JERUSALEM (inn) – Israels Präsident Jizchak Herzog hat sechs Menschen die „Medaille für ziviles Heldentum im Jahr 5787“ verliehen. Bei der Verleihung in der Präsidentenresidenz wandte er sich an die Preisträger: „Tali, Janiv, Zvika, Or, Assaf und Dr. Schota – Die Auszeichnung, die ihr heute bekommt, zeugt nicht nur davon, dass ihr Leben gerettet habt. Ihr bekommt sie auch dafür, dass ihr uns und der ganzen Welt etwas viel Tieferes gezeigt habt. Ihr habt das Gesicht der israelischen Mentalität und des Herzensmutes gezeigt. Eine Einstellung, die sagt: ‚Wenn es Gefahr gibt, handeln wir.‘“
Die Entscheidung, den anwesenden sechs Zivilisten die Auszeichnung zu überreichen, sei dem Komitee, dessen Vorsitzender der ehemalige Richter des Obersten Gerichts Eljakim Rubinstein ist, nicht schwergefallen: „Die Medaille für ziviles Heldentum im Jahr 5787 erkennt den Mut an, die Einheit, Brüderlichkeit, die Zivilisten zeigten, als sie auf dem Flug FlyDubai FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv am 30. September, dem 19. Tischrei 5787, am Sukkot-Halbfeiertag, zusammensaßen.“
Der Präsident erklärte: „In dem Moment gab es für euch keine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten. Es blieb keine Zeit, nachzudenken, sich abzusprechen oder Anweisungen zu empfangen.“
Kampf gegen Terrorismus ein internationales Problem
An die Nationen gewandt, sagt der Präsident auf Englisch: „Im Kampf gegen Terrorismus steht Israel ganz vorne. Doch es ist nicht nur unser Kampf. Denn Terror kennt keine Grenzen und keine Nation ist gegen ihn immun. Es ist der Kampf jeder Nation, die der Heiligkeit des Lebens verpflichtet ist. Es ist der Kampf jeder freien Nation, und jeder Nation, die menschliche Würde respektiert.“
Die Verleihung fand am Donnerstag statt, einen Tag nach dem dritten Jahrestag des 7. Oktober. „Wir haben gemerkt, dass wir existentiell bedroht sind. Die Bekämpfung von Terror fordert vorausschauendes Danken, Hingabe, vor allem aber internationale Zusammenarbeit. In die Untersuchung unserer guten Freunde in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe ich vollstes Vertrauen.“
Herzog sagte weiter: „Die Ereignisse vom 30. September haben der Welt eine Realität gezeigt, die Israel nur allzu gut bekannt ist. Wenn Gefahr droht, ist es gut, einen Israeli in seiner Nähe zu haben.“ Einen Punkt wolle er noch betonen: „Es ist besser, auf Israels Warnungen zu hören, bevor die Gefahr zuschlägt. Gemeinsam und mit vereinten Kräften können wir dem Terror entgegenstehen.“
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Bei der Übergabe der Medaille an Tali Manes fragte Herzog: „Tali, was haben Sie gedacht, als Sie Geräusche aus dem Cockpit hörten? Das ist doch nicht ungewöhnlich?“. Tali sagte: „Wir sind ein Volk, das in Anspannung lebt. Und offensichtlich hat meine mütterliche Intuition gewirkt. Vor allem aber denke ich, ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Leuten.“
Ihre sechsjährige Tochter Nina hatte ihr Bescheid gegeben, als sie auf der Toilette hinter dem Cockpit seltsame Geräusche hörte. Sie wiederum habe ihren Mann Zvika informiert. Der indische Pilot Smit Machchhar habe die Tür geöffnet, der Klempner Janiv Hajon konnte den Terroristen überwältigen. Assaf Radschwan und Or Pardilov seien ihm zur Hilfe gekommen. Der Arzt Schota Musajev schließlich habe sich um den verwundeten Machchhar gekümmert.
