Kämpfe um Straße von Hormus gehen weiter

Die USA verstärken ihre Angriffe auf Ziele des iranischen Regimes. Damit reagieren die Streitkräfte nach eigenen Angaben auf den Beschuss von Handelsschiffen in der Straße von Hormus.
Von Israelnetz

WASHINGTON / TEHERAN (inn) – Die USA haben am Dienstag erneut eine Blockade gegen die iranischen Seehäfen verhängt. Diese war Mitte Juni nach zwei Monaten aufgehoben worden, nachdem die beiden Länder ihre Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges unterzeichnet hatten.

Der Iran beharrt indes darauf, die Straße von Hormus kontrollieren zu dürfen. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Meerenge toben seit der vergangenen Woche. In der Nacht zu Mittwoch griffen die amerikanischen Streitkräfte sieben Stunden lang Ziele im Iran an. Der Beschuss galt nach Angaben des für die Region zuständigen Zentralkommandos Raketenstätten, Zielen der Marine und Systemen zum Schutz der Küste. Die Angriffe sollten „die Fähigkeit des Iran weiter verringern, Handelsschiffe und zivile Besatzungen zu bedrohen“.

Der Chef des Zentralkommandos, Brad Cooper, erklärte in einer Mitteilung am Mittwoch, der Iran habe in den vergangenen sieben Tagen sieben Handelsschiffe beschossen. Infolgedessen seien fast ein Dutzend Zivilisten getötet, verwundet oder vermisst.

Der Iran flog Dienstagnacht erneut Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait, wo Sachschaden durch einen Brand entstand. Am Mittwochmorgen beschossen iranische Truppen zudem US-Stellungen am Asraq-Stützpunkt in Jordanien. Aus dem Königreich hieß es, drei Raketen seien abgefangen worden.

Iran fordert Ende der „Aggression“

Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi warf den USA im Staatsfernsehen vor, den Iran daran zu hindern, seine „effektive Souveränität“ über die Straße von Hormus auszuüben. Diese werde geschlossen bleiben, „bis die Vereinigten Staaten ihre Akte der Aggression einstellen“.

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) sagte Dienstagabend gegenüber „Fox News“, die Vereinigten Staaten würden den Iran in der kommenden Nacht und in den folgenden Nächten sehr hart schlagen. „Nächste Woche wird es dann wirklich schlimm für sie, denn nächste Woche kommen die Kraftwerke an die Reihe. Und die Brücken.“ Amerika werde sie alle lahmlegen, wenn der Iran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehre. Allerdings hat Trump bereits mehrmals mit Angriffen auf Energieanlagen gedroht – und letztlich davon abgesehen.

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde am 17. Juni unterzeichnet. Es sieht einen 60-tägigen Zeitraum für Verhandlungen vor, in dem die Waffen schweigen sollten. Doch die Gespräche gerieten schnell ins Stocken.

Analyst: Keine schnelle Einigung zu erwarten

Der amerikanische Professor für Management Mike Rosenberg rechnet nicht mit einer schnellen Einigung: Die aktuelle Rückkehr zum Krieg mache klar, dass die Bedingungen des Memorandums von Islamabad zum Zeitpunkt der Unterzeichnung unrealistisch waren. „Solange beide Seiten nach einem Abkommen streben, das es ihnen ermöglicht, einen Sieg zu erklären, kann ich in absehbarer Zeit keinen positiven Ausgang sehen“, zitiert ihn die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“.

Rosenberg lehrt an der „IESE Business School“, die Standorte in Barcelona, Madrid, New York, Sao Paulo und München hat. Das beste Ergebnis, auf das Washington nun hoffen könne, werde dem Atomabkommen ähneln, das unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama (Demokraten) 2015 abgeschlossen wurde, befürchtet er. „Die Trump-Regierung hat die iranische Entschlossenheit unterschätzt, nun gibt es keinen leichten Ausweg.“ (eh)

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Ein Kommentar

  1. Rosenberg: „Trump hat die iranische Entschlossenheit unterschätzt“. Wir nicht und die israelische Regierung auch nicht. „Nun gibt es keinen leichten Ausweg“. Doch, den gibt es: die iranische Insel Kharg zerstören, die iranische Infrastruktur zerstören.

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