BERLIN / TEHERAN (inn) – Mehr als 30 Länder haben die anhaltenden Hinrichtungen im Iran auf das Schärfste verurteilt. In einer gemeinsamen Stellungnahme schrieben sie am Dienstag: „Die Anwendung der Todesstrafe, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen, Gemeinschaften einzuschüchtern und Individuen zu bestrafen, die ihre Menschenrechte ausüben, kann niemals gerechtfertigt sein.“
Die Länder fordern das Regime auf, die Anwendung der Todesstrafe sofort einzustellen. „Wir rufen den Iran außerdem dazu auf, auf die Stimme seines Volkes zu hören, wenn es Wandel fordert, und bedeutsame Schritte zu unternehmen, um den Respekt für Menschenrechte sicherzustellen.“
An der Stellungnahme beteiligten sich größtenteils europäische Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich. Hinzu kommen die außereuropäischen Länder Australien, Kanada und Neuseeland sowie die Europäische Union.
Organisation: Schon mehr als 900 Hinrichtungen dieses Jahr
Nach Zählung der Organisation Abdorrahman-Borouman-Zentrum für Menschenrechte im Iran hat das Regime seit Jahresbeginn mindestens 920 Hinrichtungen vorgenommen, im Vorjahr waren es demnach 2.113. Das Zentrum stützt sich auf offizielle Mitteilungen. Die Nachrichtenseite „Iran International“ mutmaßt, dass die wirklichen Zahlen deutlich höher liegen, da die Behörden in vielen Fällen Informationen zurückhalten.
Am 1. August richtete das Regime etwa den 20-jährigen Arvin Kheirkhah hin. Behörden hatten ihn während der Massenproteste im Januar gefangengenommen. Die Anklage lautete auf „Kriegsführung gegen Allah“. In seinem letzten Gespräch mit der Familie soll er gesagt haben: „Lasst nicht zu, dass sie mich vergessen. Lasst nicht zu, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, zum Schweigen gebracht wird.“
Foto: privatProteste gegen Hinrichtungen
Wenige Tage zuvor hatte der Iran drei junge Männer in Isfahan öffentlich gehängt: Amirhossein Safari und die beiden Brüder Abolfazl und Alireza Sepahi. Sicherheitskräfte gingen gegen Menschen vor, die die Hinrichtungen stoppen wollten.
Die drei Männer waren ebenfalls wegen ihrer Teilnahme an den landesweiten Protesten im Januar verurteilt worden. Nach verschiedenen Schätzungen haben die Sicherheitskräfte damals deutlich mehr als 30.000 Demonstranten getötet.
Junge Frau hingerichtet
Das Regime fährt indes auch mit Todesstrafen unter anderen Begründungen fort. Am Samstag exekutierte es im Gefängnis von Qaswin im Norden des Landes die 24-jährige Marzihyeh Neyri. Ihr wurde vorgeworfen, ihren Mann im Jahr 2021 getötet zu haben. Ihre Sicht, sie habe in Selbstverteidigung gehandelt, fand vor Gericht kein Gehör.
Ihrer Darstellung nach hatte ein Geschäftspartner sie unter Alkoholeinfluss und im Beisein ihres Mannes sexuell angegriffen. Als sie sich mit einem Küchenmesser zur Wehr setzte, verwundete sie beide Männer, ihr Ehemann erlag den Verletzungen.
Sie versteckte sich vier Tage lang und suchte schließlich Schutz bei ihrem Bruder. Dieser übergab sie aber den Behörden. Ein Jahr zuvor war sie als 17-Jährige zwangsverheiratet worden. (df)
21 Kommentare
Es ist erschütternd von den vielen Hinrichtungen zu lesen. Frauengeltenja gar nichts, deshalb werden sie auch nicht angehört. Wer solch einen Bruder hat, der seine Schwester ausliefert, braucht nichts mehr. Ich glaube, dass dem Regime und seiner Garde, den Vollstreckern, es völlig egal ist, was andere Länder fordern, so wie es ihnen auch egal ist, was aus ihrem Volk wird. Entschuldigung diese Härte, sie ist der Ohnmacht geschuldet, aber den Vollstreckern der Hinrichtungen möge die Hand abfallen.
Wie diese iranischen Bestien und Teufel Menschen behandeln. Wieviele Regimekritiker und Christen mussten im Iran schon ihr Leben lassen ? Herr erbarme DICH ! All dies ist aufgezeichnet in der Ewigkeit. Herr ich frage :: Wann rächst DU das ? Wann ist der Zeitpunkt gekommen ?
Zahlreiche Länder verurteilen Hinrichtungen im Iran. Auch Schurkenstaaten wie China, Russland, Brasilien, Türkei, Irland, Spanien?
Albert , Zumindest in den ,,Schurkenstaaten“ wie Irland oder Spanien dürfte diese Praxis scharf verurteilt werden. Wie es mit den anderen von Ihnen erwähnten Schurken aussieht, kann ich nicht beurteilen, obgleich
einige mit Sicherheit dasselbe praktizieren,
in unterschiedlichem Ausmaß.
SHALOM
Es ist erschütternf, wie grausam das Mullah-Regime vorgeht. Die Menschlichkeit gehört der Vergangenheit an. Und Deutschland unterstütze lange Zeit das Regime, auch wurden 1992 auf deutschem Boden Oppositionelle verhaftet (Mykonos-Prozess). Wann hat das Leid ein Ende ? Wann ?
@Martin
Ohne Amerika geht nichts, aber Amerika kann nicht alles. Das grausame Mullah-Regime hat an seiner Seite das kommunistische China und China kann alles grenzenlos liefern: Raketen, Drohnen, Munitionen, Waren jeder Art, Personal.
