BISCHKEK (inn) – UN-Generalsekretär António Guterres hat am Dienstag in Kirgisistan den iranischen Staatspräsidenten Masud Peseschkian getroffen. Dabei verzichtete er darauf, das brutale Vorgehen gegen Regimegegner in der Islamischen Republik zu thematisieren.
Hintergrund des Treffens war ein Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. In einer offiziellen Zusammenfassung der Vereinten Nationen hieß es anschließend, die beiden hätten humanitäre und wirtschaftliche Folgen des Konfliktes zwischen Iran und USA diskutiert. Hinrichtungen und Folter wurden nicht erwähnt.
Auf einer Pressekonferenz in New York fragte die Journalistin Efrat Lachter von „Fox News“ daraufhin, ob der Generalsekretär diese Themen bei dem Treffen angesprochen habe. Und wenn ja, warum sie in der Zusammenfassung nicht vorkämen.
Sprecher: Hinrichtungen bei Treffen mit anderen Iranern thematisiert
UN-Sprecher Stéphane Dujarric erwiderte, er habe der Mitteilung nichts hinzuzufügen. Guterres habe bei Treffen mit iranischen Vertretern in New York und andernorts die Themen angesprochen. Er ergänzte: „Wir haben von diesem Podium aus im Namen des Generalsekretärs klipp und klar die Anwendung der Todesstrafe im Iran verurteilt, weil wir gegen die Todesstrafe in jedem Land sind.“
I asked the UN today why executions, torture allegations and detained protesters were missing from the readout of Secretary-General António Guterres’ meeting with Iran’s president-
— Efrat Lachter (@EfratLachter) September 1, 2026
as more than 60,000 Iranians were detained following January’s protests.
HRANA says 78 people were… pic.twitter.com/olDQqHABXU
In einem Bericht für „Fox News“ nannte Lachter Zahlen von „Iran International“. Demnach wurden bis zum 7. August mehr als 60.000 Menschen im Iran infolge der Proteste vom Januar festgenommen. In anderen Quellen sei die Rede von mehr als 100.000 Iranern, die einbestellt, inhaftiert oder verhört worden seien.
Die von Menschenrechtsaktivisten betriebene Nachrichtenagentur HRANA wiederum melde 78 Hinrichtungen im August. Von ihnen stünden zwei in Verbindung mit den Januar-Protesten. Des Weiteren wurden demnach im vergangenen Monat 21 Todesurteile verhängt. Seit Jahresbeginn habe der Iran mindestens 950 Menschen hingerichtet.
Der Direktor der Organisation „UN Watch“, Hillel Neuer, schrieb auf der Plattform X: „Der UN-Sprecher bestätigt offiziell: Generalsekretär Guterres traf gerade den Präsidenten des iranischen Regimes und versäumte es, auch nur ein Wort über die Zehntausenden iranischen Protestler zu sagen, die es massakriert hat. Was ist aus all dem Gerede über Menschenrechte und internationales Recht geworden?“
Guterres beklagt Verletzung von Waffenruhen
Guterres selbst äußerte nach dem Treffen auf X: „Die Konflikte im Nahen Osten hatten weitreichende Auswirkungen. Vereinbarungen und Waffenruhen werden permanent verletzt, und Angriffe gehen weiter. Ich rufe zu größtmöglicher Zurückhaltung auf – und dazu, dass Vereinbarungen und internationales Recht geachtet werden. Mehr denn je brauchen wir Verhandlungen für einen gerechten, dauerhaften Frieden im Einklang mit internationalem Recht, einschließlich der UN-Charta und relevanter UN-Resolutionen.“
Iranischen staatlichen Medien zufolge hatte Peseschkian in dem Gespräch mit dem Portugiesen gesagt: „Der Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran, das Märtyrertum der Führung des Landes und einer Anzahl von Beamten und Bürgern, Schulkinder eingeschlossen, ebenso wie das Zielen auf die Infrastruktur – all das hat gezeigt, dass die grundlegendsten Prinzipien von Menschlichkeit und internationalem Recht missachtet wurden.“ Die Konflikte in Gaza und im Libanon seien „inakzeptabel“.
Die jemenitische Nachrichtenagentur „Saba“ berichtete, Peseschkian habe die Position von Guterres gewürdigt: Der UN-Generalsekretär habe „die jüngsten Aggressionen der USA und Israels gegen den Iran verurteilt“. (eh)
6 Kommentare
Auf Guterres Abschiedstournee bleiben Hinrichtungen, Folterungen, Brutalität und Unterdrückung des eigenen Volkes unerwähnt. Ohne Gewaltanwendung könne es keinen Frieden geben, sagt ausgerechnet der Präsident des Landes, der völkermörderisch am eigenen Volk vorgeht.
Das Schweigen Guterres zu diesen Taten hallt bis hierher.
Noch lauter ist sein Stolz darauf, dass er trotz erheblichen Drucks der Einzige gewesen sei, der den Angriff der USA und Israel auf den Iran vor dem Sicherheitsrat verurteilt habe. Na dann hat er ja alles richtig gemacht. (Ironie off)
Ella @ beim allerschlechtesten Willen, den man Guterres durchaus unterstellen darf, kann er Folter und Hinrichtungen im Iran nicht Israel anlasten. Also redet er nicht darüber. Der Mann ist inzwischen eine Karikatur seiner selbst geworden und entwickelt sich mehr und mehr zum grotesken Clown. Oder zum Terror-Clown…
Guterres erwähnt Hinrichtungen im Iran nicht. Damit hat keiner gerechnet…
Alberto, zeigt das negative Bild der UNO.
Nicht pro Menschlichkeit.
Wird Zeit, dass Guterres verschwindet. Nichts Gutes hat er geschafft.
Nachtrag: Guterres, mit Handschlag iranischer Präsident, Mörder am Volk, phui Guterres. Sie sind nicht pro Opfer. Handschlag mit Teufelsbrut.