Ägyptischer Analyst warnt vor der Zerstörung des Libanons

Ein ägyptischer Analyst warnt vor der Zerstörung Libanons. Er stellt dabei die die Sonderrolle des Zedernstaates im Nahen Osten dar und findet lobende Worte für Israel. 
Von Israelnetz

KAIRO / BEIRUT (inn) – Der ägyptische Analyst Magdi Khalil hat auf seinem YouTube-Kanal am Sonntag vor der politischen und sozialen Zerstörung des Libanons gewarnt. Dabei schildert, interpretiert und prognostiziert er die Entwicklung des Landes anhand der Ereignisse vergangener Jahrzehnte.

Laut Khalil sind „Palästina, der Islam und die Verwestlichung“ die Hauptgründe für den Zerfall des Libanons. Nach dem Rückzug der Briten und Franzosen im Jahr 1946 habe das Land eine Sonderrolle im Nahen Osten eingenommen. Die säkulare und teilweise christliche Prägung habe den Libanon zu einem Außenseiter gegenüber seinen muslimischen und antiwestlich eingestellten arabischen Nachbarstaaten gemacht, erläutert der Gründer des „Middle East Freedom Forum“. Das Land habe in dieser Zeit nach Wohlstand gestrebt.

Charles Malik: größter libanesischer Außenminister

Der „größte Außenminister“, den der Libanon je gehabt habe, sei der griechisch-orthodoxe Politiker Charles Malik (1956–1958) gewesen. Malik prägte die Politik des Landes maßgeblich mit. Gemeinsam mit internationalen Diplomaten wirkte er an der Ausarbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mit und leistete einen wichtigen Beitrag zu deren Religionsfreiheitsartikel.

Die Rolle des Libanons als Brücke zum Westen habe Länder wie Iran und Syrien geeint, um gegen das Land vorzugehen. „Die arabisch-muslimischen Länder sahen den Libanon von Anfang an, ähnlich wie Israel, als Ziel“, sagt Khalil. Das Kairo-Abkommen von 1969 betrachtet er als einen Wendepunkt. Die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO) unter der Führung von Jasser Arafat habe dadurch weitreichende militärische Freiheiten erhalten und den Libanon zunehmend unterwandert. Ziel sei die Schwächung des Christentums sowie die Abkehr des Landes vom Westen gewesen.

„Israel kämpfte für den Libanon“

Der Experte ist überzeugt: „Ohne den Eintritt Israels in den Krieg im Jahr 1982 wären die Christen im Libanon zerstört worden.“ Israel begann damals die Militäroperation „Frieden für Galiläa“ und versuchte, die PLO militärisch zu zerschlagen. Dabei belagerten israelische Truppen unter anderem die libanesische Hauptstadt Beirut.

Im Zuge des Libanonkrieges von 1982 formierte sich mit Unterstützung des Irans und Syriens die Hisbollah („Partei Allahs“). Ihr Ziel war und ist der Kampf gegen Israel. Khalil zufolge stellte die Gründung der Organisation einen weiteren Schritt zur Destabilisierung des Landes und seiner Bevölkerung dar. Israel hingegen habe durch die Tötung von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah 2024 „den Libanon erneut gerettet“.

Christliche Staatsoberhäupter als Marionetten

Doch auch den christlichen Staatsoberhäuptern wirft der Analyst eine Mitschuld vor. Der ehemalige Präsident Emile Lahud (1998–2007) war laut dem Ägypter „eine christliche Marionette, die in den Händen Syriens war und für die Hisbollah jubelte“. Durch ihn sei der libanesische Staat offiziell zum Partner der Miliz geworden. Auch der christlichen Gesellschaft macht der koptische Christ Vorwürfe. Durch Mischehen mit Muslimen hätten sich die libanesischen Christen selbst geschwächt.

Khalil richtet zudem warnende Worte an die derzeitige Regierung des Libanons. Sollte sich das Land noch stärker an Saudi-Arabien binden, könnte dies nach seiner Einschätzung der Türkei Legitimität verschaffen, ihren Einfluss im Libanon auszuweiten und langfristig die Rolle des Irans einzunehmen. Dies würde den nächsten Schritt in Richtung einer weiteren Zerstörung des Landes bedeuten. (cb)

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