Ich stelle mir manchmal einen Historiker vor, sagen wir im Jahr 2126. Er schlägt in einem Lexikon den Begriff „Genozid“ nach. Darunter stehen der Holocaust, Ruanda, Srebrenica. Und, möglicherweise, Gaza. Dasselbe Wort für alle vier. Aber beschreibt es wirklich dasselbe?
Genau an diesem Punkt beginnt das eigentliche Problem, und es ist kein juristisches. Was geschieht mit unserer Sprache, wenn Auschwitz und Gaza unter denselben moralischen Schlüsselbegriff fallen?
Der Vorwurf, Israel begehe im Gazastreifen einen Genozid, zählt inzwischen zu den schwersten Anschuldigungen, die gegen den jüdischen Staat erhoben werden. Südafrika hat ihn vor den Internationalen Gerichtshof gebracht. Festgestellt ist bislang nichts. Das Hauptsacheverfahren läuft, ein Urteil steht aus, vielleicht noch Jahre.
Ob am Ende ein Gericht zu diesem Ergebnis kommt, weiß heute niemand. Auch ich nicht. Es gibt einen alten juristischen Merksatz, der genau diese Ungewissheit auf den Punkt bringt: „Coram iudice et in alto mari sumus in manu Dei“ – vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand. Wer heute schon zu wissen glaubt, wie ein internationales Gericht in einigen Jahren entscheiden wird, unterschätzt sowohl die Justiz als auch die Zeit, die ein solches Verfahren braucht.
Was mich jedoch dabei beunruhigt, ist etwas anderes: Was macht es mit unserem historischen und moralischen Denken, wenn wir Gaza und Auschwitz mit demselben Wort fassen – unabhängig davon, wie ein Gericht irgendwann entscheidet?
„Genozid“ ist zunächst ein Rechtsbegriff
Man muss etwas anerkennen, das in der öffentlichen Debatte gern untergeht: „Genozid“ bedeutet juristisch nicht „Holocaust“.
Die Völkermordkonvention von 1948 definiert Genozid über bestimmte Handlungen, begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Entscheidend ist nicht die Opferzahl. Entscheidend ist der dolus specialis – die besondere Vernichtungsabsicht.
Ein Genozid braucht keine Gaskammern. Keine Wannseekonferenz. Keine sechs Millionen Toten. Er kann, rein tatbestandlich, mehrfach in der Geschichte vorkommen, an ganz unterschiedlichen Orten, unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen.
Wer also behauptet, Gaza könne schon deshalb kein Genozid sein, weil es nicht Auschwitz ist, verkürzt die juristische Logik. Das ist ein Fehler. Der umgekehrte Schluss ist aber genauso falsch: dass zwei mögliche Genozide historisch oder moralisch gleichzusetzen wären, nur weil derselbe Paragraf beide erfassen könnte.
Das Recht schafft Tatbestände, die Geschichte differenziert jedoch. Und eine verantwortungsvolle politische Sprache muss beides erklären und verständlich machen.
Auschwitz stand nicht im Dienst des Krieges
Der Holocaust war die systematische, staatlich organisierte Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten. Diese Zahl kennt inzwischen fast jeder. Sie erklärt aber nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist das Ziel.
Jüdische Kinder, alte Menschen, Zivilisten jeder Couleur wurden nicht getötet, weil sie kämpften. Sie wurden getötet, weil sie existierten. Ihre Vernichtung war keine Kriegsfolge. Sie war eigenständiges Staatsziel – ideologisch begründet, bürokratisch organisiert, verfolgt unabhängig davon, wie der Krieg gerade verlief.
Auschwitz stand nicht im Dienst der Kriegsführung, einer Kriegsführung, die von der Hamas ausging. Auschwitz war das Ziel selbst.
