Weitere Maschine aus den Emiraten in Israel gelandet

Erneut kommt ein Flugzeug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Israel an. Wieder geht es um Hilfen für Palästinenser, wieder sagen diese, das sei nicht mit ihnen abgestimmt. Doch eine Sache ist dieses Mal anders.
Noch immer eine ungewohnte Ansicht: Eine Etihad-Maschine in Israel

Foto: Israelische Flughafenbehörde

Noch immer eine ungewohnte Ansicht: Eine Etihad-Maschine in Israel

TEL AVIV (inn) – Angesichts der Corona-Krise haben die Vereinigten Arabischen Emirate weitere medizinische Hilfsgüter für die Palästinenser nach Israel gebracht. Am Dienstagabend landete eine Maschine der Luftlinie Etihad aus Abu Dhabi auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv.

Ein erster derartiger Transportflug hatte vor zwei Wochen Aufmerksamkeit erregt. Damals war die Maschine allerdings noch ganz in weiß gehalten, ohne einen Hinweis auf ihre Herkunft. Dieses Mal ist das Logo von Etihad zu sehen, ebenso wie die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate.

Das israelische Außenministerium teilte mit, den Flug koordiniert zu haben. Generaldirektor Juval Rotem sagte, dies sei mit Stolz geschehen. Er ergänzte: „Wir hoffen, dass Etihad-Flüge, die hier landen, in Zukunft Touristen aus den Emiraten transportieren.“

Palästinenser: Keine Abstimmung

Die Palästinenser zeigten sich hingegen wenig begeistert. Der Premier der Autonomiebehörde, Mohammed Schtaje, sagte, Palästinenser würden Hilfen grundsätzlich annehmen, „solange das vollständig mit uns abgestimmt ist“. Die erste Lieferung hatten die Palästinenser aus diesem Grund abgelehnt. Die aktuelle soll nun zunächst nach Aschdod gehen, wie ein UN-Vertreter laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ mitteilte. Dies deutet darauf hin, dass die Ausrüstung für den Gazastreifen bestimmt ist.

Die Palästinenser verfügen über keinen eigenen Flughafen. Ende der 1990er Jahre errichteten sie zwar im Gazastreifen den „Yasser Arafat International Airport“, doch zu Beginn zweiten „Intifada“ zerstörte ihn die israelische Luftwaffe. In den vergangenen Jahren machten Pläne von einem Flughafen im Jordantal die Runde, doch es blieb nur bei Ankündigungen. Für Flüge benutzen Palästinenser Flughäfen in Israel, Ägypten oder Jordanien.

Einen Sonde namens „Hoffnung“

Neben der mangelnden Koordination dürfte auch die tiefgehendere Bedeutung solcher Aktionen ein Kritikpunkt sein: Viele Beobachter sehen die Flüge als Zeichen der Annäherung zwischen Israel und der arabischen Welt. Ein anderes derartiges Zeichen ging erst am Dienstag von Israel aus: Der jüdische Staat wünschte den Emiraten Gelingen für ihr Mars-Projekt. Am 15. Juli wollen sie von Japan aus eine Sonde namens „Hoffnung“ zum roten Planeten schicken.

Der Versuch gilt als das erste arabische Unternehmen zur Erkundung von Planeten. Auf dem Twitter-Account @IsraelintheGulf hieß es seitens Israels: „Wir hoffen, dass dieser Schritt dazu beiträgt, die Zusammenarbeit zwischen allen Ländern dieser Region zu vertiefen.“

Von: df

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