JERUSALEM (inn) – Kolumbien hat seit Mittwoch wieder eine diplomatische Vertretung in Israel. Nach zwei Jahren Pause eröffnete das lateinamerikanische Land seine Botschaft in Jerusalem. Am feierlichen Empfang nahmen Israels Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) und sein kolumbianischer Amtskollege Omar Bula (Verteidiger des Heimatlandes) teil. Auch der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) war bei den Feierlichkeiten dabei.
In einer Stellungnahme erklärte das israelische Außenministerium, die Verlegung der Botschaft sei ein weiterer „wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den zwei Ländern.“
In den vergangenen Jahren gestalteten sich die Beziehungen zwischen Israel und Kolumbien eher holprig. Unter der Präsidentschaft des linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro (Historischer Pakt) kam es im Mai 2024 zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Zuvor hatte sich Kolumbien der südafrikanischen Völkermordklage gegen Israel angeschlossen.
Kehrtwende in der kolumbianischen Politik
Nach dem Regierungswechsel im Juni vollzog das Land eine politische Kehrtwende. Präsident Abelardo de la Espriella (Verteidiger des Heimatlandes) erklärte nach seinem Wahlsieg die Wiederaufnahme der Beziehungen zum jüdischen Staat und kündigte zudem die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem an. Im August erkannte das Land Israels Souveränität über die Golanhöhen an. Im September erklärte es schließlich seinen Rückzug aus der Völkermordklage.
Während der Eröffnungszeremonie zeigte sich Sa’ar erfreut, dass de la Espriella sein Versprechen gehalten hat. Die Eröffnung der Botschaft „ist nicht nur die Anerkennung der einfachen politischen Tatsache, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist. Es ist auch die Anerkennung einer historischen Wahrheit, die kein ehrlicher Mensch leugnen kann.“
Bula bedauerte den zeitweisen Abbruch der Beziehungen. Dies hätte nie passieren dürfen, sagte er. „Israel ist ein strategischer Partner. Das war es immer gewesen und wird fortan ein noch stärkerer sein“, sagte er.
Mit Kolumbien unterhalten nun zehn Staaten ihre diplomatische Vertretung in Jerusalem. Dazu gehören neben den USA auch der Kosovo sowie die lateinamerikanischen Länder Guatemala, Honduras und Paraguay. Im Februar 2024 kündigte auch Argentiniens Präsident an, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Bislang wurde der Plan jedoch noch nicht umgesetzt. (mw)
3 Kommentare
Das finde ich super.
Kolumbiens Außenminister Omar Bula, guter Mann.
Muy bien, Colombia !