Rufe nach Absetzung von Francesca Albanese mehren sich

Die UN-Sonderberichterstatterin Albanese zieht wegen ihrer Haltung zu Israel schon länger Kritik auf sich. Aufgrund jüngster Äußerungen fordern einzelne Länder wie Deutschland nun ihren Rücktritt.
Von Israelnetz

BERLIN (inn) – Nach Frankreich haben weitere Länder den Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese gefordert oder ihre Amtsführung kritisiert. Am Donnerstag erklärte der deutsche Außenminister Johann Wadephul, die Italienerin sei in ihrer Position „unhaltbar“. Der CDU-Politiker betonte, Albanese habe sich „in der Vergangenheit vielfach Ausfälle geleistet“.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani (Forza Italia) äußerte sich am Donnerstag ähnlich. Albaneses Verhalten sei unangemessen für ihren Posten im Auftrag der Vereinten Nationen. Bereits am Mittwoch hatte sich der französische Außenminister Jean-Noël Barrot (Demokratische Bewegung) für einen Rücktritt ausgesprochen.

Albanese: Beispielloser Angriff

Anlass für den Unmut ist eine Bemerkung Albaneses vom Samstag: Bei einem Gesprächsforum des katarischen Senders „Al-Dscharisa“ hatte die 48-Jährige beklagt, die meisten Länder hätten Israel beim „Genozid“ gegen die Palästinenser nicht gestoppt, sondern unterstützt. „Wir kontrollieren nicht die großen Finanzen, Algorithmen und Waffen. Wir sehen nun, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben.“

Die Rücktrittsforderungen lehnte Albanese ab. Gegenüber dem italienischen Fernsehsender „La7“ sprach sie von einem „beispiellosen Angriff gegen eine Expertin der Vereinten Nationen“. „Alles, was über mich gesagt wurde, ist falsch und daher diffamierend.“ Zudem habe sie nicht Israel einen „Feind der Menschheit“ genannt, sondern das System, das den „Genozid“ unterstütze.

Ein Chor kritischer Stimmen

Der Druck auf die Italienerin nimmt indes zu. Am Freitag schloss sich Tschechien der Rücktrittsforderung an. Außenminister Petr Macinka von der Partei „Autofahrer unter sich“ erklärte, die jüngsten Äußerungen Albaneses seien „inakzeptabel und unvertretbar“.

Auch UN-Generalsekretär Anónio Guterres distanzierte sich von Albanese. „Wir stimmen in Vielem nicht mit dem überein, was sie sagt“, erklärte dessen Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag. „Wir würden nicht die Sprache verwenden, die sie verwendet, um die Lage zu beschreiben.“ Guterres verfügt indes nicht über die Autorität, Albanese zu entlassen.

Die frühere amerikanische Antisemitismusbeauftragte Deborah Lipstadt sagte im Januar 2025 bei einer Presserunde zum Ende ihrer Amtszeit, Guterres habe Albanese in einem Gespräch eine „schreckliche Frau“ genannt. Er habe dies zweimal unaufgefordert gesagt.

Im britischen Oberhaus wurde ebenfalls Kritik an der Italienerin laut. 40 Mitglieder forderten Außenministerin Yvette Cooper (Labour) auf, sich den Rücktrittsforderungen anzuschließen. Albanese sei nicht in der Lage, auch nur im Ansatz neutral zu sein.

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US-Sanktionen gegen Albanese

Die USA haben bereits im Juli 2025 die Absetzung Albaneses gefordert. Im selben Monat belegten sie die UN-Sonderberichterstatterin mit Sanktionen. Albanese habe aktiv die Bemühungen des Internationalen Strafgerichtshof gegen amerikanische und israelische Bürger unterstützt, obwohl weder Israel noch die USA dem Strafgerichtshof angehören. Diese stelle eine Verletzung der Souveränität dieser Länder da.

Die Sanktionen begründete Außenminister Marco Rubio (Republikaner) außerdem mit ihrer Haltung: „Albanese hat unverfrorenen Antisemitismus verbreitet, Unterstützung für Terrorismus und offene Verachtung für Israel, die USA und den Westen bekundet.“

Albanese sieht Terrormassaker gerechtfertigt

Albanese ist seit 2022 „Sonderberichterstatterin für die Lage der Menschenrechte in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten“. Den Posten hat der UN-Menschenrechtsrat 1993 geschaffen. Zum Auftrag gehört auch die Berichterstattung über Verstöße durch palästinensische Akteure wie der Autonomiebehörde.

Neben dem Genozid wirft Albanese Israel auch vor, ein „Apartheids-Regime“ zu sein – so auch bei dem Forum von „Al-Dschasira. Im Juli 2024 hatte Albanese den israelischen Premier Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen. Im November 2022 erklärte sie auf einer von der Terror-Organisation Hamas organisierten Konferenz: „Sie haben das Recht, sich der Besatzung zu widersetzen.“ Die Hamas und andere Gruppen verstehen unter Widerstand Terrorismus.

Das Terrormassaker vom 7. Oktober 2023 rechtfertigte Albanese als „Reaktion auf Israels Unterdrückung“. Das Auswärtige Amt kritisierte sie im Februar 2024 dafür. Wenige Wochen nach dem 7. Oktober erklärte sie außerdem, Israel habe kein Recht auf Selbstverteidigung. Dieses gelte nur bei Bedrohungen durch einen anderen Staat, nicht durch eine „bewaffnete Gruppe auf besetztem Gebiet“.

Schon vor ihrem Amtsantritt als Sonderberichterstattet hatte sich Albanese anti-israelisch und antisemitisch geäußert. Im Jahr 2014 warf sie dem britischen Sender BBC in einem Facebook-Post vor, dass die israelische Lobby durch die Adern des Senders fließe. In einem weiteren Post aus diesem Jahr behauptete sie, die USA seien der jüdischen Lobby untertan. (df)

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2 Antworten

  1. Anónio Guterres: „Wir stimmen in Vielem nicht mit dem überein, was Albanese sagt“. Und wo stimmt Guterres, die UNO mit Albanese überein? Nein, die UNO und Guterres müssen weg, so schnell wie möglich.

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  2. Nicht rumquatschen handeln. Die US-Regierung hat es vorgemacht, Frau Albanese sollte auch von Deutschland und Frankreich sanktioniert werden und die Einreise verweigert werden. Der immer mehr umsichgreifenden antisemitischen Hetze bei der UNO, internationalen Gerichtshöfen etc. pp. muss endlich entschieden entgegengetreten werden.

    Israelhass und Judenhass ist keine Meinung, sondern Antisemetismus und Rassismus.

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