Eine Gegenprobe, die ich für hilfreich halte
Stellen wir uns vor, die arabischen Bewohner Gazas wären seit Generationen vollintegrierte Bürger Israels gewesen. Sie hätten in seiner Armee gedient, Seite an Seite mit jüdischen Soldaten gekämpft, wären Teil der Gesellschaft gewesen wie jeder andere auch. Und dann würde eine Regierung erklären: All das zählt nicht mehr. Allein die ethnische Herkunft entscheidet künftig über Zugehörigkeit und Rechte.
In einem solchen Szenario läge der Vergleich mit rassistischer Verfolgung nahe, vielleicht sogar mit Apartheid. Und würde daraus eine systematische Vernichtung folgen, einzig wegen dieser Herkunft, dann wäre man sehr nah an dem Mechanismus, der den Holocaust auszeichnet: Menschen werden nicht verfolgt wegen dessen, was sie tun. Sie werden verfolgt wegen dessen, was sie sind.
Genau diese Frage halte ich für die entscheidende, in jedem einzelnen Fall: Wird jemand bekämpft wegen seines Handelns – oder verfolgt wegen seines Seins? Ohne diese Unterscheidung verliert jeder historische Vergleich seinen Boden.
Realität statt Gedankenexperiment
Und hier lohnt sich der Blick auf die Realität, nicht nur auf das Gedankenexperiment. Rund zwei Millionen arabische Bürger leben in Israel – mit israelischem Pass, vollem Wahlrecht und voller rechtlicher Integration in den Staat, den sie mitregieren. Sie sitzen im Parlament, in eigenen wie in gemischten Parteien der Knesset. Sie sind Richter, auch am Obersten Gerichtshof, sie sind Polizeibeamte, Ärztinnen und Ärzte, Professorinnen und Professoren an israelischen Universitäten, manche auch Offiziere der israelischen Armee.
Das lässt sich mit einer Politik, die auf die Vernichtung einer Bevölkerungsgruppe wegen ihrer Ethnie zielt, schlicht nicht vereinbaren. Wer Israel dennoch in eine Reihe mit dem NS-Regime stellt, muss erklären, warum ein angeblich völkermörderischer Staat seit seiner Gründung eine ethnische Minderheit in seine höchsten Gerichte, sein Parlament und seine Sicherheitsbehörden aufnimmt.
Zwei Zahlen, zwei Arten des Sterbens
Zahlen bleiben abstrakt, bis man sie nebeneinanderlegt. Ich tue das im Folgenden bewusst vorsichtig – nicht um Leid gegeneinander aufzurechnen, jeder Tote zählt für sich. Ich will vielmehr sichtbar machen, wovon wir eigentlich sprechen, wenn wir ein und dasselbe Wort für zwei derart unterschiedliche Wirklichkeiten benutzen.
Im Holocaust wurden rund sechs Millionen europäische Juden ermordet – etwa zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung Europas vor dem Krieg. Diese Vernichtung geschah mit einer eigens dafür geschaffenen Infrastruktur. Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Sobibor, Belzec, Chelmno und Majdanek wurden zu keinem anderen Zweck gebaut, als dem, Menschen in möglichst kurzer Zeit systematisch zu töten.
Allein in Auschwitz-Birkenau starben mehr als eine Million Menschen, ein Großteil von ihnen innerhalb weniger Stunden nach ihrer Ankunft, in Gaskammern, die für genau diesen einen Zweck konstruiert worden waren. Es gab keine Front, an der diese Menschen starben. Es gab eine Rampe, eine Selektion, eine Gaskammer, einen Krematoriumsofen.
Andere Logik
Der Krieg in Gaza unterliegt, so furchtbar er ist, einer anderen Logik. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden seit Oktober 2023 rund 69.000 Palästinenser getötet, unabhängige Schätzungen unter Einschluss indirekter Kriegsfolgen gehen von einer höheren Zahl aus. Jede einzelne dieser Zahlen steht für einen Menschen, ein Leben, eine Familie – daran will ich nichts relativieren, nichts kleinreden.
