gegen die Siedlergewalt täten.
Rückkehr gescheitert
Das Militär erklärte am Dienstagmorgen, es habe Vorbereitungen für die Rückkehr der Familie getroffen. Es sei zwar gegen die Randalierer vorgegangen, doch die Rückkehr der Familie sei „unvollendet geblieben“. Die Sicherheitskräfte nahmen drei Siedler fest, davon zwei Minderjährige.
Der Sicherheitsapparat verurteilte die Gewalt gegen Einsatzkräfte und den Vandalismus. Die Armee betonte, derlei Aktionen hinderten die Truppen bei ihren Aufgaben der Verteidigung und Terrorabwehr. Im Lauf des Tages wollen Ermittler am Ort des Geschehens Spuren sichern.
Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) verurteilte ebenfalls die Gewalt. Die Sicherheitskräfte müssten „mit der ganzen Härte des Gesetzes“ gegen die Randalierer vorgehen, sagte Netanjahu am Dienstag. Diese täten den gesetzestreuen Siedlern „schweres Unrecht an und stören unsere Sicherheitskräfte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben“.
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Gewalt und Belästigung
Wie Mohammed Tubasi gegenüber israelischen Medien zuvor erklärt hatte, begannen die Randale am 3. April dieses Jahres. Damals steckten die Siedler zwei Bauten im Besitz der Familie in Brand. Die Häuser liegen am Ostrand des Dorfes und in der Zone B des Westjordanlandes, wo Palästinenser die Zivilverwaltung haben. Wenige hundert Meter entfernt befindet sich der Außenposten Mizpe HaAi.
Wenige Wochen später bauten Siedler neben den Gebäuden eine Hütte auf und warfen ständig Steine. Nachts drehten sie die Musik so laut auf, dass kein Schlaf möglich war.
Im Juni besetzten sie ein Nachbargebäude und blockierten den Weg ins Dorf. Außerdem sabotierten sie die Strom- und Wasserversorgung. Die Gewaltaktionen und Belästigungen hielten an, am 22. Juli verließ die Familie das Dorf schließlich.
Weitere Verurteilungen
Neben Netanjahu verurteilten weitere Politiker die Randale. Staatspräsident Jizchak Herzog sprach von einem „moralischen Fleck“. Derlei Gewalt widerspreche den Werten des Judentums.
Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) nannte die Gewaltaktionen „schwerwiegend und abscheulich“. Die Akteure schadeten Israel. Netanjahus Hauptrivale im Wahlkampf, Gadi Eisenkot (Jaschar), verurteilte die Gewalt als „widerwärtig“.
Die Siedlergewalt hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Armee registrierte im Jahr 2025 einen Anstieg um 27 Prozent auf 867 Fälle. Der Inlandsgeheimdienst Schabak vereitelte nach eigenen Angaben im selben Zeitraum 1.374 schwerwiegende palästinensische Anschläge im Westjordanland, vor allem Schussangriffe und Sprengungen. Das sind rund 26 pro Woche. (df)
22 Kommentare
Netanjahu, Jizchak Herzog, Gideon Sa’ar, Gadi Eisenkot, meine Ehefrau, unser Bischof verurteilen die Gewalt.
Ja, Alberto. Wir auch. Wenn ich lese, Armee machtlos…. wohl nur bei randalierenden Sledlern. Samaria ist biblisches Kernland, aber so geht es nicht. Inhaftieren,.
Ohne Text: BRD ließ Pals aus Gaza einreisen. Sie liefen in Berlin mit Hamas Tüchern und pro Hamas. Da frag‘ ich mich, warum blieben sie nicht dort? Wollen sie hier Juden töten? Ach nein, in der BRD erhalten sie Flüchtlingsstatus und Gelder.
Die beste und moralischste Armee der Welt zeigt sich gegen israelische Randalierer MACHTLOS.
Shalom,das schlimme an diesem Text ist: „Die Armee zeigt sich machtlos“!!! Was ist aus der IDF geworden??? Jerusalem
@Jerusalem
Die israelische Armee ist die beste von allen, aber sie ist nicht perfekt, kein Mensch ist perfekt.
@Albert
Richtig. Linksterrorismus auf Energieinfrastruktur (Stromleitungen) in Deutschland läßt sich auch nicht bekämpfen. Wir sind machtlos.
@Lothar
Danke
Ella, die IDF sind angewiesen, nicht auf Juden zu schießen, sofern diese nicht selbst das Feuer auf die Armee oder Sicherheitskräfte eröffnen.
Das wissen diese Randalierer sehr genau, daher führen sie sich auf, wie sie sich eben aufführen. Bedauerlich, daß die Zahal nicht nachdrücklich dagegen vorgehen kann, aber so sind die Vorschriften, und das ist auch besser so.
SHALOM
Ob das so besser ist?
Diese von Siedlern ausgehende Gewalt zerstört das Ansehen Israels und fördert den Antisemitismus.
