Abbas dankt Saudi-Arabien

Das Gipfeltreffen im saudischen Dschidda erzielt kaum konkrete Ergebnisse. Dennoch ist die palästinensische Führung zufrieden.
Von Israelnetz

Foto: President Biden, Twitter

Beim Gipfel in Dschidda kam Biden mit führenden Politkern aus der Golfregion zusammen

DSCHIDDA (inn) – Nach dem Gipfeltreffen von Dschidda hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) Saudi-Arabien für die Unterstützung der „palästinensischen Sache” gedankt. An der Konferenz in der saudischen Stadt hatte am Freitag auch US-Präsident Joe Biden teilgenommen.

Abbas schrieb am Sonntag eine Botschaft an König Salman und an dessen Sohn, Kronprinz Mohammed Bin Salman. Darin lobte er laut der palästinensischen Nachrichtenseite WAFA die Ergebnisse des Gipfels. Diese würden regionale Sicherheit, Stabilität und die arabischen Wirtschaften stärken.

An dem Treffen beteiligten sich die sechs Mitglieder des Golf-Kooperationsrates. Zu ihnen gehören neben Gastgeber Saudi-Arabien Bahrain, Katar, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Ferner waren Vertreter von Ägypten, dem Irak und Jordanien zugegen.

Am Rande des Gipfels traf Biden zum ersten Mal in seiner Amtszeit den ägyptischen Präsidenten Abdel Fatteh al-Sisi. Dieser betonte, die Freundschaft zwischen Kairo und Washington sei wichtig, um Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Der US-Präsident lobte Ägypten für Bemühungen um Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, schreibt die Zeitung „Daily News Egypt“.

Gemeinsame Erklärung zwischen USA und Saudi-Arabien

Ergebnisse der Gespräche beim Gipfel selbst wurden kaum bekannt. Im Rahmen von Bidens Besuch veröffentlichten die USA und Saudi-Arabien eine gemeinsame Erklärung. Im Abschnitt „Israelisch-palästinensische Angelegenheiten“ wird die „Zwei-Staaten-Lösung“ hervorgehoben. Die beiden Länder wollten in engem Kontakt bleiben, um die Parteien „zu ermutigen, – durch Politik und Handeln – ihre Verpflichtung gegenüber einer Zwei-Staaten-Lösung zu demonstrieren“. Sie begrüßten alle Bemühungen für einen gerechten und umfassenden Frieden in der Region.

Das Wort „Friede“ erscheint allerdings nur noch bei den Abschnitten, die sich mit dem Jemen und dem Sudan befassen. Im Zusammenhang mit Syrien ist von „Feuerpausen“ die Rede, die halten sollen. Die Erklärung geht außerdem auf die Länder Libanon, Libyen, Afghanistan und Irak ein. Bezüglich der Ukraine befasst sie sich mit kriegsbedingten Lieferengpässen.

Saudischer Politiker: Keine Normalisierung ohne „Zwei-Staaten-Lösung“

Indes spielte der saudische Außenstaatssekretär Adel al-Dschubeir die Öffnung des Luftraumes, von der auch israelische Fluggesellschaften profitieren, herunter. Für eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel sei eine „Zwei-Staaten-Lösung“ mit den Palästinensern Voraussetzung. Es handele sich um eine „strategische Option“, sagte er am Freitagabend dem US-Nachrichtensender CNN. Biden und der israelische Premierminister Jair Lapid (Jesch Atid) hatten die Maßnahme hingegen als möglichen Schritt zur Normalisierung begrüßt.

Biden hatte seine Nahostreise am Mittwoch in Israel begonnen. In Bethlehem traf er Abbas und reiste weiter nach Saudi-Arabien. Nach dem Gipfel kehrte er in die USA zurück. (eh)

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4 Antworten

  1. Dieses Gipfeltreffen zeigt, wie schwierig ein “wirklicher Friede” im Nahen Osten zu vereinbaren ist, mit Kräften, die es nicht wollen, dass Israel in dieser Region in Frieden leben kann.
    Wie gut zu wissen, dass der allgewaltige Gott seine Pläne schon fertig hat und immer zum Ziel kommt, auch mit Israel.
    L.G. Martin

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  2. Jetzt kann Herr Biden mehrmals sagen oder schreiben “Ich war hier”.
    Dennoch bleibt die Frage offen. Was jat das gebracht? Es ist ja schön, wenn mehr konkretes zu Tage treten würde. Z.B. sollte das Feuer in Syrien gegen russische Invasionen und den Machthaber gerichtet werden, damit das Land eigenständig entscheiden kann, was es will. Derzeit ist es ein Spielball einer Achse, die durch den Iran bis nach Russland reicht. Seltsam, warum man so lange schon Land und Leute ihrem Schicksal überlässt.

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  3. 2 – Staaten – Lösung: Jordanien (77% des “ursprünglichen Palästina”), die restlichen 23% für Juden und Menschen die friedlich mit ihnen leben und arbeiten wollen. Wer durch sein Handeln das Gegenteil beweist: neue Heimat

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  4. Aber die übrigen “Palästinenser”-Flüchtlinge dürfen nach Saudi-Arabien nicht einreisen oder sich gar als Flüchtlinge dort niederlassen. Die Saudis mögen ihre “palästinensischen” Glaubensbrüder nicht. Das ist verständlich, geben sie doch nirgendwo Ruhe und gliedern sich in die jeweiligen Gesellschaften ein.
    Ganz anders Deutschland: hier werden alle aufgenommen, auch Terroristen. Und alle können sich ihre Knete beim Sozialamt abholen. Das geschieht jetzt nicht nur unter rot-grüner-FDP- Ampel, sondern wurde schon unter Merkel praktiziert. Noch vor garnicht allzu langer Zeit kritisierte Merz die Politik der Frau Merkel als “grottenschlecht” – aber nach deren Abgang änderte Merz nichts.
    Übrigens, Deutschland ist da viel aufnahmefreundlicher als die Saudis: allein in Berlin leben fast 50.000 Palästinenser…

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