Aber diese Menschen starben überwiegend durch Bombardierung, Beschuss, einstürzende Gebäude, Hunger und den Zusammenbruch des Gesundheitssystems, im Verlauf eines andauernden militärischen Konflikts zwischen einer Armee und einer bewaffneten Organisation, die sich in dicht besiedeltem zivilem Gebiet verschanzt. Das unterscheidet sich, bei aller gebotenen Trauer um jeden einzelnen Toten, fundamental von einer Tötungsmaschinerie, die einzig dafür geschaffen wurde, eine gesamte Bevölkerungsgruppe ohne jeden militärischen Zusammenhang physisch auszulöschen.
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Auch das Verhältnis zur jeweiligen Gesamtbevölkerung spricht eine eigene Sprache. Der Holocaust vernichtete, wie erwähnt, rund zwei Drittel der europäischen Juden – eine Zahl, die auf vollständige Auslöschung zielte und sie beinahe erreichte. Selbst nach den höchsten kursierenden Schätzungen der Toten in Gaza, weit über die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hinaus, spricht man von einem niedrigen einstelligen Prozentsatz der rund 2,1 Millionen Einwohner des Gazastreifens.
Das ist kein Wettbewerb um das größere Leid, und ich will es auch nicht dazu machen. Es ist ein Hinweis darauf, dass wir mit dem Wort „Genozid“ zwei kategorial verschiedene Wirklichkeiten in denselben sprachlichen Behälter zwingen – eine vollzogene Vernichtung und einen Krieg mit einer erschütternd hohen, aber eben nicht auf vollständige Auslöschung zielenden Zahl ziviler Opfer.
Gaza ist im Krieg – und gerade deshalb muss man genau hinschauen
Der Krieg in Gaza lässt sich kritisieren, und er kann selbstverständlich kritisiert werden: die Verhältnismäßigkeit des militärischen Vorgehens, die Zahl ziviler Opfer, die humanitäre Lage vor Ort, mögliche Verstöße gegen das Völkerrecht. Auch der Genozidvorwurf selbst ist juristisch prüfbar, das bestreitet niemand ernsthaft. Allerdings dürfte es meiner Einschätzung nach am Vorsatz fehlen.
Aber ein Krieg schafft eine andere Ausgangslage als die Schoa. Der Nationalsozialismus hat keinen Krieg gegen die europäischen Juden geführt. Ihre Vernichtung war kein Mittel zu einem anderen Zweck. Sie war Selbstzweck.
Wer diesen Unterschied verwischt – aus welcher politischen Überzeugung heraus auch immer –, riskiert zweierlei zugleich: den Holocaust in seiner Besonderheit zu verkennen, oder ihn rhetorisch für die Gegenwart zu instrumentalisieren. Beides schadet der historischen Wahrheit. Und, das will ich ausdrücklich hinzufügen, beides schadet am Ende auch einer redlichen Kritik an israelischer Kriegsführung.
Was ein Wort politisch bewirken kann
„Genozid“ ist juristisch ein Tatbestand mit klaren Voraussetzungen. Politisch ist er längst etwas anderes geworden: ein moralischer Superlativ, das absolute Verbrechen schlechthin.
Gerade deshalb entfaltet der Vorwurf gegen Israel eine so starke historische Sogwirkung. Die Nachkommen der Opfer erscheinen plötzlich als Täter. Ich sage bewusst nicht, dass diese Gleichsetzung per se antisemitisch sei – das wäre zu pauschal und würde legitime rechtliche Prüfung diskreditieren. Aber sie verlangt eine Sensibilität, die man in der öffentlichen Debatte selten findet.
Die Umkehrung der Erinnerung
Der Holocaust wird heute kaum noch offen geleugnet. Er wird umgedeutet. Die Opfer von einst würden zu Tätern von heute, Israel sei der neue Aggressor, gewissermaßen ein Spiegelbild des NS-Regimes.
