3.300 Jahre alte Grabkammer entdeckt

Bei Bauarbeiten entdecken Israelis eine Grabkammer aus der Zeit von Pharao Ramses II. Der Fund geht in die Geschichte ein.
Von Israelnetz
Grabkammer aus Zeiten von Pharao Ramses II. an Israels Küste entdeckt

Foto: IAA

Eine Sensation: Neben Krüge und Schalen sind auch Pfeil- und Speerspitzen aus Bronze gefunden worden

PALMACHIM (inn) – An Israels Küste ist eine unversehrte Grabkammer aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. entdeckt worden. Bei Bauarbeiten im Nationalpark Palmachim südlich von Tel Aviv hatte ein Bagger die in Stein gehauene Anlage aufgedeckt. Experten sprechen von einem spektakulären Fund.

Krüge und Öllampen aus vergangenen Zeiten

Bereits vergangene Woche konnten Archäologen und weitere Experten die entdeckte Grabkammer in etwa zweieinhalb Meter Tiefe besichtigen. Dies teilte die israelische Altertumsbehörde (IAA) am Sonntag mit. In der Grabkammer fanden die Wissenschaftler antike Amphoren, Öllampen, Krüge und Schalen aller Art, kleine Gefäße für kostbare Substanzen, aber auch Pfeil- und Speerspitzen aus Bronze. Nahezu alle Fundgegenstände befinden sich in einem ausgezeichneten Zustand.

Darüber hinaus fanden die Forscher menschliche Knochen. Laut der israelischen Zeitung „Ha’aretz“ ist unklar, wer die Kammer einst nutzte. Anhand der Knochen sei dies nicht mehr herauszufinden. Die Wissenschaftler erhoffen sich, anhand der Untersuchung der Krüge und der anderen Gegenstände mehr über die Nutzer herauszufinden.

Der israelische Archäologe Eli Jannai datiert die Grabkammer auf das 13. Jahrhundert vor Christus. Damit stammt sie aus der späten Bronzezeit, also der Zeit, als Pharao Ramses II. in Ägypten herrschte. Die rund 3.300 Jahre alten Gefäße könnten laut Jannai aus dem Libanon, Syrien und Zypern stammen. Der Fund ist nicht der erste. In der Nähe der jetzigen Fundstelle wurde bereits eine 3.500 Jahre alte Festung entdeckt. Wie die israelische Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, graben seit 1992 Archäologen nach weiteren antiken Schätzen.

Fund ermöglicht tiefgehende Forschung

„Das ist wie ein Set aus Indiana Jones, eine Höhle mit Gefäßen auf dem Boden, die seit 3.300 Jahren nicht mehr berührt wurde”, schwärmte Jannai. Es sei ein „extrem seltener Fund“, den man nur einmal im Leben mache. IAA-Experte Usi Rothschild sagte beim ersten Betreten der Kammer: „Einfach unglaublich“.

Die israelischen und internationalen Wissenschaftler zeigen sich erfreut, dass die Kammer erstaunlich gut erhalten ist. „Die Tatsache, dass die Kammer versiegelt und später nicht geplündert wurde, ermöglicht es uns, mit heutigen wissenschaftlichen Mitteln viele Informationen aus den Objekten zu gewinnen“, erläuterte Jannai. Er ergänzte: „Die Kammer kann uns ein vollständiges Bild der Bestattungsbräuche in der Spätbronzezeit liefern.“ Derzeit führt die IAA landesweit mit Universitäten und Instituten Gespräche, wann und wo der spektakuläre Fund die nächsten Jahre im Detail untersucht werden könne.

Trotz einer Mediensperre gelang es Dieben unmittelbar nach der Entdeckung der Grabkammer, Exponate zu entwenden. Seitdem steht der historische Fund unter strengerer Beobachtung. (joh)

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Eine Antwort

  1. ZUm Glück wurde die Höhle nicht schon im vorletzten oder zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch westeuropäische Grabräuber, die sich Forscher nannten, entdeckt. Sonst hätten Sie die Gegenstände sicher umgehend in ein westeuropäisches Museum verschleppt.

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