HERZOGENAURACH (inn) – Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat für eine Werbekampagne um Entschuldigung gebeten, bei der ein ehemaliger Israeli im Mittelpunkt steht. Er präsentiert einen Einzelschuh für Beinamputierte. Dies stieß bei pro-palästinensischen Aktivisten auf Kritik.
Die Kampagne läuft nur in den israelischen Filialen. Schalev Biton und zehn andere Amputierte präsentieren den Einzelschuh auf Plakaten, die dort aufgehängt wurden.
Biton wurde am 12. Mai 2021 während der elftägigen Operation „Wächter der Mauern“ schwer verwundet, mit der Israel auf Aggressionen der Hamas reagierte. Eine Panzerabwehrrakete aus Gaza traf ein Militärfahrzeug auf der israelischen Seite. Sein Kamerad Omer Tabib wurde getötet. Biton verlor ein Bein und läuft seither mit Prothese.
Vielkritisiertes Video
Auf Instagram veröffentlichte er ein privates Video auf Hebräisch, in dem er den Service lobte: Es bedeute ihm viel, dass er in der Lage sei, für nur einen Schuh zu zahlen, statt ein ganzes Paar zu kaufen. In dem Video war er erst in einem Schuhgeschäft zu sehen, dann lief er draußen mit einem Schuh und einer Prothese. Er erwähnte weder seinen Armeedienst noch den Angriff, bei dem er sein Bein verloren hatte.
The Free Palestine movement is (once again) upset.
— Hen Mazzig (@HenMazzig) September 4, 2026
This time, it is because Adidas launched a new "single-shoe" campaign for people living with amputations, featuring an Israeli.
One person they collaborated with was Shalev Biton, a former IDF soldier who lost a leg while… pic.twitter.com/3R5cPajYdh
Dennoch löste das Video eine Welle der Kritik in den Sozialen Medien aus. Aktivisten forderten einen Boykott gegen Adidas. Viele behaupteten fälschlicherweise, Biton sei in die aktuellen Kämpfe in Gaza verwickelt gewesen, heißt es auf der Nachrichtenseite „Times of Israel“. Damit habe er sich am „Völkermord“ beteiligt.
„Tragödie palästinensischer Opfer ignoriert“
Die Aktivistengruppe „Eye on Palestine“ schrieb am Donnerstag, die Entscheidung für Biton habe „eine Welle von Ärger und scharfer Kritik ausgelöst, da sie einen Soldaten ins Licht rückt, der in der Besatzungsarmee dient – die für dem höchsten Prozentsatz an amputierten Kindern in der Welt verantwortlich ist. Dabei ignoriert sie völlig die Tragödie palästinensischer Opfer, die ihre Glieder als Folge der andauernden Aggression verloren haben.“
Stephanie Westbrook ist Koordinatorin von Sportboykotten für die Palästinensische Kampagne für den Akademischen und Kulturellen Boykott Israels (PACBI). Diese gehört zur anti-israelischen Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestion, Sanktionen). Die Aktivistin sagte dem katarischen Sender „Al-Dschasira“, solche Werbekampagnen seien gefährlich. Sie könnten „Israels Verbrechen gegen Palästinenser normalisieren und zulassen, dass sie weiter straflos begangen werden“.
Westbrook fügte hinzu: „Hier haben wir eine Adidas-Kampagne, die einen israelischen Soldaten herausstellt, dessen gesamte Identität sich darum dreht, ein Soldat zu sein. Er verlor sein Bein, während er an einem der wiederholten Angriffe auf Gaza teilnahm. Dabei diente er in der Armee eines Staates, der zur Zeit einen Völkermord verübt, eine illegale Militärbesatzung des palästinensischen Gebietes durchgeführt hat und Palästinensern ein jahrzehntelanges Apartheidregime auferlegt hat.“
Israels „mittelalterliche Blockade verhindert, dass Prothesen in den Gazastreifen gebracht werden“. Dadurch entstehe eine menschengemachte Knappheit, sagte die in Rom lebende US-Amerikanerin weiter. Israel hat indes immer wieder betont, dass es die Einfuhr von medizinischen Gütern in die Küstenenklave ermöglicht.
„Ich verbrenne jedes Adidas-Produkt“
Der palästinensische Aktivist Abir Khatib, der mehr als 300.000 Anhänger bei X hat, gab vergangene Woche bekannt: „Ich verbrenne jedes Adidas-Produkt, das ich besitze.“
Die Werbekampagne begann im Januar in Europa. Später weitete Adidas sie auf andere Regionen aus. Am Sonntag betonte der Sportartikelhersteller als Antwort auf eine Anfrage der „Times of Israel“, der Einzelschuh-Service sei nicht nur für israelische Soldaten gedacht. Es handele sich um eine weltweite Kampagne. „Wir sind uns dessen bewusst, dass in den vergangenen Tagen Deutungen das Ziel des Service falsch dargestellt haben. Es ist wichtig, klarzustellen, dass dies eine weltweite Initiative ist, die Auswahl und Zugang für Athleten und Kunden in aller Welt ausweiten soll.“
Mittlerweile hat Adidas eine Erklärung veröffentlicht, in der allerdings Israel nicht vorkommt: „Wir anerkennen, dass ein Bild, das neulich in einer örtlichen Markenaktivierung vom örtlichen Team verwendet wurde, Besorgnis und scharfe Reaktionen herbeigeführt hat. Es war nie unsere Absicht, jemanden zu beleidigen. Wir bitten um Entschuldigung für jeden, der betroffen ist.“
Der Einzelschuh-Service solle Inklusion fördern. Von Europa aus breite er sich weiter aus über Europa, Asien und den Nahen Osten – „die Vereinigten Arabischen Emirate, Palästina, den Libanon, Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und Ägypten eingeschlossen“. Das Unternehmen werde weiter „zuhören, lernen und arbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Aktionen die inklusiven Werte widerspiegeln, für die wir stehen“. (eh)
10 Kommentare
An behinderten Menschen seine Wut und Rachsucht auszulassen, ist wirklich allerunterste Schublade. Was für ein mieses Pack. Aber wen wunderts ?