Albert Nola @ Ja Amerika kann nicht alles, vor allem will es nicht alles. JD Vance (Sie wissen schon, der Mann, der dem Papst beibringen will, was katholisch ist) hat gerade erklärt, es gehe um die Herrschaft über Ormus und die Preise an den Tankstellen. Es sind halt bald Midterms, da kann man sich doch nicht um ein paar iranische Oppositionelle kümmern, die aufgeknüpft werden. Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass die USA sich nicht an dem Protest beteiligen. Ich will nicht weiter schreiben , was ich von Trump und seinen Kompli…ähem Mitarbeiter(innen) halte, sonst kommt der Kommentar wieder nicht durch.
Wo bleibt der Kommentar von Blub? Ich erwarte ein Loblied auf den friedliebenden Iran. Und alle seine Hilfstruppen.
Ohne Amerika geht nichts- aber Amerika kann nicht alles.
Wie wichtig, dieses kurze Statement von Martin,
Aber was tun andere Länder und ihre Politiker?
Sie greifen die USA an wegen Bruch des Völkerrecht verweigern jede Unterstützung unter Vebündeten.
Am Schlimmsten verhält sich hier Sanchez Spanien.
Das Völkerrecht ist ihnen alles – dahinter verstecken sie sich,
das erste Menschenrecht, das Menschenrecht auf LEBEN ist ihnen völlig gleichgültig. Helft endlich wirksam dem Widerstand der Menschen im Iran- und behandelt nicht die Verbündeten wie Feinde.
Nun zumindest ist dem Feind das Völkerrecht so ziemlich egal, solange es sich nicht gegen ihn richtet. Es ist ja auch nur eine Erfindung des
,,dekadenten“ Westens mit seiner Weichhäutigkeit, die man so wunderbar nutzen kann für die eigenen, weniger humanen Zwecke
SHABBAT SHALOM
@Veronika
Von Martin? Nein, von mir und meiner Ehefrau, die beste von allen.
Das „Warum“ ist zu verurteilen, nicht dass jemand higerichtet wird! Für meine Begriffe ist die Kapitalstrafe für Terrorismus, Landesverrat, Sexualdelikte an Minderjährigen und Vergewaltigung angezeigt. Es ist die einzige Möglichkeit eine Wiederholungstat auszuschalten.
Die Todesstrafe ist grundsätzlich abzulehnen, da immer wieder Unschuldige hingerichtet wurden. Verdient haben Schwerdtverbrecher den Strang! Wichtig ist die sorgfältige Prüfung der Schuld!
Auch autoritäre Regime beseitigen gerne per Todesstrafe unliebsame Gegner. Dadurch entsteht ein Klima der Angst.
Tragisch. Ich fühle mit den Angehörigen und den Unterdrückten.
Und die UNO beobachtet und zählt mit.
Keine Resolution seitens der UNO?
Nein. Sowieso nicht.
Und eine „Verurteilung“ oder „Anmahnung“ kann man dann vielleicht (!) zeitlich noch irgendwann mit dranhängen, wenn Israel wieder an den Pranger gestellt wird, damit es nicht ganz so blöd aussieht.
Jean Roth, aber eine im Krieg befindliche Regierung,die mehr Angehörige des eigenen Volkes umbringt für eine krude religiöse Ideologie, als angreifende Feinde zu töten, hat jedes Recht auf weitere Existenz verspielt.
Und es geht doch in diesem Krieg schon lange nicht mehr um Religion, sondern um Macht,……..
und Geld.
SHALOM
Ein wirklich wahres Wort von Ihnen wie so häufig.
Die iranische Armee zahlt 25 000 Euro für jeden gefangen genommenen oder getöteten US-Soldaten. Frauen bekommen das Doppelte.
Material-und Zeitaufwendig und bislang nicht besonders lohnend, abgesehen ist das Risiko ziemlich hoch.
SHALOM
Zahlreiche Länder verurteilen, tun n i c h t s für wehrlos Frauen, Bevölkerung. Scheinheilige Länder, Politiker.
Was tut denn Israel für die wehrlosen Frauen und den Rest der iranischen Bevölkerung? Genau. Nichts.
Kann es auch nicht, genausowenig wie irgendein anderer Staat.
Die Verurteilung des Terrors gegen die eigene Bevölkerung und gegen die Hinrichtungen ist wenigstens eine kleine moralische Unterstützung für die iranische Opposition.
@Agnes, aber Israel hätte etwas für besagte Frauen und den Rest der Bevölkerung tun können, wenn sich dieser Idiot aus Washington nicht in dieser amateurhaften Weise da eingebracht und den IDF nur die benötigte Logistik geliefert hätte. Die IDF setzen ihre Mittel nämlich nicht so verschwenderisch ein, sondern punktuell und sehr gezielt die haben den Kopf des Gegners angegriffen und soviel Wirkung erzielt, daß die IRGC derzeit recht zurückhaltend mit direkten Angriffen auf Israel
ist. Deren Basen sind zu weit entfernt und der israelische Schild ist zu wirksam, um Raketen in großem Stil einzusetzen, wie sich seit 2024 bereits dreimal gezeigt hat, und die Reaktion war jedesmal verheerend, so daß sie jetzt sehr zögerlich sind bei Reaktionen auf Zwischenfälle im Libanon. Sonst hätte man längst wieder angeklopft.
Der springende Punkt ist, daß Israel nicht darf, wie es gerne würde,wenn z.B.die Kurden mit ins Spiel gekommen wären, wie es den Israelis vorschwebte, dann hätte diese ganze Chose zwar ein recht gewalttätiges Ende gefunden, aber sie hätte ein Ende gefunden. So aber ist es nichts Halbes und nichts Ganzes.
SHALOM