Musajev sagte dem Präsidenten: „An dem Tag sind viele Wunder passiert. Es waren so viele Menschen, die mitgeholfen haben. Und alle haben heldenhaft gehandelt. Hätte auch nur ein Glied in der Kette gefehlt, wäre die Kette auseinandergerissen.“ Besonders bedankte er sich bei seiner Frau: „Von dem Moment, wo ich sie verließ, hörte sie nicht auf, zu beten. Und ich möchte Smit danken, dem Piloten, der die Tür aufstieß. Und Janiv, Zvika, Assaf, Or und allen anderen. Sie alle – und so viele andere – waren Helden.“
Nach der Verleihung sagte Radschwan: „Ich bin sprachlos. Ich glaube, wir sind eine Art Familie geworden. Wir alle feiern ab jetzt zwei Geburtstage: Unseren eigentlichen Geburtstag und den 30. September.“ An das Volk Israel gerichtet sagte er: „Danke für all die Liebe, die ihr uns entgegenbringt. Und allen, die mit uns im Flugzeug saßen, wünsche ich eine weiche Landung.“
Dank an den Piloten
Die große Dankbarkeit gegenüber dem indischen Piloten Machchhar war allen Anwesenden abzuspüren. Hajons Tochter sagte vor der Veranstaltung: „Meine Eltern saßen mit meinen beiden Schwestern in dem Flug. Stell dir vor, wäre der indische Pilot nicht gewesen, wäre keiner von den 174 heute am Leben. Es ist sicher kein Zufall, dass mein zweieinhalbjähriger Sohn Or an diesem Tag ein T-Shirt mit der Aufschrift ‚Am Israel chai‘ (Das Volk Israel lebt) trug.“
Wie das Büro des Präsidenten am Wochenende verlauten ließ, hatte Herzog dem Piloten bereits Tage vor der Medaillenvergabe einen Brief geschrieben. Darin dankte er für dessen Einsatz und schrieb: „Ihre heldenhafte Tat reiht sich ein in die indischen Truppen, die vor mehr als 100 Jahren ihr Leben riskierten, um die Städte des Heiligen Landes zu befreien. Diese Taten sind für ewig und unzertrennlich mit Israels Geschichte verbunden. Wir alle bitten um Ihre Genesung und freuen uns, Sie hier in Jerusalem zu begrüßen und Ihnen die Liebe unserer dankbaren Nation auszudrücken.“
Am Ende der Veranstaltung dankte Radiomoderatorin Hadar Marks auch den Soldaten und Sicherheitskräften, die aktuell um ihre Gesundheit oder ihr Leben kämpfen: „Wir beten für sie und wünschen ihnen, dass sie gesund und sicher zurück zu ihren Familien kehren können.“ Die Anwesenden antworteten einstimmig mit „Amen“.
Die Medaille für ziviles Heldentum (Ot Nassi HaMedina LeGvura HaEsrachit) rief Präsident Jizchak Herzog nach dem Massaker am 7. Oktober 2023 ins Leben. Anlass waren die zahlreichen Berichte über Zivilisten, die in jener Ausnahmesituation über sich hinauswuchsen und uneigennützig Mitmenschen retteten. Geehrt werden Zivilisten, die unter erheblichem persönlichem Risiko für ihr eigenes Leben außergewöhnlichen Mut, Tapferkeit und Solidarität bewiesen haben, um das Leben anderer zu retten.
Zum ersten Jahrestag des Hamas-Massakers verlieh Herzog die Auszeichnung zum ersten Mal an 14 Personen. Im September 2025 übereichte er 15 Personen die Medaille als Auszeichnung für mutige Rettungstaten während des anhaltenden Krieges. (mh)
Ein Kommentar
Manche Preise und deren Verleihungen sind zur Farce geworden und verlieren an Glaubwürdigkeit. Sie senden meist politische Botschaften und sind eine Bühne zur Selbstdarstellung.
Diese „Medaille für ziviles Heldentum“ zeigt in herausragender Weise, wie Menschen ohne Kalkül, einfach mit Mut zu wirklichen Helden werden und dass Gott sie führt und leitet. Großes Lob und Dank an euch Königskinder. Und Dank an Gott, der auch heute noch Wunder tut.
AM ISRAEL CHAI 🙏🇮🇱💙👑