Arbeitskreis „Israel – Judentum – Nahost“

Die Evangelische Allianz hat einen neuen Arbeitskreis „Israel – Judentum – Nahost“. Die Mitglieder trafen sich erstmals Mitte Juli in Bad Blankenburg.
Von Israelnetz

Foto: Uwe Heimowski

Teilnehmer der ersten Präsenzsitzung des neuen Arbeitskreises. Einige Mitglieder waren per Videokonferenz zugeschaltet.

BAD BLANKENBURG (inn) – In den vergangenen Monaten hat sich innerhalb der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) ein neuer Arbeitskreis gebildet. Dessen Kommunikation war lange auf Email und Videokonferenzen beschränkt. Am 19. und 20. Juli kamen die Mitglieder im Allianzhaus im thüringischen Bad Blankenburg zu einem ersten Präsenztreffen zusammen, um die Themenschwerpunkte „Israel – Judentum – Nahost“ zu erörtern.

„Wiedergewinnung einer biblischen Israelperspektive“

Die Idee eines solchen Arbeitskreises beschäftigte einige Mitglieder des EAD-Hauptvorstandes schon länger. Nun kam es zur Verwirklichung. Auf eine erste Umfrage zur Bereitschaft zur Mitarbeit bei verschiedenen Einzelpersonen, Israel­werken und Nahost-Experten erhielt die EAD eine überwältigende Resonanz. „Insgesamt etwa zwei Dutzend kompetente Fachleute hatten ein inspirierendes erstes Präsenztreffen“, freut sich Ekkehart Vetter, vorläufiger Leiter des Arbeitskreises und Erster Vorsitzender der EAD, nach der Tagung im Allianzhaus.

Unter den „kompetenten Fachleuten“ sind Theologen und Islamwissenschaftler, die große Israelwerke mit starken Netzwerken und langjähriger Erfahrung hinter sich wissen. Auch Mitarbeiter von Israelnetz sind vertreten. Sie teilen den Wunsch, den Gemeinden in der EAD Orientierung bei der „Wiedergewinnung einer biblischen Israelperspektive als fester Bestandteil christlichen Glaubens“ zu geben.

Messianische Juden und arabische Christen

Dabei ist der „AK Israel“ nicht in erster Linie ein „Israelfreundeskreis“. Das Stichwort „Nahost“ fasst das Anliegen zusammen, auch die arabische Seite abzubilden und arabische Christen zu Wort kommen zu lassen.

Denn es gibt große Verheißungen in der Bibel für Israel und seine arabischen Nachbarn. In den vergangenen Jahren sind viele ehemalige Feinde zu Verbündeten geworden. Die Abraham-­Abkommen zwischen Israel und einer wachsenden Anzahl arabischer Länder nährt die Hoffnung, dass die „Straße von Ägypten nach Assyrien“ aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 19, Realität werden kann.

Eine Arbeitsgruppe innerhalb des Arbeitskreises beschäftigt sich deswegen mit der Gemeinde Jesu in Israel und dem Nahen Osten sowie dem Verhältnis von messianischen Juden und arabischen Christen. Diese beiden Gruppen sind auch personell im Arbeitskreis vertreten.

„Antisemitismus bekämpfen“

Weitere Arbeitsgruppen befassen sich mit den Themen „Theologie“, „Antisemitismus und Politik“ sowie „Messianische Juden in Deutschland“. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass der Antisemitismus in unserer Gesellschaft bekämpft wird“, sagt Vetter.

Erst kürzlich waren Delegationen der Weltweiten und Europäischen Evangelischen Allianz sowie der EAD bei einer Gedenkzeremonie in der Jerusalemer Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. In diesem Rahmen nahm die Europäische Evangelische Allianz offiziell die Antisemitismus-Definition der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA) an. In Projektpartnerschaft mit dem israelischen Verein „Keren Hayesod“ sammelt die EAD derzeit Spenden für die Erstellung einer Tora-Rolle. Der Erlös soll jüdisch-ukrainischen Familien die Ausreise nach Israel ermöglichen sowie Holocaustüberlebenden zu Gute kommen.

