Abbas lobt Geduld der Jerusalemer

In einer Rede bezeichnet der palästinensische Präsident Abbas Jerusalem als „ewige palästinensische Hauptstadt“. Dass Israel die umstrittenen Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg wieder entfernt hat, wertet er als „Sieg“.
Hält an Jerusalem als palästinensischer Hauptstadt fest: Mahmud Abbas (Archivbild)

Foto: Israelnetz/Norbert Schäfer

Hält an Jerusalem als palästinensischer Hauptstadt fest: Mahmud Abbas (Archivbild)

RAMALLAH (inn) – Jerusalem bleibt die „ewige Hauptstadt des Staates Palästina“. Das hat der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, am Samstagabend betont. In seiner Residenz in Ramallah sprach er zu Hunderten Arabern aus Ostjerusalem. Diese Palästinenser haben in der Regel einen israelischen Personalausweis.

Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA lobte Abbas den Mut und die Stärke der Jerusalemer während der 13 Tage andauernden Proteste im Juli. Araber hatten sich geweigert, den Tempelberg zu betreten, weil Israel an den für Muslime vorgesehenen Aufgängen Metalldetektoren und Sicherheitskameras installiert hatte. Anlass für diese Maßnahme war ein tödlicher Angriff auf Grenzpolizisten mit Waffen, die zuvor auf das Gelände des Tempelbergs geschmuggelt worden waren.

Dass Israel die Detektoren und Kameras nach knapp zwei Wochen wieder entfernt hatte, feierten viele Palästinenser als Sieg. Der PA-Präsident sagte dazu in seiner Ansprache: „Wir sollten den Sieg, den wir in Jerusalem erlangt haben, bewahren, um einen weiteren Sieg zu erlangen oder einen weiteren Schritt vorwärts zu gehen.“ Er ergänzte: „Wir werden alle als Murabitun (Rekruten) in Jerusalem bleiben, in der Al-Aksa und im Land des Ribat.“ Das arabische Wort „ribat“ heißt wörtlich „Festung”. Es bezieht sich auch auf die Grenzen des islamischen Gebietes und bezeichnet dann die Verteidigung von Land, das sich in den Händen von Muslimen befindet oder befand.

Weiter sagte Abbas, die „Fehler von 1948“ würden nicht wiederholt. Damit bezog er sich auf die Folgen der israelischen Staatsgründung für die arabische Bevölkerung, die mit dem Ausdruck „Nakba” (Katastrophe) bezeichnet wird. Wegen des Unabhängigkeitskrieges hatten zahlreiche Araber ihre Häuser verlassen müssen, viele wurden allerdings auch von den arabischen Führern dazu aufgefordert – mit der Aussicht, nach dem Sieg über Israel zurückkehren zu können.

Von: eh

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