BERLIN (inn) – Hochrangige Militärvertreter mehrerer arabischer Länder, Israels und der USA haben sich vergangene Woche zu einer geheimen Konferenz in Deutschland getroffen. Bei dem Treffen ging es unter anderem um den Ausbau der Sicherheitszusammenarbeit.
Wie die Nachrichtenseite „Axios“ berichtet, war bei dem Treffen der israelische Armeechef Ejal Samir zugegen. Er kam dort mit seinen Amtskollegen aus Ägypten, Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen. Zu dem Treffen eingeladen hatte der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos des US-Militärs (CENTCOM), Brad Cooper.
Cooper: USA bleiben in der Region vertreten
Laut „Axios“ unterrichtete Samir die Gruppe über die israelischen Einsätze an den verschiedenen Fronten. Cooper versicherte den Anwesenden, dass die USA trotz der iranischen Angriffe nicht vorhätten, ihre Truppen aus der Region abzuziehen. Zudem stellte Cooper einen amerikanischen Plan zur Ausweitung des Schiffsverkehrs an der Straße von Hormus vor.
Wo genau das Treffen stattgefunden hat, ist unbekannt. Die USA unterhalten in Deutschland mehrere Stützpunkte und Garnisonen, der größte davon ist Ramstein bei Kaiserslautern, zu nennen sind aber auch Stuttgart, Wiesbaden oder Grafenwöhr bei Nürnberg.
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Unterstützung angefragt
Mehrere Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen berichtet, dass die Saudis indirekt Israel um Unterstützung gegen die Huthis gebeten haben. Das CENTCOM leitete die Anfrage weiter. Die Huthis hatten vergangene Woche das Küstengebiet an der Straße Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht und dabei von Saudi-Arabien unterstützte Kampfgruppen zurückgedrängt.
Am Mittwoch bestätigten CENTCOM-Vertreter die Berichte gegenüber der Nachrichtenseite „Israel Hajom“. Demnach geht es derzeit vor allem um militärische Aufklärung und die Verteidigung wichtiger Infrastruktur und strategischer Ziele.
Israel hat bereits die Emirate im Irankrieg unterstützt und dort eine Batterie des Abwehrsystems Eisenkuppel aufgestellt. Laut „Israel Hajom“ könnte die Unterstützung für Saudi-Arabien ausgeweitet werden, allerdings mit strategischen und diplomatischen Zugeständnissen.
Saudi-Arabien hatte Anfang August eigentlich einen Verteidigungspakt mit der Türkei und mit Pakistan geschlossen, das sogenannte Mekka-Abkommen. Derzeit ist nicht bekannt, welche Rolle dieses im aktuellen Geschehen spielt. (df)
19 Kommentare
Saudi-Arabien hat einen Verteidigungspakt mit der Türkei und mit Pakistan geschlossen. Derzeit ist nicht klar, welche Rolle diesen Pakt spielt… Wir wissen schon: dieser Pakt zielt auf Israel. Auf die Saudis ist kein Verlass.
Na ja, möglicherweise denken die Saudis , dass auf die Türkei und Pakistan kein Verlass ist. Die saudische Armee ist noch dazu auf Söldner angewiesen, die hauptsächlich aus Pakistan kommen. Da kann man schon Fracksausen, also Dschelaba-Sausen bekommen.
Ich habe den Verdacht, daß sich da hinter den Kulissen etwas abspielt, womit niemand rechnet. Bezüglich bestimmter Anzeichen dahingehend hab ich bei meiner Verwandtschaft angeklopft, aber von denen kommt nur vielsagendes Schweigen.
Ich bin gespannt, ob sich mein Verdacht verdichtet.
SHALOM
Klaus, Geheimtreffen? Wir lesen es hier.
Sorry, vertraue denen nicht. Alles arab. Länder gegen IL? Shalom
Möglicherweise ist Saudi-Arabien der nächste Kandidat für das Abraham-Abkommen, der Botschafter Israels in den VAE, Yossi Shelley, hat neben Kuwait auch Saudi-Arabien in Verdacht, entsprechende Absichten zu hegen.
Das Treffen der militärischen Köpfe an einem unbekannten Ort in Deutschland, der Blick auf die vollen Arsenale der Israelis, die Änderungen beim Bildungswesen, die indrekte Anfrage an Israel wegen der Houthi, der zunehmend gemäßigte Ton gegenüber Israel, all das deutet auf einen Paradigmenwechsel bei den Saudis hin, und wenn die Saudis diesen Schritt wagen, könnte es einen Dominoeffekt auslösen.
Ich bin gespannt, ob da etwas dran ist.
SHALOM
Da braut sich auf jeden Fall etwas zusammen. Man wird nicht hinnehmen, dass auch dieser Seeweg blockiert wird.