@Klaus: Warum ist das besser so? Weil es sonst zu Bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt, wie z.B. vor dem Jüdischen Krieg vor 2000 Jahren oder 1948?
Wenn aber die Armee oder Polizei diesen Randalierern nicht Einhalt gebieten, wird die Gewalt von Juden zukünftig auch gegen Juden gehen.
Martin, genau deswegen.
SHALOM
@Klaus
Natürlich ist es besser so. Aber man muss ja nicht gleich schiessen. Wie wär’s denn mit einsperren? Damit sie wenigstens so lange keinen weiteren Schaden anrichten können. Denn letztlich schaden sie ihrem eigenen Land mehr als den „Palästinensern.“
Efronit, gerade deswegen bin ich für die Wiedereinführung der Verwaltungshaft.
Seid der Likud diese gekippt hat, ist die Gewalt durch diese speziellen Soedlergruppen regelrecht explodiert,und sie wird noch zusätzlich befeuert durch Ben Gvir und Smotrych, Rechtsextremisten per Definition. Bleiben diese beiden mit am Ruder, bekommen wir weder im WJL noch in Gaza oder im Südlibanon Ruhe rein.
SHALOM
Schade, dass in dem Artikel keine Stimme aus der benachbarten größeren Siedlung Shilo zu Wort kam. Es bleibt ein „Geschmäckle“ des Übereinander- statt Miteinander-Redens in Israel. Und das tut Israel weder nach innen noch nach außen gut.
Jeder Siedler, der sich der Straftat Hausfriedensbruch und Nötigung schuldig macht, sollte mal ohne Gerichtsurteil für 3 Wochen in das Gefängnis. Außerdem müsste er Schadensersatz leisten. Wie sollen Menschen sonst lernen friedlich zusammen zu leben – Respekt? Wenn ein Siedler drei Mal wegen Hausfriedensbruch und Nötigung eingesessen hat, bekommt er ein Gerichtsverfahren und ist vorbestraft. So würde ich es machen, es schadet im Übrigen auch Israel! * SHALOM
„Die Armee ist machtlos“, um Neofaschisten an ihrem destruktiven Treiben zu hindern. So etwas Lächerliches habe ich selten gehört… Müsste es gegen Araber gehen, bekämen wir so einen Satz nicht zu hören!
@Matti Goldschmidt
Neofaschisten? Nein, falsches Wort. Randalierer, die sich irgendwann beruhigen müssen. Der israelische Rechtsstaat, der beste von allen, ist stärker.
@Albert
Ich hatte mal gehört, diese „Terror-Typen“ kämen gar nicht aus Judäa/Samaria. Und man sprach von einer Gruppe von insgesamt ca. 70 Personen, im Umfeld von ca. 300 Personen. Ist das so oder wurde es heruntergespielt? Ich weiß es nicht. Jedenfalls dürfte klar sein, dass diese „Randalierer“ mit den sehr, sehr vielen ordentlichen und fleißigen Siedlern allgemein nicht in Verbindung gebracht werden sollten.
Dass da Minderjährige mit dabei sind, verkompliziert die Lage zusätzlich. In Deutschland würden erstmal Sozialarbeiter eingeschaltet.
Für mich sind die Typen eher wie gewaltbereite Autonome bei uns. Derer wird man auch nicht Herr.
Diese Menschen tun ihrem Land keinen Gefallen! Ich finde auch, dass diese Menschen ein Schadensersatz leisten müssten und auch mal ein paar Tage ins Gefängnis dafür sollten.
Böse Siedler! Drehen nachts so laut ihre Musik auf, dass die Beifallklatscher der Massenmörder nicht mehr ruhig schlafen können. Geht’s noch? Ein klarer Fall für den Europäischen Strafgerichtshof.
@gast
„Böse Siedler“ gibt es auch, eine kleine Minderheit. Den Europäischen Strafgerichtshof auflösen? Ja.
Ein Jude trat mit seiner Klage
vor seinen deutschen Richter hin:
„Vernehmt, Herr, daß ich heut am Tage,
recht übel angekommen bin:
Mein Sohn hat Nachbars Maid geschlagen!
Was werden Sie nun dazu sagen?“
„Der Strolch! DAS soll hart er büßen müssen!
Im Knast wird ihn der Rohrstock küssen!
Denn Mädchen schlagen – darauf liegt kein Segen!
Das sei hiermit erkannt – von Rechtes wegen.“
„Ach nein, gerächter Herr! Ich bitte, hört“
rief ihm der Jude angstvoll zu,
„vor Sorge formuliert ich blind –
NEIN ! –
(Pali-) Nachbars Sohn schlug mir MEIN Kind.“
Und wie hieß nun das Urteil Richter Alexanders?
„GANZ ruhig, Jude! DAS ist GANZ WAS anders!“
(
aktualisierte deutsche Fabel;
Original-Text Carl Wilhelm Ramler um 1780;
Interessenten finden den Original-Text u.a. im „volksliederarchiv“
– der „Rechtschreibfehler“ („gerächt“) ist beabsichtigt!