Hamas plante offenbar Anschläge in Europa

Athen, Berlin, London. Die Hamas baut wohl schon seit einiger Zeit ihr Netzwerk in Europa aus und plant Anschläge gegen ihre Feinde. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Von Israelnetz
Blaulicht

BERLIN (inn) – Die islamistische Terror-Organisation Hamas hat offenbar über Jahre hinweg ein Netzwerk in Europa aufgebaut und Anschläge auf jüdische, israelische und westliche Ziele vorbereitet. Das geht aus einer Recherche der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) hervor, die sich auf Ermittlungen mehrerer europäischer Sicherheitsbehörden stützt. Demnach reichen die Verbindungen von Griechenland und Zypern über Deutschland und Österreich bis nach Dänemark und Großbritannien.

Auslöser der jüngsten Ermittlungen war die Festnahme eines 37-jährigen Ägypters palästinensischer Herkunft Anfang Juni auf der griechischen Insel Kreta. In seiner Wohnung fanden Ermittler unter anderem Chemikalien und weitere Materialien, die zum Bau von Sprengsätzen geeignet sein sollen. Nach Erkenntnissen der Behörden stand der Mann mit zwei zuvor auf Zypern festgenommenen Palästinensern in Kontakt. Gemeinsam sollen sie einen Anschlag auf ein israelisches Kreuzfahrtschiff geplant haben, das regelmäßig griechische Häfen anlief. Die Überwachungs- und Festnahmeaktion lief unter dem Codenamen „Odin“.

Deutschland als logistischer Knotenpunkt

Immer wieder führten die Ermittlungen nach Deutschland. Seit Herbst 2025 ließ die Bundesanwaltschaft insgesamt neun mutmaßliche Hamas-Mitglieder festnehmen. Teilweise in Deutschland, teilweise gemeinsam mit Sicherheitsbehörden anderer europäischer Staaten. Nach Angaben von Generalbundesanwalt Jens Rommel bereiteten die Verdächtigen Anschläge auf jüdische oder israelische Einrichtungen vor.

Die Ermittler fanden zudem ein bereits produziertes Bekennervideo. Als möglicher Anschlagstag galt nach Medienberichten der 7. Oktober 2025, der zweite Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel.

Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzte die Hamas Deutschland über Jahre als logistische Drehscheibe. Waffen sollen über Dänemark, Berlin und Wien transportiert worden sein. Insgesamt gehen die Behörden davon aus, dass mindestens 13 Pistolen, ein Sturmgewehr sowie mehr als 900 Schuss Munition durch mehrere europäische Länder geschleust wurden. Bereits im Frühjahr waren vier Hamas-Mitglieder in Berlin zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie Waffenlager der Terror-Organisation in Europa eingerichtet hatten.

Netzwerk offenbar seit Jahren aufgebaut

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft erhielt eine Hamas-Zelle bereits im April 2019 aus dem Libanon den Auftrag, Waffenverstecke in Europa anzulegen. Solche Depots wurden inzwischen unter anderem in Bulgarien, Dänemark und Polen entdeckt. Weitere Verstecke vermuten die Ermittler im deutsch-polnischen Grenzgebiet.

Im Februar 2023, also mehrere Monate vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel, soll dieselbe Zelle den Auftrag erhalten haben, die Waffen nach Deutschland zu bringen und Anschläge auf jüdische, israelische oder amerikanische Ziele vorzubereiten. Als mögliche Anschlagsziele sollen die israelische Botschaft in Berlin, die US-Luftwaffenbasis Ramstein sowie das Tempelhofer Feld ausgespäht worden sein.

Weil die mutmaßlichen Täter bei der Suche nach den Waffenlagern mehrfach mit Schaufeln und Ausrüstung die deutsch-polnische Grenze überquerten, wurden die Behörden auf sie aufmerksam. Im Dezember 2023 erfolgten schließlich die Festnahmen.

Hamas versucht, Verbindungen zu leugnen

Nach den bisherigen Ermittlungen wurden die europäischen Aktivitäten von der Hamas-Führung im Libanon koordiniert. Mitglieder der Berliner Zelle reisten mehrfach dorthin und trafen sich mit Khalil al-Kharras, einem ranghohen Kommandeur der Kassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas. Aufnahmen von dessen Beerdigung im Jahr 2023 zeigen Mitglieder der Berliner Gruppe, die später identifiziert wurden.