So ist es, Antonia jetzt werden schon Krüppel für die antisemitische Propaganda und den Hass instrumentalisiert. Weiter kommentiere ich das nicht, es ist mir zu widerwärtig und ekelhaft.
SHALOM
Statt immer den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre kritische Selbstreflexion mal ein Fortschritt. 600 Raketen aus Gaza vor dem 7. Oktober ist kein Qualitätsmerkmal und keine positive Charaktereigenschaft. Friedlich leben Jordanien und Ägypten mit Israel, es geht also! Möge der Israeli Schalev Biton an Leib und Seele gesunden und mit ihm alle Opfer dieses blöden Konflikts. *SHALOM
Hiob 4:6
Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost und die Vollkommenheit deines Weges deine Hoffnung?
Die „pro-palästinensischen“ Kräfte sind gefährlich und nerven auch mich seit Jahren. Es reicht mit dem „Palästina“ ! Ich finde es gut, dass Adidas mit dem Israeli die Kampagne gemacht hat. Ich hoffe, dass sich Adidas und andere deutsche Firmen weiter ermutigen, die „pro-palästinensischen“ Kräfte zu ignorieren. Es wird eine bessere Zeit geben, Israel wird den Kampf in dieser Welt gewinnen !
Adidas muss sich für was genau entschuldigen? Shalev Biton hat am jetzigen Krieg mit Gaza nichts zu tun, seine Verletzung stammt aus einem früheren Einsatz. Biton ist nicht schuldig an den Amputationen von Gazanern. Das ist Hamas. Adidas kriecht zu Kreuze aus Angst vor Boykott, statt sich selbst treu zu bleiben. Eigentlich sollte man froh und dankbar sein, dass es eine Firma gibt, die nur einen Schuh verkauft, Hilfe für JEDEN. Und schon steht mal wieder Judenhass im Vordergrund.
Ella @ ganz genau, die Verletzung des jungen Mannes stammt aus einem früheren Einsatz und einem Beschuss , der ihn auf israelischem Gebiet traf ! Natürlich habe ich , genau wie Du und andere Foristen, Mitleid mit den Kindern in Gaza. Sie werden verletzt, weil Krieg ist, den der Hamas vom Zaun gebrochen hat. Im Krieg werden Menschen verletzt, auch Unschuldige. Wenn es den „Pro-Palästina“-Kreischern wirklich um das Wohl der Menschen in Gaza ginge, würden sie sich von Hamas distanzieren und Vermittlung versuchen. Statt dessen bestärken sie die Menschen in ihrem Hass. So wird das nichts.
@Antonia
Du hast beschrieben, was ich angedeutet habe. Danke dir. Aber unser Mitleid mit den Kindern von Gaza wird uns nicht geglaubt. Wenn Adidas die Werbekampagne mit einem Afrikaner gemacht hätte, gäbe es nicht mal eine Zeile in der Zeitung. So wie auch nirgends zu hören ist, dass Hamas die Kinder Gazas nicht in schützende Tunnel gelassen hat, sondern als menschliche Schutzschilde dem Kriegsbeschuss absichtlich ausgesetzt hat, um der Welt dann hinterher die armen Opfer zu präsentieren. Achtung, jetzt wird mir wieder Menschenverachtung vorgeworfen. Wetten?
Haniyeh äusserte sich in Doha so über die zivilen Oper in Gaza „das Blut der Frauen, Kinder und älteren Menschen“ rufe nicht um Hilfe, sondern werde von der Hamas gebraucht, „damit es in uns den revolutionären Geist, die Entschlossenheit und den Geist der Herausforderung erweckt und uns antreibt, vorwärts zu gehen“. (Wall Street Journal) Sinwar sprach in Doha von notwendigen Opfern.
Das ist Menschenverachtung vom Feinsten.
Die Boykottaufrufe gegen Adidas von propalistinensischen Organisationen dienen unter anderem deren Selbstzweck und sollen deren Daseinsberechtigung dienen.
Ich freue mich für Biton und den anderen Israelis, dass sie sich wieder bewegen können. Mein Dank gilt Adidas. Ich selber als Sportlerin trage gerne Adidas. Super, Adidas! Shalom
Das allen Menschen mit dieser Erfindung auf der Welt geholfen wird, sehen nur Menschen, die ihren Verstand eingeschaltet haben.
Sorry, was für ein hinterhältiges Pal- Pack!
Behinderte sind die schwächsten der Gesellschaft und trotzdem ü b e n sie sich bei Sport, im Lernen usw. an Spitzen. Autisten arbeiten an Computern in IL. Aleh Negev vorbildlich. Araber/ Islam verstecken oft Behinderte, wobei Pals nur w o l l e n und Hass teils verteilen.