Diese Täter-Opfer-Umkehr bestreitet Auschwitz nicht. Sie nutzt es. Das macht sie nicht harmloser, sondern gefährlicher – weil sie sich als Erinnerungsarbeit tarnt, während sie in Wahrheit deren Fundament untergräbt.
Wenn alles Genozid ist
Je häufiger der Begriff verwendet wird, für je mehr Konflikte, Kriege und Krisen, desto weniger unterscheidet er noch etwas. Wenn jedes extreme Leid so bezeichnet wird, verliert das Wort seine Trennschärfe. Und mit der Trennschärfe verliert es die Fähigkeit, gerade das Besondere von Auschwitz noch zu markieren.
Das ist die eigentliche Gefahr der Inflation – nicht, dass ein Begriff „zu oft“ benutzt würde. Sondern dass er am Ende gar nichts mehr sagt. Vielleicht ist „Genozid“ inzwischen zu klein für Auschwitz. Es gibt den juristischen Begriff. Und es gibt die historische Singularität der Schoa.
Selbst wenn ein Gericht eines Tages tatsächlich einen Genozid in Gaza feststellen sollte – und das ist, ich wiederhole es, offen und eher unwahrscheinlich –, folgt daraus keine Gleichsetzung mit Auschwitz. Dasselbe Wort schafft keine identische Geschichte. Erinnerungskultur besteht nicht darin, Begriffe zu maximieren. Sie besteht darin, ihre Bedeutung zu bewahren, gegen jeden politischen Nutzen, den ihre Verwässerung gerade verspricht.
Wer Auschwitz verstehen will, muss mehr verstehen als einen Straftatbestand. Dort starben Menschen nicht wegen eines Krieges. Sie starben, weil eine Staatsmacht ihre bloße Existenz auslöschen wollte. Diesen Unterschied dürfen wir nicht verlieren – auch nicht im Eifer einer aktuellen politischen Auseinandersetzung.
Michail Kantor ist Rechtsanwalt in Düsseldorf.
9 Kommentare
Linke Antisemiten reden von Genozid an den Palästinensern und bekunden damit ihren Judenhass, ihre Konkurrenten die Rechtsextremisten leugnen den Holocaust um ihren Judenhass zu bekunden.
Was für ein guter Kommentar mit besten Erklärungen. Ich habe alles verstanden. Danke an Herrn Kantor mit Gottes Segen.
Wow! Herr Kantor, Sie haben das so gut beschrieben und erklärt. Ich bin voll Ihrer Meinung. Von Ihren in Zahl ca. 69.000 genannten Todesopfern in Gaza erwähne ich nur noch, dass die Hälfte keine Kinder und unschuldige Zivilisten waren, sondern Terroristen. Diese haben den Krieg begonnen und hätten jederzeit damit aufhören können. Die Juden im Holocaust haben mit nichts begonnen und konnten auch kein anderes Ende herbeiführen, ausser sich ermorden zu lassen. Das Ganze deshalb, weil sie nicht „arisch“ waren. Um sie auszusondern wurden sie markiert.
Wo ist solches in Gaza geschehen? Ich höre nicht auf jedem zu widersprechen, dass in Gaza ein Genozid stattfand. Und ich glaube niemals, dass dies festgestellt werden wird.
Danke für Ihren Artikel, der jedem eigentlich einleuchten müsste, abgesehen von eingefleischten Antisemiten.
Ella
Ich meine, das passt zum auch zum Thema, Einstufung NAZI als Verharmlosung der Nazizeit
mein offener Brief vom1.9.2026 an die OMAs:
Ich habe am Samstag auf dem Wochenmarkt eine männliche OMA GEGEN RECHTS angesprochen, weil er ein Schild trug, auf dem Höcke als Nazi benannt wurde.
Auf meinen Vorwurf, ob er sich nicht schäme, damit die Nazizeit zu verharmlosen, erhielt ich die Antwort, er verkünde damit ein rechtlich festgestelltes Urteil.
