Sorge über Vormarsch der Huthis

Der Iran übt dank der Huthi-Terroristen nun auch erhebliche Kontrolle über den Schiffsverkehr am Roten Meer aus. Israel erhöht die Alarmbereitschaft.
Von Israelnetz
Blick in Südrichtung auf das Rote Meer und die Meeresenge Bab al-Mandab

JERUSALEM (inn) – Nach den Eroberungen der Huthi-Terroristen an der Meeresstraße Bab al-Mandab hat die israelische Marine ihre Alarmbereitschaft erhöht. Zudem verstärkte sie die Kräfte auf See, um Überraschungsangriffe zu verhindern.

Ende vergangener Woche hatten die vom iranischen Regime unterstützten Huthis unter anderem die Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemen und die Insel Perim unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem beschossen sie vom Irak aus die Ost-West-Rohrleitung, mit der Saudi-Arabien Öl von der Straße vom Golf zum Roten Meer bringt.

Mit dem Vorstoß übt der Iran nun auf direktem und indirekten Weg erhebliche Kontrolle über zwei Energietransportwege von globaler Bedeutung aus. Schon in den Wochen zuvor hatten Huthi-Angriffe auf saudische Öl-Infrastruktur dem Königreich zugesetzt, die Exporte über das Rote Meer sanken zwischen Juli und August um die Hälfte auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Vergebliches Ersuchen

Der saudische Kronprinz und faktische Herrscher Mohammed Bin Salman hatte Berichten zufolge US-Präsident Donald Trump (Republikaner) um Hilfe gebeten. Er soll Trump vergangene Woch zweimal angerufen haben, berichtete die Nachrichtenseite „Axios“. Trump habe zwar Unterstützung angeboten, schloss jedoch Militäraktionen aus.

Am Samstag erklärte Trump, die Huthis hätten angerufen und betont, dass sie keine Einmischung der USA wollten. Sie würden nicht gegen die USA kämpfen und die meisten Schiffe durchlassen.

Der Kommandeur des regionalen US-Kommandos, Brad Cooper, reiste indes nach Riad, um Unterstützung zu zeigen. Laut Berichten bat Bin Salman zudem Länder der Region um Hilfe. Eine indirekte Anfrage erging über die Amerikaner auch an Israel.

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Mangelnde Abschreckung kritisiert

Wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, beobachten israelische Sicherheitsvertreter die Entwicklungen mit Sorge. Doch derzeit sei eine Intervention nicht angedacht, es sei denn, Israel komme unter Beschuss.

Die israelische Luftwaffe hatte im Juli 2024 erstmals Ziele der Huthis im Jemen angegriffen. Der Aktion war ein Drohnenangriff auf Tel Aviv vorangegangen, mit dem die Huthis einen israelischen Zivilisten töteten.

Schwächen offenbart

Die Kontrolle über die Meeresstraße Bab al-Mandab und die Störung des dortigen Schiffsverkehrs ist wesentlich einfacher als über die Straße von Hormus: Erstere hat nur eine Breite von 18 Kilometern, letztere eine Breite von 55 Kilometern.

Laut „Yediot Aharonot“ kritisieren israelische Militärvertreter die mangelnde Abschreckung regionaler Länder, allen voran Saudi-Arabien, gegenüber den Huthis. Der Vormarsch der Terroristen offenbare auch die Schwäche derjenigen Kräfte, die sie bekämpfen sollten.

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ gelang es den Huthis, Funkgespräche zwischen saudischen Kommandeuren und den von Riad unterstützten Kämpfern abzufangen. Zudem waren sie in der Lage, die Kämpfer direkt anzurufen und sie zum Aufgeben zu bewegen. Die Vorgänge hätten für Verwirrung auf dem Schlachtfeld gesorgt. (df)

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Ein Kommentar

  1. Die Huthis haben angerufen (bei wem genau ? ), sagt Trump, und sich eine amerikanische Einmischung verbeten. Die grösste Militärmacht der Welt (?) mit dem Gröpaz an ihrer Spitze macht…nichts.

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