USA und Israel wollen bei Verteidigung enger zusammenarbeiten

In Portugal verhandelt der israelische Premier Netanjahu mit dem amerikanischen Außenminister Pompeo über eine noch engere Sicherheitskooperation. Unterdessen macht in Israel ein Gerücht über die Normalisierung der Beziehungen zu Marokko die Runde.
Sie bleiben im Gespräch: der israelische Premier Netanjahu und der amerikanische Außenminister Pompeo

Foto: Mike Pompeo, Twitter

Sie bleiben im Gespräch: der israelische Premier Netanjahu und der amerikanische Außenminister Pompeo

LISSABON (inn) – Israel und die USA wollen in der Verteidigung enger zusammenarbeiten. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu vereinbarte am Mittwoch in Lissabon mit dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo Schritte zu einem entsprechenden Abkommen. Das Treffen nannte Netanjahu im Anschluss „entscheidend für die Sicherheit Israels“.

Im jüdischen Staat kamen zuletzt auch kritische Stimmen zu so einem Abkommen auf. Der Chef der Partei Blau-Weiß, Benny Gantz, fürchtet etwa, dadurch würde die Abhängigkeit Israels von den USA zu groß. Netanjahu betonte vor diesem Hintergrund, das Abkommen in voller Zusammenarbeit mit der Armee und den Sicherheitskräften anzugehen, „und die volle Handlungsfreiheit für die USA und für die israelische Armee sicherzustellen“.

Die beiden Politiker thematisierten auch die Bedrohung durch den Iran. Ein weiterer Gesprächspunkt war eine mögliche Annexion des Jordantals. Pompeo sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, Israel habe das „volle Recht“, einen solchen Schritt zu gehen. Zuletzt hatten die USA erklärt, den Siedlungsbau grundsätzlich als legal zu betrachten. Netanjahu betonte, derzeit sei kein Zeitplan dafür vorgesehen. Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in Israel sei es auch unmöglich, dies umzusetzen: „Diese Dinge sind viel leichter, wenn man eine Regierung hat.“

Gerüchte über Normalisierung mit Marokko

Für Pompeo war Lissabon eine Zwischenstation auf dem Weg vom NATO-Gipfel in London nach Marokko. Zwischenzeitlich verbreiteten israelische Medien die Nachricht, Pompeo wolle in Rabat über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko reden. Ein solcher Schritt stehe „kurz bevor“, berichtete der Sender „Kanal 12“.

Das amerikanische Außenministerium dementierte allerdings diese Berichte. Die Normalisierung habe nicht auf der Themenliste gestanden, sagte ein Sprecher laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Donnerstag. In Israel sei lediglich etwas zu den Medien durchgesickert, und dies zum Zeitpunkt, als Pompeo auf dem Weg nach Marokko gewesen sei.

Bei seinem Aufenthalt in Lissabon traf Netanjahu auch seinen portugiesischen Amtskollegen Antonio Costa. Dabei beglückwünschte er Portugal zur Mitgliedschaft bei der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA). Portugal war der Allianz am Mittwoch beigetreten, zuvor war das Land Beobachterstaat. Netanjahu rief Portugal zudem auf, gemeinsam mit den USA Druck auf den Iran auszuüben.

Von: df

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