Solche und ähnliche Projekte will der „Arbeitskreis Israel – Judentum – Nahost“ in Zukunft anstoßen und tatkräftig unterstützen. Weitere Informationen, Veröffentlichungen sowie Kontaktmöglichkeiten stehen auf der Webseite der EAD bereit. Die Mitglieder hoffen auf einen regen Austausch mit den Ortsgemeinden beim Ringen um eine biblische Perspektive auf Geschichte und Gegenwart des Volkes und Landes Israel. (cs)

Hinweis: Die Autorin dieses Artikels ist selbst Mitglied des beschriebenen Arbeitskreises.

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3 Antworten

  1. Ich wünsche diesem neuen Arbeitskreis viel Erfolg bei ihren Aufgaben.
    Die wichtigste davon ist sicherlich die „Wiedergewinnung einer biblischen Israelperspektive als fester Bestandteil christlichen Glaubens“. Durch falsche Lehren wurde über Jahrhunderte von den Kirchen vermittelt, dass die Christen das auserwählte Volk Gottes abgelöst haben. Als Mohammed den Islam gründete, ist ihm der gleiche fatale Fehler unterlaufen wie den Christen. Auch die Moslems sind der Meinung, dass GOTT sein Volk Israel verstoßen hätte, und sahen sich als deren Nachfolger.
    Das Königreich Judäa war zerstört, die meisten Juden unter alle Völker verstreut.

    Hätten sie mal alle die Bibel richtig gelesen. Gottes Propheten haben voraus gesagt, das ER sein Volk zurückbringen will, das Israel als Nation wieder aufgerichtet wird und sie wieder in ihrem Land leben werden, dass Gott Abraham für alle Zeiten verheißen hat. ER wird sich durch sein Volk verherrlichen, so dass es jeder sehen kann, und er nimmt sein Wort nicht zurück.

    Es ist wichtig zu verstehen, das Israel im Zentrum allen Geschehens liegt. Von hier ging das WORT aus in alle Welt und hierin wird es wieder zurück kehren. Denn Weisung wird ausgehen von Zion und das Wort unseres Herrn von Jerusalem.

    Lasst die Menschen erkennen, dass wir nur Zweige am Ölbaum Gottes sind, der von der Wurzel Israel getragen wird.

    Möge Gott ihre Arbeit segnen.

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  2. Zur Wiedergewinnung einer biblischen Perspektive taugt auch, dass die ganze Schöpfung eine “Dichtung Gottes” ist. Israel und die arabischen Ländern sind Bruder-Völker. Das erinnert an Kain und Abel, aber auch an Jakob und Esau, Nord-Irland und Irland, an Russland und Ukraine. Aber auch an BRD und DDR.

    Da – anfangs erwähnt – Gott das Universum gedichtet hat, der Mensch “Ebenbild Gottes” ist, folgt hier versuchsweise ein Gedicht, welches helfen soll, die Betonköpfigkeit gewisser Leute in Heiterkeit zu verwandeln. AMEN

    MENSCHEN – VOM ALBTRAUM ZUM TRAUM

    Der Mensch – aus Lehm statt aus Stein –
    erlebt lebenslange Pein,
    wenn zum eignen Glücke
    fehlt die rechte Glaubensbrücke.

    Beim Betrachten dieser Lage
    tritt wie von allein zu Tage
    der Unterschied von Lehm und Geist,
    der biblisch ATEM GOTTES heisst.

    Diese Wörter-Weisheit wunder-wahr
    macht mit einem Schlage klar,
    wie Schrift-gelehrte Betonköpfigkeit
    verwandelt wird in Heiterkeit.

    Das riecht manchen nach ‘Religion’,
    andere glauben ‘Evolution’,
    doch allen Menschen ist gemein,
    in ihnen spiegelt sich das SEIN.

    GLÜCKLICH ist glatt der zu nennen,
    der Gott mit Freude kann erkennen.
    Egal, ob Glaube oder Meinung,
    im SEIN tritt ER in Erscheinung.

    Wer gelten lässt nur alte Offenbarungen,
    der leugnet die neueren Erfahrungen,
    welche Schöpfung auf die Schnelle
    zum Himmel machen statt zur Hölle.

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