JERUSALEM (inn) – Der Gründer der Vertretung von B’Tselem in den USA, Uri Saki, hat scharfe Kritik an der israelischen Organisation geübt. Sie arbeite mittlerweile gegen Israel, sagte er in einem Interview, das der Fernsehkanal der Knesset am Donnerstag veröffentlichte.
„Eine anti-israelische Agenda hat B’Tselem in meinen Augen“, meinte Saki. „Ich weiß nicht, wie sie sich überhaupt noch als israelische Organisation bezeichnen kann. Es ist eine Schmach und Schande.“
In der Vergangenheit habe er sich mit den Aktivitäten der Organisation identifiziert, ergänzte der 51-Jährige. Sie habe Werte gefördert, die auf dem Weg des früheren Regierungschefs Menachem Begin (Likud) basierten; er schloss 1979 Frieden mit Ägypten.
Doch die Ausrichtung von B’Tselem habe sich mittlerweile geändert, sagte Saki – und nahm Bezug auf die Zeit, in der die arabische Partei „Ra’am“ Teil der Regierung war: „Eine Organisation, die von Apartheid im Staat Israel spricht, während Mansur Abbas in der Koalition sitzt, zeigt, dass es sich schlicht um eine anti-israelische Organisation handelt, die gegen Israel arbeitet.“ Sie sei deutlich extremer geworden. „Ich schäme mich wirklich, dass ich mit ihr verbunden war“, gestand der Politiker ein.
Karriere bei Merez
Saki engagiert sich seit vielen Jahren für die linksgerichtete Merez-Partei, unter anderem leitete er die Jugendorganisation und war Vorsitzender des Exekutivkomitees. Im Jahr 2022 kandidierte er für die Liste zu den Knessetwahlen. Dort verpasste Merez den Einzug ins Parlament. Merez schloss sich mit der Arbeitspartei (Avoda) zur Partei „Die Demokraten“ zusammen.
In seiner Bewerbung schrieb er: „Mein ganzes Leben habe ich der Förderung linker Werte in Israel gewidmet.“ Er sei in einem „beginistischen Haus“ aufgewachsen und sogar Mitglied beim Likud gewesen. Doch der Armeedienst ab 1993, als er in der Gegend von Hebron diente, habe seine politische Haltung verändert.
„Dort verstand ich den schweren Konflikt, in dem wir leben. Dort verstand ich, dass unsere militärische Kontrolle über das palästinensische Volk nicht nur unmoralisch ist, sondern allmählich zur größten existenziellen Gefahr für den Staat Israel wird“, schilderte er den Sinneswandel. „Wenn der Augenblick kommt, in dem er sich zwischen dem jüdischen und dem demokratischen Element entscheiden muss – dort befindet sich das Ende der zionistischen Vision.“
Rabin-Mord als „persönlicher Bruch“
Als junger Offizier nahm Saki erstmals an einer linken Demonstration teil. Es war die große Friedenskundgebung am 4. November 1995, bei der Premierminister Jizchak Rabin vom jüdischen Extremisten Jigal Amir ermordet wurde.
Aus seiner Sicht sei der Rabin-Mord ein persönlicher Bruch gewesen und nicht nur ein nationaler, heißt es weiter in der Selbstvorstellung. „Denn er war der Mann, der bewies, dass es eine Lösung gibt. Seine Ermordung brachte mich dazu, mein Leben der Friedensförderung zu widmen.“
Saki gründete eine landesweite studentische Friedensbewegung und organisierte Treffen mit palästinensischen Studenten. Er wurde Berater von Jossi Beilin (Arbeitspartei und Merez), der in Rabins Kabinett stellvertretender Außenminister war. Damit gehörte er auch zum Verhandlungsteam, das zusammen mit Palästinensern die inoffizielle „Genfer Initiative“ hervorbrachte.
„Viele von Euch kennen mich aus den Medien als den linken Kämpfer in verschiedenen Panels. Ich bin stolz, dass ich zu den herausragenden Stimmen der Linken allgemein und von Merez konkret in der öffentlichen und medialen Arena gehöre“, schrieb der Politiker. (eh)
2 Kommentare
Na, Blub, soviel zu B’Tselem !!!
@Klaus
War auch mein erster Gedanke!😉😉