In Israel und den Palästinensergebieten getötete Journalisten: 22 Namen entfernt

Nach einer Überprüfung korrigiert eine New Yorker Organisation die Zahl der in Israel und den Palästinensergebieten getöteten Journalisten erneut nach unten. Denn einige entpuppen sich als Terroristen.
Von Israelnetz
Hussam Schabbat

NEW YORK (inn) – Das „Komitee zum Schutz von Journalisten“ (CPJ) hat 22 Personen aus der Datenbank zu in Israel getöteten und den palästinensischen Gebieten getöteten Journalisten entfernt. Es reagierte damit auf eine Überprüfung, die im Juni begonnen hatte und nun abgeschlossen ist. Gleichzeitig seien sechs Namen wieder in die Liste aufgenommen worden, teilte das CPJ am Donnerstag mit.

„Die Genauigkeit und Glaubhaftigkeit der CPJ-Recherche sind grundlegend für unsere Mission und für Bemühungen, nach Rechenschaft und Gerechtigkeit für Journalisten und Medienschaffende in aller Welt zu streben“, erklärte Geschäftsführerin Jodie Ginsberg. Die Einstufungen richteten sich allein nach den Kriterien des Komitees für Journalisten. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Ansichten spielten keine Rolle.

Israel weiter für Mehrheit der Todesfälle verantwortlich gemacht

Insgesamt hat sich das CPJ mit 229 Todesfällen befasst, die sich von Oktober 2023 bis August 2026 ereigneten. „Die Überprüfung zeigt, dass israelische Truppen weiterhin verantwortlich sind für eine große Mehrheit der Tötungen von Journalisten und Medienschaffenden weltweit seit 2023“, heißt es in der Mitteilung.

Die aktualisierte Liste enthält 196 statt 212 Namen. Israel wird für den Tod von 191 dieser als Journalisten geführten Personen verantwortlich gemacht, vorher waren es 209.

Von den 22 entfernten Personen waren 20 an Kämpfen beteiligt. Bei den anderen habe sich herausgestellt, dass sie nicht als Journalisten qualifiziert waren. Anlass für die Überprüfung waren Nachrufe, die Terrorgruppen in Sozialen Medien veröffentlichten.

„Bereitwilliger Partner für Terrorgruppen“

Die Organisation „HonestReporting“ hingegen hatte im August mitgeteilt, 120 von 209 Namen zeigten Verbindungen zu Terror-Organisationen. Zur aktualisierten Liste äußerte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur JNS: „Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad geben sich nicht einmal mehr Mühe, zu verbergen, wie sich ihre Funktionäre als Journalisten ausgegeben haben. Warum sollten sie auch, wenn das CPJ ein so bereitwilliger Partner bei der Scharade war?“

Das mediale Ökosystem von Gaza sei durch Nähe zur Hamas und ihren Verbündeten kontaminiert, fügte der Sprecher hinzu. Das CPJ weigere sich, das einzugestehen – obwohl sich wiederholt gezeigt habe, dass es dem System zum Weiterbestehen verhelfe und Israel die Schuld zu weise.

Militanter wieder in Liste

Einer der wieder aufgenommenen Namen ist laut JNS Assaad Schamlakh. Im August hatte die Londoner Organisation „Airwars“ ihn als Militanten eingestuft. Denn auf einem Telegram-Konto des Islamischen Dschihad wurde er als „Kämpfer“ identifiziert. Das Komitee reagierte nicht darauf und behielt ihn auf der Liste.

Im Fall von Mohamed Khaireddine wiederum erklärte die Familie, er sei weder Journalist noch Mitarbeiter von Medienschaffenden. Dennoch setzte ihn das JPC wieder auf die Liste.

Die Namen Ahmed Fatima und Mohamed al-Dschadscha hatte das Komitee zu einem früheren Zeitpunkt herausgenommen, weil sie keine Journalisten seien. Nun finden sie sich erneut in der Aufstellung.

Zwei israelische Journalisten rehabilitiert

Doch auch zwei israelische Reporter hat das JPC wieder hinzugefügt: Schai Regev und Ajelet Arnin. Die beiden nahmen am Nova-Musikfestival teil, befanden sich aber nach einer früheren Einschätzung „nicht im Dienst“.

Die Schwester von Regev und der Chefredakteur der Zeitung „Ma’ariv“, Golan Bar-Josef, teilten allerdings mit, er habe während des Angriffes aktuelle Informationen an die Redaktion geschickt. Zu Arnin erklärte der Direktor des Senders „Kan“, Lior Landenberg: „Arnin nahm zwar privat am Festival teil. Aber sie begann, Videos und Live-Nachrichten zu senden, als sich der Angriff entwickelte.“ (eh)

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Ein Kommentar

  1. „„Die Überprüfung zeigt, dass israelische Truppen weiterhin verantwortlich sind für eine große Mehrheit der Tötungen von Journalisten und Medienschaffenden weltweit seit 2023““

    „Die aktualisierte Liste enthält 196 statt 212 Namen. Israel wird für den Tod von 191 dieser als Journalisten geführten Personen verantwortlich gemacht, vorher waren es 209.“

    Bevor erneut gewisse Personen nur den Titel lesen und einen Zuspruch empfinden, habe ich einen wichtigen Teil des Textes kopiert.

    Wer die Wunde hat, wird das Salz schon spüren.

    196 Journalisten, bestätigt.

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