Weniger Tote durch Anschläge in Israel

In seiner Region ist Israel eines der wenigen Länder, das weniger Tote durch Terroranschläge zu beklagen hat als in den Jahren zuvor. Das besagt der globale Terrorindex. Die Anzahl der Terroranschläge sei indes nicht gesunken.
Israel ist ständiger Terrorgefahr ausgesetzt – etwa durch Angriffstunnel, die die Armee regelmäßig aufspürt
Israel ist ständiger Terrorgefahr ausgesetzt – etwa durch Angriffstunnel, die die Armee regelmäßig aufspürt

LONDON (inn) – Israel landet auf Platz 36 des weltweiten Terrorismusindex. Das Institut für Wirtschaft und Frieden, eine Londoner Denkfabrik, die ihren Bericht am Mittwoch veröffentlichte, verzeichnet in Israel einen Rückgang von Toten durch Terrorismus. Auf dem ersten Platz des Index steht der Irak, Deutschland ist auf Platz 38 zu finden, während Österreich Platz 89 und die Schweiz Platz 112 einnehmen. „Palästina“ steht auf Platz 30. 163 Länder wurden ausgewertet.

In der Region Nahost und Nordafrika hat das Institut den weltweit zweithöchsten Wert von terroristischen Anschlägen gemessen. Die hohe Zahl erkläre sich unter anderem durch den Anstieg in Ländern wie Syrien und dem Irak. Israel und Algerien seien die einzigen Länder in der Region, die einen stetigen Rückgang von Toten durch Terroranschläge zu verzeichnen hätten. Die Zahl der Terroranschläge habe allerdings in Israel nicht abgenommen.

„Meilenstein im Kampf gegen radikalen islamischen Extremismus“

Weltweit betrachtet gibt es weniger Tote durch terroristische Anschläge als in den Jahren zuvor. Das ist eine der Kernaussagen des Berichts. Es seien 13 Prozent weniger Tote als im Vorjahr. „Der diesjährige Bericht markiert einen Meilenstein im Kampf gegen den radikalen islamischen Extremismus“, sagt der Vorstandvorsitzende der Londoner Denkfabrik, Steve Killelea.

Vier der am stärksten betroffenen Länder, nämlich Syrien, Pakistan, Afghanistan und Nigeria, verzeichneten einen deutlichen Rückgang der Todesfälle. Das habe vor allem daran gelegen, dass Terrorgruppen wie Boko Haram, die Taliban und Al-Qaida insgesamt 6.000 Menschen weniger getötet haben als 2015.

Trotzdem breitet sich Terrorismus aus

Wenn auch die Gesamtzahl der terroristischen Anschläge auf der Welt zurückgegangen ist, weist das Institut darauf hin, dass es länger nicht mehr so viele Länder gab, in denen mindestens ein Mensch durch einen Terroranschlag getötet wurde. Im Jahr 2016 seien das 77 Länder gewesen, so viele wie seit 17 Jahren nicht mehr.

Der Jahresbericht des Instituts basiert auf Zahlen der globalen Terrorismusdatenbank des Nationalen Konsortiums für Studien des Terrorismus. Das Konsortium hat seinen Sitz an der Universität Maryland in den USA. Die Ergebnisse sollen helfen, den globalen und regionalen Terrorismus besser zu verstehen und eine Debatte darüber anzuregen.

Von: mm

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