BERLIN (inn) – Hochrangige Militärvertreter mehrerer arabischer Länder, Israels und der USA haben sich vergangene Woche zu einer geheimen Konferenz in Deutschland getroffen. Bei dem Treffen ging es unter anderem um den Ausbau der Sicherheitszusammenarbeit.
Wie die Nachrichtenseite „Axios“ berichtet, war bei dem Treffen der israelische Armeechef Ejal Samir zugegen. Er kam dort mit seinen Amtskollegen aus Ägypten, Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen. Zu dem Treffen eingeladen hatte der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos des US-Militärs (CENTCOM), Brad Cooper.
Cooper: USA bleiben in der Region vertreten
Laut „Axios“ unterrichtete Samir die Gruppe über die israelischen Einsätze an den verschiedenen Fronten. Cooper versicherte den Anwesenden, dass die USA trotz der iranischen Angriffe nicht vorhätten, ihre Truppen aus der Region abzuziehen. Zudem stellte Cooper einen amerikanischen Plan zur Ausweitung des Schiffsverkehrs an der Straße von Hormus vor.
Wo genau das Treffen stattgefunden hat, ist unbekannt. Die USA unterhalten in Deutschland mehrere Stützpunkte und Garnisonen, der größte davon ist Ramstein bei Kaiserslautern, zu nennen sind aber auch Stuttgart, Wiesbaden oder Grafenwöhr bei Nürnberg.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
Unterstützung angefragt
Mehrere Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen berichtet, dass die Saudis indirekt Israel um Unterstützung gegen die Huthis gebeten haben. Das CENTCOM leitete die Anfrage weiter. Die Huthis hatten vergangene Woche das Küstengebiet an der Straße Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht und dabei von Saudi-Arabien unterstützte Kampfgruppen zurückgedrängt.
Am Mittwoch bestätigten CENTCOM-Vertreter die Berichte gegenüber der Nachrichtenseite „Israel Hajom“. Demnach geht es derzeit vor allem um militärische Aufklärung und die Verteidigung wichtiger Infrastruktur und strategischer Ziele.
Israel hat bereits die Emirate im Irankrieg unterstützt und dort eine Batterie des Abwehrsystems Eisenkuppel aufgestellt. Laut „Israel Hajom“ könnte die Unterstützung für Saudi-Arabien ausgeweitet werden, allerdings mit strategischen und diplomatischen Zugeständnissen.
Saudi-Arabien hatte Anfang August eigentlich einen Verteidigungspakt mit der Türkei und mit Pakistan geschlossen, das sogenannte Mekka-Abkommen. Derzeit ist nicht bekannt, welche Rolle dieses im aktuellen Geschehen spielt. (df)