Wegen Israel-Boykott: Squash-WM in Malaysia abgesagt

Der Ausschluss Israels stößt an Grenzen: Malaysia darf die Squash-Weltmeisterschaft nicht austragen, weil es keine Sportler aus dem jüdischen Staat zulässt. Für das Land ist es nicht die erste Turnier-Absage dieser Art.
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Für das israelische Team wäre das Turnier in Malaysia die erste Weltmeisterschaft überhaupt gewesen

Foto: Israelischer Squash-Verband

Für das israelische Team wäre das Turnier in Malaysia die erste Weltmeisterschaft überhaupt gewesen

HASTINGS (inn) – Der Squash-Weltverband (WSF) hat die für Dezember geplante Weltmeisterschaft der Männer in Malaysia abgesagt. Grund dafür ist der Ausschluss Israels von dem Turnier: „Für den WSF ist es wichtig, dass keine Nation, die am Wettbewerb teilnehmen möchte, das Ereignis verpasst“, heißt es in einer Mitteilung vom Montag.

Der WSF mit Sitz im englischen Hastings gab an, dass bislang noch keine Visa-Bestätigung für die Israelis vorlag. Das Turnier sollte am 7. Dezember in Kuala Lumpur beginnen. Als zweiten Grund für die Absage nennen die Verantwortlichen die Corona-Pandemie und die neu aufgetretene Omikron-Variante.

Hoffnung auf Besserung

Israel hätte vier Teilnehmer zu dem Turnier geschickt. Für das Land wäre es die erste Weltmeisterschaft gewesen. Wegen des sich abzeichnenden Ausschlusses waren die Israelis auch vor das Weltsportgericht CAS im schweizerischen Lausanne gezogen.

Der Vorsitzende des Israelischen Squash-Verbandes, Aviv Buschinski, begrüßte nun die Absage: „Als alle Beteiligten merkten, dass die Malaysianer Israel verbannen, war ich dankbar, im Brief des Präsidenten vom Einsatz für unsere Teilnahme zu lesen“, sagte er laut der israelischen Verteilzeitung „Israel Hajom“.

Buschinski schlug zudem vor, dass Israel eine Weltmeisterschaft ausrichtet. Dabei könnten auch Mannschaften aus Ländern teilnehmen, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel pflegen. „Für einen professionellen Athleten gibt es nicht Frustierenderes, als gesagt zu bekommen, dass er oder sie nach Jahren des Trainings und der Vorbereitung nicht antreten kann. Doch ich hoffe, dass dieser Vorfall ähnliche Diskriminierung in Zukunft verhindert.“

Zwischen Israel und dem muslimisch geprägten Malaysia bestehen keine diplomatischen Beziehungen, wohl aber Handelsbeziehungen. Im Jahr 1997 durfte mit dem Cricketteam erstmals eine israelische Sportmannschaft in dem Inselstaat antreten. Seither kamen israelische Sportler immer wieder zu Turnieren. In den vergangenen Jahren nahm Malaysia aber wieder eine härtere Haltung ein. Im Jahr 2019 verlor das Land das Recht, die Para-Schwimm-Weltmeisterschaften auszutragen, weil es Israelis aussperren wollte. Das Turnier fand dann in London statt.

Von: df

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