Die Hamas weist sämtliche Vorwürfe zurück. Sie erklärte, ihre Aktivitäten beschränkten sich ausschließlich auf den Kampf gegen Israel, und bestritt jede Verbindung zu den in Europa festgenommenen Männern. Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler vom „Counter Extremism Project“ hält diese Darstellung jedoch für wenig glaubwürdig. Aus seiner Sicht sprechen die personellen Verbindungen zur Hamas-Führung gegen diese Darstellung.

Im Gespräch mit der NZZ warnt Schindler zudem davor, die durch den Krieg gegen Israel geschwächte Terror-Organisation zu unterschätzen. Gerade weil die Hamas militärisch unter Druck stehe und ihr wichtigster Unterstützer Iran weniger Handlungsspielraum habe, könnten Anschläge außerhalb des Nahen Ostens an Bedeutung gewinnen. Ein Angriff in einer europäischen Großstadt oder auf ein israelisches Ziel würde weltweit Aufmerksamkeit erzeugen und zugleich den politischen Druck auf europäische Staaten erhöhen, die Israel unterstützen. Das Bild, Europa diene der Hamas lediglich als Rückzugs- und Finanzierungsraum, lasse sich nach den aktuellen Ermittlungsergebnissen kaum noch aufrechterhalten. (tko)

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4 Kommentare

  1. Mich wundert, dass Frankreich in diesem Zusammenhang nicht erwähnt wird. Hierzulande sollen Dutzende von Anschlägen verhindert worden sein, laut Innenministerium, und ich gehe davon aus, dass diese nicht von schwedischen Touristen geplant waren…Die französischen Behörden halten sich da gerne bedeckt, man will ja seine arabischen Freunde nicht verärgern, die französische Politik hat sich seit dem 7.Oktober eindeutig auf die Seite der Palästinenser/Araber/Terroristen geschlagen; aber auch das schützt kaum vor Anschlägen.

  2. Das ist doch schon lange bekannt. Und auch nicht verwunderlich. Hier hatten sie doch alle Zeit der Welt sich auszubreiten. Das sieht man doch schon an dem Anschlag gestern beim CSD. Wie kann man einen Gefährder auf Bewährung laufen lassen? Ohne Beobachtung. Nun ist das Entsetzen wieder groß. Wie konnte das nur passieren? Statt einfach mal zu überlegen und zu der Erkenntnis zu kommen,die haben mit westlichen Werten nichts am Hut. Das es nun auch den CSD getroffen hat,stimmte mich sehr nachdenklich. Wo doch viele von denen bei Pali-Demos dabei waren. Vielleicht überdenken ja jetzt mal einige,auf wessen Seite sie stehen sollten. Kann sein,es wird nicht gesendet. Hatte gestern schon was geschrieben. Aber ich hab es jetzt mal entschärft. Denn das ist die Wahrheit.

    1. @Manu
      Eine Woche Urlaub, ohne Fernsehen, Zeitung oder Handy, das hat soo gut getan! In unserer Pizzeria am Urlaubsort war u.a. die israelische Flagge gehisst! 🇮🇱🤗
      Ich muss hier erst wieder ankommen, aber geht schnell. Und dann gestern wieder das große Entsetzen und das blabla, unsere Gedanken sind bei den… Alles erinnert an vergangene Anschläge, meist vorbestraft und Gefährder auf freiem Fuß. Wann ändern die Politiker etwas in Sachen Migration, Abschiebung, Jugendstrafgesetz u.a.? Und immer sind es Islamistenzugewandte Täter. Die Amris, Abdullahs, Suleimans, Kasims… sitzen schon lange nicht mehr nur in Gaza, Syrien, Libanon, Iran, Afghanistan etc. Das gestern war einer, tausende laufen da draußen bei uns herum. Der zweite Festgenommene ist ausreisepflichtig! 🙈
      OT: Liebe Manu, ganz herzliche Glück-und Segenswünsche zu deinem heutigen Geburtstag. Der Herr behüte dich und beschenke dich mit Frieden, Zuversicht, Kraft und Mut und mit allem was du benötigst. Herzliche Grüße von Ella🌻🌹💐

  3. Deutschland als logistischer Knotenpunkt? Könnte Karl Lagerfeld Recht haben? „Man kann nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde, von Hamas-Sympathisanten nach Deutschland holen“.

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