Vielleicht legt Saudi aufgrund der Huthi-Aggression militärisch vor, die Huthis reagieren, vielleicht auch gegen Israel.
Und dann wird Israel massiv mit eingreifen. Nur ein Szenario.
Zehntausende schwere Bomben an Israel durch USA. Das deutet auf einen länger andauernden kriegerischen Konflikt?
Die Türkei und Pakistan können es nicht oder wollen es nicht. Es ist richtig, das Saudi-Arabien Israel um Hilfe im Kampf gegen die Huthis bittet. Israel hat Erfahrung mit Terroristen.
Ich hoffe, dass die Gespräche gutes Bewirken, Genaueres wird man eher nicht erfahren.
Geheimgespräche sollten ja auch geheim bleiben…
Gut iist, dass USA Rüstung an Israel liefern, und alles Weitere wird man dann sehen…
Intéressant, daß dieses Treffen in Deutschland stattgefunden hat, nicht in USA. So genau weiss ich nicht, was ich davon halten soll, aber abwarten, Tee trinken ( ich bevorzuge Kaffee).
@Antonia
Dass dieses Treffen in Deutschland und nicht in der Toscana stattgefunden hat, versteht meine Ehefrau auch nicht.
@Albert
Weltwirtschaft. Ganz gravierend, wenn der Seeweg auch nicht mehr funktioniert. Und nebenbei droht Dein und der Grünen Jugend Spritpreis hier in DE in Richtung 3 Euro pro Liter zu gehen.
@Lothar
5 Euro pro Liter wäre angemessen für die Autofahrer (70%), die nur zum Vergnügen fahren.
@Albert
Bei euch vielleicht. Ihr kommt ja auch überall mit dem Pferd hin.
Wären Trump oder Hegseth dabei, Antonia, würde es sofort hinaus posaunt.
So aber bleiben die Armeechefs unter sich, und hoffentlich hält auch Cooper seinen Mund darüber oder die arabischen Oberbefehlshaber. Was immer da auch besprochen oder beschlossen wird, werden wir früh genug erfahren oder die Ergebnisse sehen.
SHALOM
Tja, es ist so viel leichter für Frieden und Stabilität im Nahen Osten und für Israel zu beten! Das tue ich mit gutem Herzen, Politik ist kompliziert und funktioniert nie perfekt. *SHALOM
Psalm 78:38
Er aber war barmherzig und vergab die Missetat und vertilgte sie nicht; und wendete oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Zorn gehen.
Nicole Jeanne, wann hat Politik je richtig gut funktioniert?
Selbst das beste System hat Schwächen und ist somit ein Provisorium.
Und lasst den Ewigen aus dem Spiel, er steht darüber.
SHALOM
Das ist oberhoch interessant. Die Saudis haben mit den Pakistnis und den Türken trotz ihres vielversprechenden Mekka-Paktes keine Hilfe erhalten. (Schließlich geht es ja auch nicht direkt um Israel… ein bißchen Ironie). Tja, und Trump hat auch abgesagt, vllt aufgrund des „saudischen Doppelsppiels“… außer ISRAEL scheint von nirgendwo Hilfe zu kommen. Eine Ironie der Geschichte, due mich „schmunzeln“ läßt oder eher zum Lachen bringt. Nach dem Motto: „Der Mensch dachte und Gott lachte.“
Gut finde ich, dass Israel nicht nur selbstverständlich Hilfe anbietet, sondern auf diesem Hintergrund auch was einfordert. Man darf gespannt sein.
Superinteressant, dass dieses geheime Treffen in Deutschland statt gefunden hat… da wäre ich zu gerne dabei gewesen.
Max Jean sagt:
Es ist wohl nicht zu übersehen, dass die Saudis mehr und mehr Vertrauen und Hife von den Israelis erhalten. Ich glaube nicht daran, dass Verrauen zu Iran neu erstehen wird.
In der TOI steht allerdings auch das, Saudi-Arabien einen Beitritt zum Abraham-Abkommen ausschließt solange die Palästina-Frage nicht zu ihrer Zufriedenheit geklärt ist, selbst wenn Israel die Saudis massiv unterstützen sollte. Ich habe dahingehend aber Zweifel, denn wenn ein Araber Vielleicht sagt, meint er Nein, sagt er Ja, meint er Vielleicht, und sagt er Nein,meint er Ja.
So war es schon oft, ich erinnere an die drei Neins von Khartum, zwei der Protagonisten sind umgefallen, und Syrien steht möglicherweise davor. Solche Aussagen sind in Orient immer mit Vorsicht zu genießen, sie sind nie als absolut zu betrachten, aber wir werden sehen.
SHALOM