TEL AVIV (inn) – Ein Passagierflugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv hat am Mittwochmorgen für Alarm in der Region gesorgt: Die Maschine der Fluglinie Flydubai sendete ein Notsignal aus. Unbestätigten Berichten zufolge wollte der Co-Pilot das Steuer übernehmen und die Maschine über Tel Aviv abstürzen lassen.
Wie eine Passagierin später schilderte, stach einer der Piloten auf den anderen ein. Dem israelischen Sender „Kanal 12“ erklärte sie per Textnachricht: „Wir hörten Schreie im Flugzeug. Dann öffneten sie die Tür zum Cockpit und wir sahen Blut: Jemand hatte auf den Piloten mit einem Taschenmesser eingestochen.“
Das Flugzeug geriet in einen Sinkflug. Den Passagieren gelang es aber, den Angreifer zu überwältigen. Ein zweites Pilotenteam, das in Zivil an Bord war, brachte den Flieger unter Kontrolle.
Die Piloten führten eine Notlandung am Flughafen von Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens durch. Auf Videoaufnahmen ist zusehen, wie die Passagiere jubeln und applaudieren. Bilder aus dem Flugzeug zeigten Passagiere mit blutverschmierten T-Shirts.
Israelischer Offizieller: Desaster verhindert
Ein israelischer Vertreter sagte dem Fernsehsender „Kanal 12“, ein Desaster von der Größenordnung der Anschläge vom 11. September sei verhindert worden. Medienberichten zufolge stammt der betreffende Pilot aus dem Oman und wird nun verhört. Neben einer Terrorabsicht besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Pilot in einem geistigen Ausnahmezustand befand.
Der israelische Armeechef Ejal Samir hatte infolge des Notsignals eine Lagebesprechung abgehalten, bei der unter anderen Luftwaffenchef Omer Tischler zugegen war. Die Luftwaffe ließ Kampfjets aufsteigen. (df)