Der 93-jährige Premierminister Malaysias, Mohamad, fiel schon in der Vergangenheit immer wieder durch antisemitische Aussetzer auf

Der 93-jährige Premierminister Malaysias, Mohamad, fiel schon in der Vergangenheit immer wieder durch antisemitische Aussetzer auf

Malaysia boykottiert israelische Schwimmer

Die Entscheidung Malaysias, israelische Schwimmer nicht für ein paralympisches Turnier einreisen zu lassen, nennt das israelische Außenministerium „beschämend“. Auch das Paralympische Komitee zeigt sich „bitterlich enttäuscht“ von dem muslimischen Land.

JERUSALEM / KUALA LUMPUR (inn) – Das israelische Außenministerium hat die Entscheidung Malaysias scharf kritisiert, israelische Schwimmer nicht für ein Qualifikationsturnier der Paralympics einreisen zu lassen. Das Ministerium sagte am Donnerstag laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, es sei ein „beschämender“ Entschluss. Wenn die Sportler nicht nach Malaysia einreisen dürften, solle ein neues Gastgeberland für den Wettkampf gefunden werden.

Vergangene Woche untersagte der malaysische Premierminister Mahathir Mohamad den Israelis die Einreise. Der 93-Jährige fiel in der Vergangenheit wiederholt durch antisemitische Äußerungen gegenüber Juden auf, als er sie zum Beispiel als „hakennasig“ beschrieb. Der malaysische Außenminister Saifuddin Abdullah kündigte zudem an, dass das muslimisch geprägte Land nicht mehr Gastgeber von Veranstaltungen sein will, an denen Israel und seine Vertreter teilnehmen. Malaysia drücke damit seine Solidarität für „Palästina“ aus.

„Die Entscheidung ist vollkommen gegen den olympischen Geist gerichtet“, sagte das israelische Außenministerium. Der Bann sei inspiriert durch den „fanatischen Antisemitismus“ des malaysischen Premiers. „Wir fordern das Internationale Paralympische Komitee auf, diese falsche Entscheidung aufzuheben oder den Veranstaltungsort für den Wettkampf zu wechseln.“

Komitee: „Bitterlich enttäuschend“

Bei dem Qualifikationsturnier auf der Insel Borneo konkurrieren die Schwimmer im Juli und August um die Teilnahme an den Paralympics 2020 in Tokio. Das Internationale Paralympische Komitee äußerte sich wie folgt zum Vorgang: „Der Standpunkt der malaysischen Regierung gegenüber den israelischen Teilnehmern ist bitterlich enttäuschend.“ Die Qualifikationsturniere sollten für alle Nationen und Sportler offen sein. Das Komitee verhandelt laut Eigenaussage bereits mit den malaysischen Vertretern, um eine Lösung zu finden.

Israelische Sportler werden immer wieder von internationalen Wettkämpfen in arabisch oder muslimisch geprägten Ländern ausgeschlossen. Häufig dürfen sie auch nicht ihr Staatssymbol auf der Sportkleidung tragen. Oder ihre Hymne wird nicht bei der Siegerehrung gespielt. Im Jahr 2015 gab es in Malaysia bereits einen ähnlichen Vorfall, bei dem keine Einreisegenehmigungen ausgestellt wurden. Zwei israelische Windsurfer durften nicht am Wettkampf auf der Insel Langkawi teilnehmen. Malaysia unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit Israel.

Von: mm

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