Bekanntermaßen gibt es ein solches Urteil nicht, Höcke darf lt. OLG Thüringen als „Faschist“ benannt werden, ein wesentlicher Unterschied.
Eine weitere OMA mischte sich ein und beschimpfte mich massiv als „Anhänger der Nazi-Partei“, wahrscheinlich, weil mich am nahen AfD-Stand eine jahrelang gute, liebe Bekannte begrüßte und umarmte.
Ein sachliches Gespräch war nicht möglich, auf meine vorgebrachten Fakten wurde nicht eingegangen Ich wurde weiterhin allgemein und mit Bezug auf Nazizeiten beschimpft.
„Von Ihren in Zahl ca. 69.000 genannten Todesopfern in Gaza erwähne ich nur noch, dass die Hälfte keine Kinder und unschuldige Zivilisten waren, sondern Terroristen.“
Die hier zu niedrig angesetzte Zahl mit 69.000 Toten mal beiseite. Selbst wenn, waren Ihrer Meinung nach durchaus die Hälfte davon Kinder und unschuldige Zivilisten. Das ist immer noch keine kleine Zahl und diese Morde akzeptieren Sie jetzt also einfach so? Natürlich, betrifft nicht Ihren Allerwertesten. Nicht die Bevölkerung hat den Krieg angefangen, sondern eine Terrororganisation. Warum wird das Volk dafür bestraft? Das was die Hamas veranstaltet hat war ein Massaker, das was die IDF veranstaltet, ist in meinen Augen weitaus schlimmer.
Was würden Sie sagen, wenn irgendein Land wegen den terroristischen Siedlern jetzt Israel angreifen würde und eine ähnliche Anzahl an zivilen und unschuldigen Toten fordern würde? Könnten Sie das dann auch so rechtfertigen und akzeptieren wie Sie es jetzt hier mit den Palästinensern machen?
Menschen die denken wie Sie, haben Ihre Menschlichkeit weit hinter radikaler Religion und ideologischen Werten abgestellt.
@ Blub
„Menschen die denken wie Sie, haben Ihre Menschlichkeit weit hinter radikaler Religion und ideologischen Werten abgestellt.“
Sie charakterisieren sich selbst. Glückwunsch zur Selbsterkenntnis.
Ihr hier allseits bekannter Israelhass, besser Antisemitismus, ist gnadenlos.
Was würden Sie sagen, wenn Sie einfach mal die Klappe hielten?
Wieder hinkt ihr Vergleich auf völkerrechtlicher Ebene @Blub.
Wieder verbreiten sie Lügen die nachweislich unzutreffend sind.
Die IDF führt keinen Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung, sondern gegen eine Terrororganisation, die sich gezielt in Krankenhäusern, Schulen und Wohngebieten verschanzt. Nach internationalem Recht liegt die Verantwortung für zivile Opfer dort, wo Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht werden. Das Leid der Bevölkerung ist schrecklich, aber die Ursache dafür ist, dass die Hamas den Krieg begonnen hat und ihn bewusst inmitten der eigenen Bevölkerung austrägt.
(Fortsetzung folgt)
(Fortsetzung)
Auch ihre Gleichsetzung mit der IDF und Hamas ist inakzeptabel, da es einen fundamentalen moralischen und juristischen Unterschied zwischen den Akteuren gibt: Die Hamas hat am
7. Oktober gezielt und mit Absicht Zivilisten ermordet, vergewaltigt und entführt – das war das primäre Kriegsziel. Die IDF hingegen warnt die Bevölkerung vor Angriffen durch Flugblätter, Telefonanrufe und Evakuierungsaufforderungen. Dass trotz dieser Maßnahmen Zivilisten sterben, ist eine Tragödie des urbanen Krieges, aber es ist keine gezielte Vernichtung von Zivilisten wie durch die Hamas. Diese beiden Dinge gleichzusetzen, verdreht die Tatsachen.
Hervorragende Frage, Herr Kantor.